LVMH-Aktie konsolidiert bei 509 €, da Bernard Arnault Interesse an Armani signalisiert
Am 17. September wird die LVMH-Aktie bei 509,80 € gehandelt, was einem Anstieg von 0,4% in den letzten 24 Stunden entspricht. Trotz des bescheidenen Anstiegs bleibt der technische Ausblick vorsichtig, da die Aktie immer noch unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 620 € notiert.
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Höhepunkte
- LVMH-Aktien stiegen um 0,4 %, nachdem das Testament von Giorgio Armani das Unternehmen als bevorzugten Käufer benannte und damit Übernahmespekulationen anheizte.
- Die Aktie bleibt technisch schwach und handelt unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 620 €.
- Eine potenzielle Übernahme könnte die Positionierung von LVMH im Bereich der Luxusgüterindustrie stärken, doch bleiben Wettbewerbs- und Integrationsrisiken bestehen.
Unterstützung bietet derzeit die Marke von 500 Euro, eine zweite Unterstützung liegt bei 470 Euro, dem Tiefststand vom Juni. Der Widerstand liegt bei 550 € und bei 600 €, die zu Beginn des Jahres getestet wurden, bevor sie nicht nach oben durchbrochen werden konnten. Der RSI ist neutral und liegt bei 47, was wenig Tendenz erkennen lässt, während der MACD weiterhin leicht rückläufig ist, was darauf hindeutet, dass das Momentum noch schwach ist.
Aus Bewertungssicht wird LVMH mit einem KGV von 22,1x (nachlaufend) und einem KGV von 19,9x (vorwärts) gehandelt, was darauf hindeutet, dass die Aktie zwar nicht billig, aber im Vergleich zu anderen Unternehmen des Luxussektors nicht überbewertet ist. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei etwa 3,7x, während das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 2,9x liegt, was den historischen Durchschnittswerten entspricht. Die Nettomarge von LVMH in Höhe von 13,3 % und die operative Marge von 22,6 % unterstreichen die Rentabilität des Unternehmens, auch wenn sich das Umsatzwachstum in den letzten Quartalen aufgrund des makroökonomischen Gegenwinds abgeflacht hat.

Kursentwicklung der LVMH-Aktie (Juli 2025 - September 2025). Quelle: TradingView.
Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital ist mit 0,62 überschaubar, und der Cashflow bleibt robust. LVMH verfügt über eine hohe Liquidität, die dem Unternehmen Flexibilität für strategische Investitionen oder Übernahmen bietet. Insgesamt deutet das technische Setup darauf hin, dass LVMH sich konsolidiert, wobei die Anleger auf einen klaren Katalysator - möglicherweise die sich entwickelnden Armani-Entwicklungen - für die nächste Richtungsänderung warten.
Armani-Nachfolgeregelung rückt LVMH ins strategische Rampenlicht
Der Luxusmarkt wurde Anfang des Monats durch den Tod von Giorgio Armani am 4. September erschüttert, gefolgt von der öffentlichen Bekanntgabe seines Testaments. Das Dokument benennt ausdrücklich LVMH, zusammen mit L'Oréal und Essilor-Luxottica, als bevorzugte zukünftige Verwalter der Marke Armani. Dieser strukturierte Nachfolgeplan sieht vor, dass Armanis Erben innerhalb von 18 Monaten einen Anteil von 15 % und in den nächsten 3 bis 5 Jahren einen größeren Anteil von 30 bis 54,9 % an einen einzigen Käufer veräußern - womit die Tür für eine größere strategische Übernahme offen steht.
LVMH reagierte positiv und erklärte, man fühle sich durch die Aufnahme in das Testament geehrt und sei an einer möglichen Partnerschaft interessiert. Der Vorstandsvorsitzende Bernard Arnault erklärte, dass LVMH im Falle einer Übernahme das Erbe von Armani bewahren und gleichzeitig seine globale Reichweite ausbauen wolle. Es wird erwartet, dass die Giorgio-Armani-Stiftung mindestens 30 % der Stimmrechte behält, um sicherzustellen, dass die Identität der Marke auch nach der Übernahme erhalten bleibt.
Die geschätzte Bewertung von Armani liegt zwischen 5 und 7 Milliarden Euro, basierend auf einem Jahresumsatz von ca. 2,3 Milliarden Euro und erstklassigen Luxusmargen. Diese Spanne könnte auf 10-12 Milliarden Euro steigen, wenn Wachstumsprognosen und Markensynergien eingepreist werden. Die Übernahme von Armani würde die Positionierung von LVMH im Ultra-Luxus-Segment stärken und das bestehende Modeportfolio, zu dem Dior, Fendi und Celine gehören, ergänzen.
Armani-Nachrichten bieten Aufwärtsoptionen
Im Basisszenario, in dem sich in naher Zukunft kein formeller Deal abzeichnet und die Nachfrage auf dem Luxusmarkt lau bleibt, wird LVMH voraussichtlich seitwärts im Bereich von 480-550 € gehandelt. Das Augenmerk der Anleger wird sich auf die Margenentwicklung im 3. Quartal sowie auf Anzeichen einer Erholung in Asien oder Nordamerika richten.
In einem positiven Szenario - wenn LVMH entweder den ursprünglichen Armani-Anteil von 15 % erhält oder Exklusivgespräche aufnimmt - könnte die Aktie stark ansteigen. Ein Ausbruch über €550 würde ein Kursziel von €600 anvisieren, mit einem mittelfristigen Potenzial von €650-680, wenn sich die Anlegerstimmung zum Positiven wendet. Die Übernahme würde nicht nur die Einnahmen von Armani erhöhen, sondern könnte aufgrund der erwarteten Synergien auch eine Neubewertung der Modesparte von LVMH auslösen.
Die europäischen Märkte eröffneten aufgrund des Optimismus über Zinssenkungen höher, da die Anleger mit einem möglichen Zinsschritt der Fed von 25 Basispunkten rechnen. Luxusaktien entwickelten sich besser, nachdem JPMorgan LVMH und Hermès als unterbewertet bezeichnete und die starken Fundamentaldaten sowie das Aufwärtspotenzial bis 2026 hervorhob.
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