WTI-Rohöl rutscht unter die 60 $-Marke, da der OPEC+-Versorgungsplan den Verkaufsdruck verstärkt
Rohöl der Sorte WTI fiel am Dienstag um mehr als 2 % und notierte nahe der Marke von $ 60 pro Barrel, womit es zum dritten Mal in Folge Verluste verzeichnete. Der Rückgang spiegelte die erneuten Versorgungssorgen vor dem OPEC+-Treffen an diesem Wochenende wider, bei dem die Mitglieder Berichten zufolge eine bescheidene Produktionserhöhung für Dezember erwägen.
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Höhepunkte
- Öl fällt um mehr als 2 % und wird nahe der 60 $-Marke gehandelt, da die OPEC+ eine Produktionserhöhung erwägt.
- Saudi-Arabien drängt auf eine Produktionssteigerung, um Marktanteile zurückzugewinnen.
- Die technischen Daten deuten auf 55,20 $ als wichtige Unterstützung hin, falls die Verkäufe anhalten.
Quellen deuten darauf hin, dass Saudi-Arabien den Vorstoß zur Rückeroberung von Marktanteilen anführt, ein Schritt, der den Optimismus im Zusammenhang mit den sich verbessernden Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China überschattet hat.
Technische Struktur zeigt Abwärtstendenz
Aus technischer Sicht bleibt der Markt unter Druck. WTI wird weiterhin unterhalb einer absteigenden Trendlinie gehandelt, die den Aufschwung seit Juli gestoppt hat, wobei die jüngste Ablehnung bei 63,20 $ im Einklang mit dem exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt erfolgte. Der Preis ist auch unter den 20- und 100-Tage-Durchschnitt bei 60,34 $ und 61,77 $ gerutscht, was eine kurzfristige Abwärtsbewegung bestätigt.

Dynamik des WTI-Rohölpreises (Quelle: TradingView)
Die nächste kritische Unterstützung befindet sich bei 55,20 $, die im Juni als wichtige Untergrenze fungierte. Ein klarer Durchbruch unter diese Marke würde die psychologische Schwelle von 50 $ freilegen. Die Momentum-Indikatoren signalisieren Vorsicht: Der Relative-Stärke-Index hält sich bei 40,9. Obwohl sich dieser Wert dem überverkauften Bereich nähert, deutet er noch nicht auf eine Kapitulation hin und lässt Raum für weitere Schwäche, bevor es zu einer bedeutenden Erholung kommt. Eine Erholung über 63,20 $ wäre erforderlich, um das Momentum wieder in Richtung 65,40 $ zu verlagern, wo der 200-Tage-Durchschnitt einen stärkeren Widerstand darstellt.
OPEC+ und geopolitische Dynamik belasten die Stimmung
Der Preisrückgang kommt zustande, da die OPEC+-Mitglieder darüber diskutieren, wie sie die steigenden Lagerbestände angesichts der schwachen Nachfrageerholung verwalten können. Berichte deuten auf eine Spaltung innerhalb der Gruppe hin: Saudi-Arabien befürwortet eine Angebotssteigerung, um Marktanteile zu verteidigen, während andere zur Zurückhaltung mahnen, um eine Überschwemmung des Marktes zu vermeiden. Die Ungewissheit über die Förderstrategie hat die Händler vor dem Treffen am Wochenende vorsichtig werden lassen.
Geopolitische Faktoren haben die Lage noch komplizierter gemacht. Die Vereinigten Staaten haben die Sanktionen gegen die russischen Ölproduzenten Rosneft und Lukoil, die zusammen einen großen Teil der russischen Produktion ausmachen, erweitert. Die Maßnahmen erhöhen zwar das Risiko der Einhaltung der Vorschriften für die weltweiten Abnehmer, führen aber nicht zu größeren Lieferunterbrechungen. Bislang hat dieser Ansatz die Volatilität begrenzt, obwohl eine strengere Durchsetzung der Sanktionen immer noch zu starken Marktanpassungen führen könnte.
Ausblick
Die kurzfristige Entwicklung des Ölpreises hängt von den politischen Entscheidungen der OPEC+ und der Reaktion des Marktes auf diese Entscheidungen ab. Sollten sich die Produzenten im Dezember auf eine Erhöhung der Fördermenge einigen, könnte dies die derzeitige Korrektur verstärken und den Bereich von 55-56 $ testen. Umgekehrt würde eine Produktionspause oder -kürzung die Preise wahrscheinlich stabilisieren und eine Erholung in Richtung 63 $ einleiten.
Wie bereits erwähnt, wird der allgemeine Trend nach wie vor durch das Tauziehen zwischen Handelsoptimismus und Angebotsrisiko bestimmt. Die Erholung der Nachfrage im Zusammenhang mit den Fortschritten im Handel zwischen den USA und China könnte einen Puffer bieten, doch solange die OPEC+ keine Zurückhaltung signalisiert, werden die Verkäufer wahrscheinlich die Oberhand behalten. Für Händler markiert die 55,20 $-Marke nun die Grenze zwischen Konsolidierung und möglicher Kapitulation.
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