EU und Kanada bauen digitalen Handel mit neuem Abkommen aus
Beim EU-Kanada-Gipfel geben die Europäische Union und Kanada eine Einigung über ein bilaterales Abkommen zum digitalen Handel bekannt. Das Abkommen ergänzt CETA, soll Rechtsklarheit für Unternehmen schaffen und den Ausbau des digitalen Geschäfts zwischen beiden Partnern vorantreiben.
Das Wichtigste
- EU und Kanada einigen sich nach nur fünf Verhandlungsrunden auf ein Digital Trade Agreement, das Lücken im digitalen Handel schließt und Rechtssicherheit schafft.
- Der Dienstleistungshandel der EU mit Kanada steigt unter CETA bis 2025 um fast 97 % auf circa 51 Milliarden Euro, und ähnliche Effekte werden für den digitalen Handel erwartet.
- Für die EU ist dies nach den Abkommen mit Singapur (Juli 2024) und Südkorea (März 2025) das dritte bilaterale Digitalabkommen mit ausschließlich digitalen Handelsregeln.
Abkommen ergänzt CETA nach kurzer Verhandlungsphase
Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mitteilt, haben die EU und Kanada die Einigung auf ein Digital Trade Agreement bekanntgegeben, das bestehende Lücken im digitalen Handel zwischen beiden Seiten schließen soll. Die offiziellen Verhandlungen beginnen am 6. März dieses Jahres und werden nach fünf Verhandlungsrunden abgeschlossen.Nach Angaben aus dem Umfeld des Gipfels versteht sich das Abkommen als zukunftsorientierter Rahmen für den digitalen Handel. Es soll Rechtssicherheit für Unternehmen gewährleisten, den Verbraucherschutz stärken und ein faires, offenes, sicheres und vertrauenswürdiges Online-Umfeld fördern.
Staatssekretär Thomas Steffen bezeichnet die Einigung als weiteren wichtigen Baustein im europäisch-kanadischen Verhältnis. Aus seiner Sicht baut das Abkommen die strategische Kooperation mit Kanada aus, stärkt die EU als zentralen Akteur im globalen digitalen Handel und unterstützt die Diversifizierung des Handels mit gleichgesinnten Partnern.
Wachsende Bedeutung für Dienstleistungs- und Digitalgeschäft
Das neue Abkommen baut auf den bestehenden Wirtschaftsbeziehungen unter CETA auf. Der klassische Dienstleistungshandel der EU mit Kanada steigt unter dem Handelsabkommen laut den vorliegenden Angaben um fast 97 % auf rund 51 Milliarden Euro, Stand 2025, und dieser Ausbau soll nun auch auf den digitalen Handel übertragen werden.Für die EU ist es bereits das dritte bilaterale Abkommen, das ausschließlich Regeln für den digitalen Handel vorsieht. Ein erstes Abkommen dieser Art schließt sie im Juli 2024 mit Singapur, ein zweites im März 2025 mit Südkorea.
Unsere frühere Berichterstattung zu Berlins Pflicht für strukturierte E-Rechnungen in der öffentlichen Verwaltung zeigte, wie das Land digitale Prozesse durch klare Formatvorgaben und automatisierbare Verarbeitung standardisiert. Dabei wurde betont, dass nachträglich digitalisierte Papierrechnungen ausdrücklich nicht als E‑Rechnung gelten und dass die Regelung Auftraggeber wie Rechnungsstellende zu einheitlichen, effizienteren Abläufen verpflichtet.
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