Mecklenburg-Vorpommern: SPD gewinnt in Umfrage vor der Landtagswahl hinzu
Zehn Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verbessert die SPD ihre Position im Rennen gegen die AfD. Entscheidend ist dabei nicht nur der Zuwachs der Sozialdemokraten, sondern auch die Chance auf eine knappe rechnerische Mehrheit für ein Bündnis mit Linken und Grünen.
Höhepunkte
- Die SPD erreicht laut infratest-dimap-Umfrage 29 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, gewinnt zwei Prozentpunkte gegenüber Mai und verkleinert den Abstand zur AfD mit 36 Prozent.
- Eine knappe rechnerische Mehrheit für ein SPD-Linke-Grüne-Bündnis wäre erstmals in Mecklenburg-Vorpommern möglich, sofern die Grünen mit fünf Prozent in den Landtag einziehen.
- 49 Prozent der Befragten würden Manuela Schwesig direkt wählen, während AfD-Kandidat Leif-Erik Holm auf 27 Prozent und die CDU auf neun Prozent zurückfällt.
Neue Umfrage verschiebt die Koalitionsoptionen
Wie BILD.de unter Verweis auf eine neue infratest-dimap-Umfrage für den NDR berichtet, kommt die SPD in Mecklenburg-Vorpommern auf 29 Prozent und gewinnt damit im Vergleich zur Mai-Umfrage zwei Prozentpunkte hinzu. Die AfD bleibt mit 36 Prozent zwar stärkste Kraft, der Abstand zwischen beiden Parteien wird jedoch kleiner.Zusätzliche Bedeutung erhält die Erhebung durch die Grünen, die mit fünf Prozent den Einzug in den Landtag schaffen würden. Damit käme ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen auf eine knappe rechnerische Mehrheit. Eine solche Konstellation wäre die erste Dreier-Koalition in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns und könnte Manuela Schwesig trotz Platz zwei ihrer Partei im Amt halten.
Die Linke erreicht in der Umfrage 12 Prozent. Das BSW liegt bei vier Prozent und würde den Einzug in den Landtag derzeit verpassen, während auch die FDP laut den genannten Zahlen keine maßgebliche Rolle spielt.
Schwesig baut persönlichen Vorsprung aus
Auch bei der persönlichen Zustimmung legt die Ministerpräsidentin zu. Bei einer Direktwahl würden sich 49 Prozent der Befragten für Schwesig entscheiden, zwei Prozentpunkte mehr als noch im Mai.AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kommt in diesem Szenario auf 27 Prozent. Die CDU fällt zugleich auf neun Prozent zurück, womit sich der Wahlkampf nach den vorliegenden Umfragedaten zunehmend auf ein Duell zwischen AfD und SPD zuspitzt.
Für die SPD wird damit vor allem der mögliche Wiedereinzug der Grünen zu einem strategischen Faktor. Sollte sich dieser Trend bis zur Wahl am 20. September halten, könnte die Regierungsbildung in Mecklenburg-Vorpommern trotz AfD-Führung offen bleiben.
Unsere frühere Berichterstattung zur wachsenden Unzufriedenheit in der CDU/CSU-Fraktion drehte sich um den Streit über den finanz- und sozialpolitischen Kurs der Bundesregierung, insbesondere um Klingbeils geplante Neuverschuldung und umstrittene Reformvorhaben. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass die hohen AfD-Umfragewerte vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt den Druck auf die Union erhöhen und die Debatte über Macht- und Koalitionsoptionen zusätzlich anheizen.
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