Bundestag-Bericht sieht Fracking-Verbot in Deutschland weiter als risikobehaftete Regulierungsfrage
Die Debatte über die heimische Erdgasförderung bleibt in Deutschland trotz neuer Versorgungssorgen politisch offen. Die Expertenkommission Fracking hält in ihrem Bericht 2026 zugleich daran fest, dass die bekannten Umweltgefahren bei unkonventionellen Lagerstätten weiter bestehen.
Höhepunkte
- Die Expertenkommission Fracking bestätigt im Bericht 2026, dass das Fracking-Verbot in unkonventionellen Lagerstätten weiterhin vom Bundestag überprüft werden muss.
- Für den Berichtszeitraum 2025/26 wurden keine neuen Studien initiiert und die wissenschaftliche Risikoeinschätzung bleibt identisch mit dem Stand von 2021.
- Der Wissenschaftliche Beraterkreis Wirtschaftspolitik empfiehlt angesichts internationaler Krisen, Fracking in Deutschland ernsthaft zu prüfen, um Energieimporte zu verringern.
Bericht 2026 und regulatorischer Prüfauftrag
Wie Bundestag.de unter Berufung auf den Deutschen Bundestag mitteilt, stellt die Expertenkommission Fracking in ihrem Bericht 2026 unverändert fest, dass es dem Parlament obliegt, auf Grundlage des aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik die Angemessenheit des Verbots von Fracking in unkonventionellen Lagerstätten zu prüfen.Für den Berichtszeitraum 2025/26 sind keine neuen Studien in Auftrag gegeben worden. Nach Darstellung der Kommission gelten die wissenschaftlichen Erkenntnisse damit unverändert fort und entsprechen weiter dem Stand des Berichts von 2021.
Bereits damals kam das Gremium zu dem Ergebnis, dass die Förderung von Erdgas aus Schiefer-, Ton- und Kohlegestein vor allem mit Umweltrisiken verbunden ist. Auf diese Risiken weist die Kommission auch im aktuellen Bericht erneut hin und betont, dass eine mögliche neue politische Diskussion transparent und abgewogen geführt werden sollte.
Energiepolitische Debatte und Folgen für den Markt
Das Fracking in unkonventionellen Lagerstätten ist in Deutschland seit 2017 verboten. Damit bleibt die Frage, ob das Verbot angesichts energiepolitischer Belastungen angepasst werden sollte, ein Thema mit Relevanz für den deutschen Gasmarkt und die Importabhängigkeit.Im Frühjahr kam der Wissenschaftliche Beraterkreis Wirtschaftspolitik, ein Beratungsgremium des Bundeswirtschaftsministeriums, in einem infolge des Iran-Kriegs erstellten Gutachten zu dem Schluss, Deutschland solle die Erdgasförderung durch Fracking ernsthaft prüfen und zulassen. Nach Einschätzung des Gremiums könnten auf diese Weise Energieimporte aus dem Ausland reduziert werden.
In unserem früheren Artikel zur Entwicklung der Großhandelspreise in Deutschland im Juni 2026 haben wir berichtet, dass sich der jährliche Preisanstieg zwar abschwächte, Energieprodukte und Rohstoffe den Index aber weiterhin deutlich nach oben zogen. Als zentraler Treiber wurden die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten genannt, die insbesondere Mineralölerzeugnisse und weitere rohstoffnahe Güter verteuerten, während einige Agrar- und Nahrungsmittelgruppen rückläufig waren.
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