Deutschlands Pkw-Exporte sinken bis Juli, Importe aus China legen stark zu
Deutschlands Außenhandel mit neuen Pkw entwickelt sich in den ersten sieben Monaten 2026 uneinheitlich, mit rückläufigen Ausfuhren und deutlich steigenden Einfuhren. Während der Exportwert spürbar nachgibt, verschiebt sich die Importstruktur zugunsten chinesischer Lieferungen und elektrifizierter Antriebe.
Das Wichtigste
- Deutschlands Pkw-Exporte sanken von Januar bis Juli 2026 mengenmäßig um 4,0 % und wertmäßig um 8,9 % auf 2,0 Mio. Einheiten bzw. 73,5 Mrd. Euro.
- Die Pkw-Importe nach Deutschland stiegen im gleichen Zeitraum um 16,0 % auf 1,3 Mio. Fahrzeuge, wobei Importe aus China um 120,9 % auf 175.000 Einheiten zulegten.
- Bei den Importen wuchs der Anteil reiner Elektroautos um 66,3 % auf 309.000 Fahrzeuge, während klassische Verbrennerimporte um 9,0 % zurückgingen.
Außenhandelsbilanz bei Neuwagen bis Juli 2026
Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilt, werden von Januar bis Juli 2026 rund 2,0 Millionen neue Pkw im Wert von 73,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sinken die Ausfuhren mengenmäßig um 4,0 %, wertmäßig geht der Export um 8,9 % zurück.Die wichtigsten Zielländer sind das UK, die U.S. und Italien. Auf diese drei Märkte entfallen 32,7 % der exportierten Neuwagen, darunter rund 258.000 Fahrzeuge für das UK, 245.000 für die U.S. und 147.000 für Italien.
Bei den Antriebsarten stellen Neuwagen mit Verbrennungsmotor mit 52,7 % weiterhin den größten Anteil an den Exporten. Danach folgen Pkw mit Elektromotor mit 28,1 % und Hybridfahrzeuge mit 19,2 %, wobei sich die Anteile gegenüber dem Vorjahreszeitraum kaum verändern.
Die Ausfuhren von Verbrennern gehen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 um 2,9 % auf 1 Million Fahrzeuge zurück. Elektroautos sinken ebenfalls um 2,9 % auf 560.000 Stück, während Hybridfahrzeuge um 8,2 % auf 380.000 Pkw nachgeben.
In die U.S. werden 245.000 Pkw im Wert von 9,6 Milliarden Euro exportiert, das sind mengenmäßig 2,6 % und wertmäßig 17,1 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dort dominieren Verbrenner mit 198.000 Fahrzeugen oder 80,8 % der Ausfuhren in die U.S., während Elektroautos 10,0 % und Hybridfahrzeuge 9,2 % ausmachen.
Gleichzeitig steigen die Exporte von Neuwagen mit Verbrennungsmotor in die U.S. um 31,7 % zum Vorjahreszeitraum. Dagegen brechen die Ausfuhren von Elektroautos um 56,1 % und von Hybridfahrzeugen um 50,3 % deutlich ein.
Importdynamik stärkt China als wichtigstes Lieferland
Nach Deutschland werden in den ersten sieben Monaten 2026 rund 1,3 Millionen neue Pkw im Wert von 34,9 Milliarden Euro importiert. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 steigen die Einfuhren mengenmäßig um 16,0 % und wertmäßig um 12,6 %.Auch bei den Importen bleibt der Verbrennungsmotor mit 43,7 % oder 554.000 Pkw die häufigste Antriebsart. Hybridfahrzeuge folgen mit 31,8 % oder 403.000 Fahrzeugen, reine Elektroautos erreichen 24,4 % oder 309.000 Pkw.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sinken die Importe von Pkw mit Verbrennungsmotor um 9,0 %. Dagegen legen Hybridfahrzeuge um 36,0 % und reine Elektroautos um 66,3 % zu, was auf eine weiter steigende Nachfrage nach elektrifizierten Modellen im deutschen Markt hinweist.
Die meisten importierten Neuwagen stammen aus China mit einem Anteil von 13,8 % oder 175.000 Fahrzeugen, knapp vor Tschechien mit 13,7 % und Spanien mit 12,4 %. China rückt damit dank eines Importanstiegs von 120,9 % auf Rang eins der wichtigsten Lieferländer vor, nachdem das Land im Vorjahreszeitraum noch Rang vier belegt.
Auch die Einfuhren aus Tschechien steigen um 22,9 %, während die Importe aus Spanien leicht um 0,4 % sinken. Aus den U.S. kommen von Januar bis Juli 2026 rund 59.000 neue Pkw nach Deutschland, 5,1 % weniger als im Vorjahreszeitraum, womit die U.S. auf Rang sechs der wichtigsten Lieferländer zurückfallen.
In unserem früheren Beitrag zum verschärften Wettbewerb auf dem globalen Automarkt haben wir beleuchtet, dass Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Halbjahr bei Umsatz und operativem Gewinn deutlich zurückgefallen sind. Als zentraler Belastungsfaktor wurde der starke Absatzeinbruch in China herausgestellt, wodurch der China-Anteil an den Gesamtverkäufen spürbar sank. Zudem ordneten wir die Debatte um mögliche zusätzliche EU-Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride sowie Standortnachteile wie hohe Kosten und Bürokratie als weitere Druckpunkte für die Branche ein.
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