EUR/USD-Kurs rutscht vor Jackson Hole ab, da der Dollar an Stärke gewinnt
EUR/USD wird während des Symposiums in Jackson Hole stark gehandelt und wurde zuletzt bei 1,1598 gesehen, nachdem es im frühen Europa unter die Marke von 1,16 gerutscht war. Die Paarung steuert auf einen wöchentlichen Rückschlag von etwa 1 Prozent zu, da der Dollar aufgrund der sich ändernden Erwartungen der Federal Reserve stärker wird.
Höhepunkte
- EUR/USD wird nahe 1,1598 gehandelt, nachdem es im frühen Europa unter 1,1600 gefallen ist.
- Das deutsche BIP wurde auf einen Rückgang von 0,3 Prozent nach unten korrigiert, was den Euro weiter belastet.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September sinkt auf 75 Prozent, was die Dollarnachfrage vor Powells Rede erhöht.
Eine Abwärtskorrektur des deutschen BIP für das zweite Quartal, die einen Rückgang von 0,3 Prozent bestätigt, hat den Druck auf den Euro verstärkt, während die US-Makrodaten weiterhin stabil bleiben. Die Händler konzentrieren sich nun auf die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September von mehr als 90 Prozent vor zwei Wochen auf etwa 75 Prozent gesunken ist. Die Neubewertung spiegelt die besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes für August und die anhaltende Dynamik des Dienstleistungssektors wider, die eher für Geduld als für eine sofortige Lockerung sprechen.
Technisches Bild deutet auf weiteren Abwärtstrend hin
Die Charts bestätigen einen Bruch des kurzen Aufwärtstrends, der das Paar bis Anfang August getragen hat. EUR/USD hat eine steigende Handelsspanne verlassen und notiert nun unterhalb eines dichten Bündels gleitender Durchschnitte auf niedrigeren Höchstständen. Der EMA 20, der EMA 50, der EMA 100 und der EMA 200 liegen zwischen 1,1627 und 1,1644 und bilden eine Obergrenze, die Erholungsversuche immer wieder abgewiesen hat. Die Kurse liegen weiterhin unter allen vier Durchschnitten, wodurch sich die Struktur von "Buy-the-Dip" zu "Sell-the-Rally" verschiebt.

EUR/USD-Kursprognose (Quelle: TradingView)
Die Fibonacci-Retracements umrahmen die Schlüsselniveaus. Spot hält sich knapp über dem 0,5-Retracement der Juli-August-Rallye bei 1,1589. Ein Vier-Stunden-Schlusskurs unter 1,1590 würde 1,1543, das 0,382-Retracement, und dann 1,1486, das 0,236-Retracement, freilegen, das auch mit einer volumenstarken Tasche von Ende Juli übereinstimmt. Auf der Oberseite müssen die Käufer den EMA200 bei 1,1627 zurückerobern, gefolgt von der Zusammenflusszone bei 1,1636 bis 1,1644. Eine Akzeptanz oberhalb dieses Regals würde den Fokus auf 1,17 und das vorherige Swing-Hoch bei 1,1780 lenken. Die Momentum-Werte bestätigen die Vorsicht der Bullen. Der RSI der vierten Stunde liegt bei 37 und damit sowohl unter seiner Signallinie als auch unter dem neutralen Schwellenwert von 50, was ein schwaches Regime widerspiegelt. Die Paarung hält sich auch weiterhin an eine absteigende Handelsspanne, die nach der Ablehnung in der letzten Woche bei 1,1710 begann, was die Risiken nach unten in Richtung Ereignisrisiko tendieren lässt.
Makroökonomische Divergenzen verstärken Abwärtstendenz
Der politische Hintergrund untermauert die technische Sichtweise. Vorläufige US-Einkaufsmanagerindizes für August zeigten einen Anstieg im verarbeitenden Gewerbe auf 53,3, während der Dienstleistungssektor auf 55,4 zurückging, jedoch weiterhin deutlich über dem Bereich der Kontraktion lag. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen auf 235.000 und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten, so dass die Erwartungen auf eine Lockerung zwar lebendig, aber weniger dringend sind. Diese Kombination deutet darauf hin, dass die Fed sich in Geduld üben kann, was den Dollar unterstützt.
Das Bild in Europa ist weniger günstig. Die Herabstufung des deutschen BIP auf einen vierteljährlichen Rückgang von 0,3 Prozent unterstreicht die anhaltende Schwäche der größten Volkswirtschaft der Region. Diese Divergenz zu den stärkeren US-Daten unterstreicht, warum EUR/USD sich schwer getan hat, eine dauerhafte Erholung zu erzielen, und macht es anfällig, wenn die realen US-Renditen weiter steigen.
EUR/USD: Kurzfristige Aussichten
Solange EUR/USD das EMA-Band bei 1,1627 bis 1,1644 nicht zurückerobern kann, werden Erholungen wahrscheinlich verblasst sein. Ein Schlusskurs unter 1,1590 macht die 1,1543 als nächste Schlüsselmarke frei, wobei ein Tagesschlusskurs unter dieser Marke das Risiko eines Abrutschens in Richtung der hohen 1,14er-Marke erhöht. Umgekehrt könnte eine dovishe Überraschung von Powell als Katalysator für einen Druck nach oben wirken, wobei 1,1700 wieder im Spiel ist, wenn die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen.
In früheren Berichten über EUR/USD lag der Schwerpunkt auf der Frage, ob die Liquidität oberhalb von 1,1750 Käufer anlocken könnte, wenn sie nachhaltig ist. Der aktuelle Durchbruch zeigt, dass diese Zone als Erschöpfung gewirkt hat und die Struktur bis zum Jackson Hole nach unten kippt.
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