LVMH-Aktie steigt um 3,3% trotz des 4-Millionen-Euro-Streits mit dem entlassenen CFO von Moët Hennessy
Am 2. Oktober wird die LVMH-Aktie bei 541,4 € gehandelt und hat in den letzten 24 Stunden um 3,3 % zugelegt. Die Erholung kommt nach einer wochenlangen Konsolidierung zwischen €500 und €530, wobei die Aktie nun versucht, den kurzfristigen Widerstand zu überwinden.
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Höhepunkte
- Die LVMH-Aktie legte um 3,3 % zu, obwohl Moët Hennessy in einen Rechtsstreit in Höhe von 4 Millionen Euro mit seinem kürzlich entlassenen Finanzchef verwickelt wurde.
- Der technische Widerstand liegt nach wie vor bei 555 €, wobei das Aufwärtspotenzial durch interne Kontroversen und ein nachlassendes organisches Wachstum begrenzt ist.
- Rechts- und Reputationsrisiken in der Sparte Weine & Spirituosen könnten die Stimmung trotz starker Fundamentaldaten in anderen Segmenten belasten.
Moët Hennessy, die Wein- und Spirituosensparte von LVMH, ist laut Bloomberg in einen Rechtsstreit in Höhe von 4 Millionen Euro mit seinem kürzlich entlassenen CFO verwickelt. Im Mittelpunkt der Angelegenheit steht eine umstrittene Geheimhaltungsvereinbarung, in der der ehemalige Manager das Unternehmen der unrechtmäßigen Entlassung und der Rufschädigung beschuldigt. Dies geschieht zu einer Zeit, in der Moët Hennessy bereits wegen unzureichender Leistung und angeblicher interner Misswirtschaft auf dem Prüfstand steht.
In den letzten 12 Monaten musste Moët Hennessy einen organischen Umsatzrückgang von über 9 % hinnehmen, der auf den schwachen Absatz von Cognac und Champagner in China und den USA zurückzuführen ist. Der Unternehmensbereich wurde von Ex-CFO Jean-Jacques Guiony zum CEO und Alexandre Arnault zum stellvertretenden Chef ernannt. Mit dieser Umstrukturierung des Managements soll das Vertrauen der Anleger wiederhergestellt und die Entscheidungsfindung in einem zunehmend volatilen Segment gestrafft werden.
In den letzten Quartalen sind mehrere Rechtsstreitigkeiten aufgetaucht. Im Juli reichte ein ehemaliger Stabschef eine Klage in Höhe von 1,3 Millionen Euro gegen Moët Hennessy wegen Belästigung und unrechtmäßiger Kündigung ein. Ein anderer ehemaliger leitender Angestellter verklagt den Konzern auf 2 Millionen Euro und behauptet, er habe Vergeltungsmaßnahmen ergriffen, nachdem er Bedenken wegen Verstößen gegen die russischen Sanktionen geäußert hatte. Diese sich häufenden Kontroversen haben begonnen, den Ruf von LVMH zu belasten und könnten eine genauere Prüfung durch Aufsichtsbehörden und Aktionäre nach sich ziehen.
Der Widerstand bei 550 € begrenzt die Aufwärtsdynamik
Technisch gesehen bleibt die Aktie unter ihremgleitenden 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei 553 € liegt und als erste wichtige Obergrenze fungiert. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 508 €, was darauf hindeutet, dass das jüngste Momentum kurzfristig leicht zinsbullisch geworden ist, auch wenn der übergeordnete Trend weiterhin vorsichtig ist. LVMH hat im vergangenen Monat um fast 8 % zugelegt und damit einen Teil seiner seit Jahresbeginn erlittenen Verluste wieder wettgemacht, liegt aber immer noch rund 14 % unter dem Vorjahr.
Unterstützung bietet der Bereich zwischen 480 und 500 €, in dem sich die Käufer in der Vergangenheit engagiert haben. Dieser Bereich deckt sich mit Zonen der Volumenakkumulation, was darauf hindeutet, dass das Interesse der Anleger auf diesen Niveaus liegt. Ein sauberer Ausbruch über 555 € würde einen Weg zu 580 € eröffnen, während ein Scheitern über 520 € die 500 €-Marke wieder in den Fokus rücken würde. Bis zu einem solchen Ausbruch dürfte sich derKurs von weiterhin in einer Handelsspanne bewegen, wobei kurzfristige Händler von Mittelwertumkehr-Setups profitieren könnten.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (August 2025 - Oktober 2025). Quelle: TradingView
Aus fundamentaler Sicht wird die Aktie mit einem vorläufigen KGV von 20,7 gehandelt, mit einem nachlaufenden KGV von 23,3 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,86. Die Eigenkapitalrendite ist mit 17,5 % solide, die operative Marge liegt bei 22,7 %, was trotz des Umsatzdrucks in einigen Segmenten eine starke Rentabilität widerspiegelt. Das sich verlangsamende organische Umsatzwachstum und interne Probleme in der Sparte Weine & Spirituosen wirken jedoch als Bewertungsüberhang. Dieser Gegenwind verhindert, dass die Aktie in vollem Umfang an der breiteren Erholung des Luxussektors in den letzten Wochen teilnimmt.
Stabilisierung oder strategische Neuausrichtung entscheidend für den Weg zu 600 Euro
Kurzfristig wird der Kursverlauf der LVMH-Aktie weitgehend davon abhängen, ob es dem Konzern gelingt, seine Wein- und Spirituosensparte zu stabilisieren und den Reputationsschaden zu begrenzen. Die Stimmung unter den Anlegern ist nach wie vor fragil, und eine Eskalation der internen Streitigkeiten könnte die Kurserholung verzögern. Umgekehrt können Klarheit über die Führungsstrategie und die juristische Lösung als kurzfristige Katalysatoren wirken.
Im Basisszenario, wenn sich die rechtlichen Probleme in Grenzen halten und Kostensenkungen bei Moët Hennessy die Margen verbessern, könnte LVMH die Spanne von € 560-580 wieder erreichen. Das bedeutet ein Aufwärtspotenzial von etwa 3-7% gegenüber dem aktuellen Niveau, unterstützt durch eine Neubewertung und eine potenzielle Erholung der Luxusnachfrage in den USA und China. Eine anhaltende Widerstandsfähigkeit im Segment Mode- und Lederwaren könnte die unterdurchschnittliche Entwicklung in anderen Bereichen ausgleichen. Die saisonale Nachfrage zu Beginn des 4. Quartals könnte die Umsatzdynamik weiter unterstützen, insbesondere in margenstarken Kategorien wie Uhren und Schmuck.
Silvia Venturini Fendi wird als Kreativdirektorin bei Fendi zurücktreten und nur noch als Ehrenpräsidentin weiterarbeiten, ohne dass ein Nachfolger benannt wurde. Ihr Abgang ist neben anderen hochkarätigen Abgängen im Jahr 2025 ein Zeichen für einen umfassenden Generationswechsel in der wichtigsten Mode- und Lederwarensparte von LVMH.
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