EUR/USD springt über $1,163, da der Dollar vor wichtigen US-Daten und der Fed-Entscheidung schwächelt
EUR/USD baute seinen Anstieg am Montag aus und stieg auf ein neues Zweiwochenhoch über 1,163, da die allgemeine Schwäche des US-Dollars weiterhin die Marktpositionierung bestimmt. Das Währungspaar verzeichnete nun sechs aufeinanderfolgende Tagesgewinne, unterstützt durch die Erwartung, dass die US-Notenbank nächste Woche die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird.
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Höhepunkte
- EUR/USD klettert über 1,1630 und verzeichnet damit seinen sechsten Tagesgewinn in Folge.
- Der PMI für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone fällt auf 49,6, doch die Nachfrage nach dem Euro bleibt stabil.
- Der Dollar schwächelt, da die Märkte eine 87%ige Chance auf eine Zinssenkung der Fed in der nächsten Woche einpreisen.
Obwohl der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes der Eurozone mit 49,6 auf ein Fünfmonatstief gefallen ist, bleibt der Euro gut bewertet, da die Händler im Vorfeld des dichten US-Datenkalenders aus dem Dollar abwandern. Der allgemeine Tenor wird nach wie vor von sich ändernden geldpolitischen Erwartungen bestimmt. Die schwächeren US-Zahlen nach dem Regierungsstillstand und die zurückhaltenden Signale der US-Notenbank haben den Dollar bei den wichtigsten Währungspaaren geschwächt.
Politische Entwicklungen haben dieses Repricing noch verstärkt, da die Spekulationen zunehmen, dass Präsident Donald Trump Kevin Hassett, der weithin als dovish gilt, als nächsten Fed-Vorsitzenden nominieren könnte. Die Wärmekarte spiegelt diese Verschiebung deutlich wider und zeigt, dass der Euro gegenüber den meisten anderen Währungen, insbesondere dem Neuseeland-Dollar, zulegt.
Technische Erholung verstärkt sich, da EUR/USD aus dem absteigenden Kanal ausbricht
Auf dem Tages-Chart hat der Euro die obere Begrenzung seines absteigenden Kanals durchbrochen und damit das stärkste Aufwärtssignal seit mehr als einem Monat gesetzt. Der Ausbruch erfolgte, nachdem sich in der vergangenen Woche ein höheres Tief bei 1,15 gebildet hatte, das die Erschöpfung des vorherigen Abwärtstrends signalisierte. Da der Kurs nun über das 0,382-Fibonacci-Retracement bei 1,1562 steigt, testet das Paar die Niveaus, die zuvor einen Großteil der November-Konsolidierung deckelten.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Zusammenflusszone bei 1,1651-1,1669, wo der Supertrend-Widerstand auf das 0,618 Fibonacci-Retracement trifft. Ein klarer Durchbruch über 1,167 würde die nächste Etappe in Richtung des 0,786-Retracements bei 1,1728 eröffnen, einer Region, die zwischen August und Oktober mehrere Erholungen stoppte.
Die Momentum-Indikatoren untermauern die sich verbessernde Struktur. Der RSI ist auf 58,9 gestiegen, der stärkste Anstieg seit Anfang Oktober, und bleibt weit vom überkauften Bereich entfernt. Der Kurs hat auch zum ersten Mal seit Wochen die Basis der Ichimoku-Wolke überschritten, was auf eine frühe strukturelle Veränderung hindeutet. Ein Abschluss über der vollständigen Wolke in dieser Woche würde das stärkste technische Signal für EUR/USD seit Juli darstellen.
Makroökonomische Erwartungen treiben die Bewegung an, da Händler die ISM- und Inflationsdaten aus den USA erwarten
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA, der genau auf eine Bestätigung der nachlassenden Wirtschaftsdynamik hin beobachtet werden wird. Ein schwächer als erwartet ausfallender Wert würde den Druck auf den Dollar wahrscheinlich verstärken und EUR/USD in Richtung des kritischen Widerstandsbereichs von 1,165-1,167 treiben. Händler werden auch die Komponente der gezahlten Preise beobachten, die direkt in die Inflationserwartungen einfließt und den Tenor der Entscheidung der Federal Reserve in der nächsten Woche beeinflussen könnte.
Neben der heutigen Veröffentlichung stehen Inflationsdaten aus der Eurozone, der US-PMI für den Dienstleistungssektor, die ADP-Arbeitsmarktzahlen und der wichtige PCE-Bericht vom Freitag auf dem Programm. Jeder einzelne Datenpunkt könnte den erneuten Aufwärtstrend des Paares verstärken oder unterbrechen. Derzeit ist die Stimmung weiterhin gegen den Dollar gerichtet, so dass der Euro selbst bei unterdurchschnittlichen Daten aus der Eurozone anziehen kann.
Auf kurze Sicht liegt die Unterstützung bei 1,155, gefolgt von der strukturellen Untergrenze bei 1,15. Solange sich das Währungspaar oberhalb des Ausbruchs aus dem Abwärtskanal hält, bleibt EUR/USD auf dem Weg in eine für die Geldpolitik entscheidende Woche zinsbullisch ausgerichtet.
In früheren Berichten wiesen wir darauf hin, dass die wiederholten Fehlschläge von EUR/USD in der Nähe der oberen Kanalgrenze auf einen zunehmenden Ausbruchsdruck hindeuteten. Der Anstieg über 1,163 in dieser Woche bestätigt diese Dynamik, wobei die Dollarschwäche und die veränderten Erwartungen der Fed den Katalysator für die lang erwartete Aufwärtsausweitung darstellen.
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