Deutschlands Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal durch Exporte gestützt

Deutschlands Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal durch Exporte gestützt
Wachstum durch Exporte

Die deutsche Wirtschaft legt im zweiten Quartal 2026 stärker zu als zunächst ausgewiesen und setzt damit den Aufwärtstrend zum Jahresbeginn fort. Das Bruttoinlandsprodukt steigt gegenüber dem Vorquartal um 0,3 %, während der Zuwachs damit um 0,1 Prozentpunkte höher ausfällt als in der Schnellmeldung von Ende Juli.

Das Wichtigste

  • Das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP Deutschlands steigt im zweiten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal und um 1,0 % zum Vorjahr.
  • Die Exporte steigen gegenüber dem Vorquartal um 2,0 %, insbesondere Warenausfuhren mit plus 2,6 %, und treiben damit das Wirtschaftswachstum an.
  • Die Beschäftigung sinkt im Vorjahresvergleich um 212.000 Personen oder 0,5 %, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und Baugewerbe.

Revidierte BIP-Daten und treibende Faktoren

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verbessert sich das Bild der Konjunktur im zweiten Quartal 2026 nach neu verfügbaren Indikatoren etwas gegenüber der ersten Schätzung. Positiver als erwartet entwickeln sich demnach die Umsätze im Groß- und Einzelhandel, zudem werden die Exporte auf Basis zusätzlicher Informationen merklich nach oben revidiert.

Das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt steigt im Vergleich zum ersten Quartal um 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahresquartal legt das BIP preisbereinigt um 1,0 % zu, preis- und kalenderbereinigt ebenfalls um 1,0 %.

Der Außenhandel bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen nehmen gegenüber dem Vorquartal um 2,0 % zu, darunter steigen die Warenausfuhren um 2,6 %, während die Dienstleistungsexporte unverändert bleiben. Die Importe erhöhen sich insgesamt um 1,5 %, wobei die Warenimporte um 2,1 % und die Dienstleistungsimporte um 0,3 % wachsen.

Belastend wirken dagegen die Investitionen. Die Bruttoanlageinvestitionen sinken im zweiten Quartal leicht um 0,2 %, bei den Ausrüstungsinvestitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge fällt das Minus mit 1,4 % deutlicher aus. Die Konsumausgaben entwickeln sich mit einem Plus von jeweils 0,1 % bei privaten und staatlichen Ausgaben nur verhalten.

Industrie stützt Wertschöpfung, Beschäftigung sinkt

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung wächst im zweiten Quartal 2026 um 0,4 % und liegt damit in etwa auf dem Niveau der beiden Vorquartale. Besonders das Verarbeitende Gewerbe trägt dazu bei, dessen Wertschöpfung um 0,9 % steigt, vor allem in der Herstellung chemischer Erzeugnisse und elektrischer Ausrüstungen.

Im Jahresvergleich nimmt die preisbereinigte Bruttowertschöpfung insgesamt um 1,1 % zu. Auch die preisbereinigten Konsumausgaben liegen mit plus 1,0 % über dem Vorjahresquartal, wobei sich eine klare Zweiteilung zeigt: Der private Konsum wächst nur um 0,1 %, der Staatskonsum dagegen um 3,0 %, gestützt insbesondere durch höhere Ausgaben des Bundes und der Sozialversicherung.

Die Wirtschaftsleistung wird von rund 45,7 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das sind 212.000 Personen oder 0,5 % weniger als im zweiten Quartal 2025, wobei vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe erneut weniger Menschen beschäftigt sind als ein Jahr zuvor.

In unserem früheren Beitrag zum deutschen Warenhandel im ersten Halbjahr 2026 haben wir die Entwicklung von Exporten und Importen sowie den leicht rückläufigen Außenhandelsüberschuss eingeordnet. Dabei standen die wichtigsten Handelspartner (u. a. China und die U.S.) und Verschiebungen bei Defiziten bzw. Überschüssen sowie die auffälligen Bewegungen einzelner Warengruppen wie Kraftfahrzeuge, Maschinen und chemische Erzeugnisse im Mittelpunkt. Diese Daten liefern den Hintergrund dafür, warum der Außenhandel auch in den revidierten BIP-Zahlen als zentraler Wachstumstreiber heraussticht.

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