Rewe übernimmt Feneberg-Teile und baut Präsenz im Allgäuer Lebensmittelhandel aus
Im Allgäu fällt nach monatelangem Bieterwettstreit die Entscheidung über die Zukunft der insolventen Supermarktkette Feneberg. Mit der geplanten Übernahme durch Rewe und einen Investor sollen alle 72 Filialen erhalten bleiben, während für die meisten der rund 3.000 Beschäftigten eine Weiterbeschäftigung vorgesehen ist.
Höhepunkte
- Rewe übernimmt gemeinsam mit der neu gegründeten LEH Allgäu GmbH rund die Hälfte der Feneberg-Filialen sowie die Landbäckerei Sinz in Durach, abhängig von Zustimmung der Gläubigerversammlung und Kartellamtsfreigabe.
- Alle Filialbeschäftigten behalten ihre Arbeitsplätze und die Zentrale sowie Logistik in Kempten bleiben erhalten, während im Verwaltungsbereich ein nicht quantifizierbarer Stellenabbau droht.
- Mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro stärkt die Übernahme Rewes strategische Präsenz im Allgäuer Lebensmittelmarkt und sichert Erzeugern das Regionalprogramm „VonHier“.
Übernahmeplan für Filialen und Marke
Wie BILD berichtet, hat der Gläubigerausschuss dem Verkauf bereits zugestimmt, nun stehen noch die Zustimmung der Gläubigerversammlung und die Freigabe durch das Bundeskartellamt aus.Rewe übernimmt die insolvente Kette gemeinsam mit der neu gegründeten LEH Allgäu GmbH. Nach den vorliegenden Plänen soll der Handelskonzern rund die Hälfte der Filialen sowie die Landbäckerei Sinz in Durach erhalten, während die übrigen Märkte von der LEH Allgäu GmbH unter der Marke Feneberg weitergeführt werden.
Auch das Regionalprogramm „VonHier“ soll fortgeführt werden. Damit bleibt ein wichtiger Vertriebskanal für Erzeuger und Landwirte in der Region bestehen.
Auswirkungen auf Beschäftigte und Wettbewerb
Die Filialbeschäftigten sollen ihre Arbeitsplätze behalten, zudem sollen die Zentrale und die Logistik in Kempten erhalten bleiben. Rewe-Vorstand Peter Maly sagt, für die Mitarbeitenden der künftig von der Rewe Group betriebenen Märkte sei vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten.Im Verwaltungsbereich dürfte es allerdings zu Stellenabbau kommen. Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold sagt, wie viele Arbeitsplätze dort wegfallen, lasse sich derzeit noch nicht beziffern, weil dies vom jeweiligen Erwerberkonzept abhänge.
Feneberg hatte am 9. Januar 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, Anfang April eröffnete das Amtsgericht Kempten das Verfahren. Als Gründe gelten strukturelle Probleme im Filialnetz, eine hohe Schuldenlast und Altverbindlichkeiten; mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro ist die Kette zugleich ein bedeutender Regionalanbieter, dessen Übergang für Rewe einen strategisch wichtigen Ausbau im Allgäu bedeutet.
In unserem früheren Beitrag zur Debatte über das Sonntagsverkaufsverbot in Deutschland haben wir erläutert, dass Politiker und Wirtschaftsvertreter weitergehende Öffnungen der Ladenzeiten fordern, um den stationären Handel gegenüber Online-Anbietern zu stärken. Zugleich wurde betont, dass strengere Sonntagsregeln umstritten sind, weil Gewerkschaften Nachteile für Beschäftigte befürchten und der Sonntag oft als verlässlich freier Tag gilt.
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