Berlin zieht Spitzenkandidatur für Abgeordnetenhauswahl zurück
Vor der Abgeordnetenhauswahl im September verschärft sich der Druck auf die Berliner CDU in einer Phase schwacher Umfragewerte und anhaltender interner Debatten. Kai Wegner zieht seine Spitzenkandidatur zurück, will aber als Regierender Bürgermeister im Amt bleiben.
Höhepunkte
- Wegner zieht seine Spitzenkandidatur für die Berliner Abgeordnetenhauswahl im September zurück und kündigt eine Stellungnahme für 15 Uhr an.
- Laut Focus Online wird Stefan Evers, aktueller Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, als möglicher neuer CDU-Spitzenkandidat gehandelt.
- Monatelange Kritik an Wegners Krisenmanagement und ein Umfragerückgang auf 17 Prozent erhöhen den Druck auf die Berliner CDU kurz vor der Wahl.
Kandidatenwechsel vor der Berlin-Wahl
BILD.de berichtet, dass Wegner seine Spitzenkandidatur für die Wahl des Abgeordnetenhauses im September aufgibt. Eine öffentliche Stellungnahme hat er für 15 Uhr in Charlottenburg angekündigt, wie die Berliner CDU mitteilt.Weitere Einzelheiten nennt die Partei zunächst nicht. Laut Focus Online soll Stefan Evers neuer Spitzenkandidat werden; Evers ist seit April 2026 Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Senat Wegner.
Wegner sagt an diesem Freitag zudem mehrere öffentliche Auftritte kurzfristig ab. Nach Informationen des Tagesspiegel überträgt er einen Termin im Bundesrat bereits am Vortag an Evers, der dort zu einem Berliner Antrag zur Verschärfung des Waffenrechts spricht.
Politischer Druck und Folgen für die CDU
Hintergrund ist eine monatelange Debatte über falsche Angaben Wegners zu seinem Krisenmanagement nach einem großen Stromausfall im Januar. In der CDU wächst deshalb der Druck, auf die Spitzenkandidatur zu verzichten, während die Partei in einer Umfrage zuletzt auf 17 Prozent fällt.Auch eine angekündigte Dinnerspeech beim 75-jährigen Jubiläum der Wiedergründung der Vereinigung der Handelsrichter am Wannsee sagt Wegner kurzfristig ab. Formal wäre ein Austausch nach dem Wahlrecht noch möglich, wenn der neue Spitzenkandidat bereits als Abgeordneter kandidiert.
Für die Berliner CDU geht es nun darum, sich vor der Wahl organisatorisch und personell neu aufzustellen. Zusätzlichen Druck erzeugen die jüngsten Umfragen, in denen Linke und Grüne zuletzt vorne liegen.
In unserem früheren Beitrag zum Krisentreffen der Berliner CDU zur Zukunft von Kai Wegners Spitzenkandidatur ging es um den wachsenden Druck nach Vorwürfen falscher Angaben zu seinem Krisenmanagement beim Stromausfall im Januar. Wir berichteten außerdem über den engen Wahlkalender mit nahender Frist für Wahlvorschläge sowie über die schwachen Umfragewerte der CDU, die den Handlungsdruck in der Partei zusätzlich erhöhen.
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