Erdgas weitet Verluste aus, da Lagerüberschuss geopolitische Risiken ausgleicht

Erdgas weitet Verluste aus, da Lagerüberschuss geopolitische Risiken ausgleicht
Erdgas

​Erdgas bleibt unter Druck, nachdem ein weiterer bärischer US-Lagerbestandsbericht die Erwartungen untermauert hat, dass das inländische Angebot für die aktuelle Nachfrage mehr als ausreichend bleibt. Die jüngsten EIA-Daten zeigten einen Anstieg der Lagerbestände um 61 Bcf, was sowohl über den Markterwartungen als auch über dem Fünfjahresdurchschnitt lag, den Lagerüberschuss vergrößerte und eine weitere Verkaufswelle auslöste. 

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Gleichzeitig haben geplante Wartungsarbeiten an der Freeport LNG-Exportanlage die Nachfrage nach LNG-Feedgas vorübergehend reduziert, was die Preise weiter unter Druck setzt.

Risiken im Nahen Osten stützen weiterhin den globalen Gasmarkt

Trotz der Schwäche auf dem US-Markt bleiben geopolitische Risiken ein wichtiger bullischer Faktor für die globalen Erdgaspreise. Sicherheitsbedenken im Nahen Osten haben den LNG-Verkehr durch die Straße von Hormus erneut gestört, wobei Schifffahrtsdaten seit der jüngsten Eskalation keine LNG-Durchfahrten zeigen. Da Katar einer der weltweit größten LNG-Exporteure bleibt, könnte jede längere Unterbrechung das globale Angebot verknappen, insbesondere in Europa und Asien. Die IEA warnt zudem, dass der Konflikt die globalen Gasbilanzen weiterhin verzerrt, auch wenn sich einige Lieferketten seit Juni teilweise erholt haben.

Starke Produktion gleicht stützende Nachfrage aus

Das breitere fundamentale Bild in den USA bleibt gemischt. Sommertemperaturen stützen weiterhin die Stromnachfrage, während für die US-LNG-Exporte mittelfristig ein weiterer Ausbau erwartet wird, da zusätzliche Exportkapazitäten in Betrieb gehen. Die robuste inländische Produktion, komfortable Lagerbestände und die vorübergehende Schwäche bei den LNG-Exporten überwiegen jedoch derzeit diese stützenden Faktoren. Analysten erwarten weiterhin stärkere Preise im weiteren Jahresverlauf, falls das heiße Wetter anhält oder die Hurrikan-Aktivität im Atlantik die Produktion und Exportinfrastruktur an der Golfküste stört.

Technischer Ausblick bleibt bärisch

Der Stundenchart bestätigt, dass die Verkäufer nach dem deutlichen Durchbruch unter den vorherigen Unterstützungsbereich nahe 3,00 $ fest die Kontrolle behalten. Erdgas handelt weiterhin unter seinen kurz-, mittel- und langfristigen gleitenden Durchschnitten, während jüngste Erholungsversuche eher neue Verkäufe als nachhaltiges Kaufinteresse angezogen haben. Obwohl die Preise versuchen, sich im Bereich von 2,85 $ zu stabilisieren, begünstigt die technische Struktur weiterhin die Bären. Wie im Artikel Natural gas remains range-bound as Middle East risks compete with ample supply dargelegt, werden Erholungen wahrscheinlich als Korrekturen betrachtet, solange der Markt die Marke von 3,00 $ nicht schnell zurückerobert, wobei die Abwärtsrisiken kurzfristig dominant bleiben.

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