Produktivität und fiskalische Reformen im Vereinigten Königreich gelten als Schlüssel für nachhaltiges langfristiges Wachstum
Nach einer Reihe schwerer wirtschaftlicher Schocks steht das Vereinigte Königreich vor einem verlangsamten kurzfristigen Wachstum und erneutem Preisdruck, während die Politik eine umfassendere Reformagenda verfolgt. Eine neue OECD-Bewertung stellt fest, dass höhere Produktivität, strengere Haushaltsdisziplin und geringere regionale Unterschiede entscheidend sind, um den Lebensstandard zu heben und das Wachstum widerstandsfähiger zu machen.
Höhepunkte
- Die OECD prognostiziert, dass das britische BIP-Wachstum von 1,4 % im Jahr 2025 auf 0,9 % im Jahr 2026 sinkt, wobei die Inflation zunächst auf 3,7 % steigt und dann bis 2027 auf 2,4 % zurückgeht.
- Die OECD fordert das Vereinigte Königreich auf, Ausgaben stärker auf produktivitätssteigernde Investitionen umzuschichten, die Steuereffizienz zu verbessern und Rentenreformen umzusetzen, um den steigenden langfristigen Haushaltsdruck zu bewältigen.
- Die OECD sieht das Schließen regionaler Produktivitätslücken und das Vorantreiben der Energiewende – mit Fokus auf Netzresilienz und Kostensenkungen – als Schlüssel für ein breit abgestütztes, nachhaltiges Wachstum im Vereinigten Königreich.
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OECD-Ausblick signalisiert verlangsamtes Wachstum
Wie von der OECD berichtet, prognostiziert ihr aktueller Wirtschaftsbericht für das Vereinigte Königreich ein Wirtschaftswachstum von 0,9 % im Jahr 2026 nach 1,4 % im Jahr 2025, bevor es 2027 leicht auf 1,1 % ansteigt. Die Inflation soll in diesem Jahr auf 3,7 % steigen (nach 3,4 % im Jahr 2025) und dann 2027 auf 2,4 % zurückgehen.Die Organisation erklärt, dass hohe und volatile Energiepreise, steigende fiskalische Belastungen, schwaches Produktivitätswachstum und große regionale Unterschiede weiterhin die Wirtschaftsleistung und den Lebensstandard belasten. Asa Johansson, OECD-Direktorin für Wirtschaftspolitik und Forschung, sagt, die Herausforderung für das Vereinigte Königreich bestehe darin, Produktivität und Lebensstandard zu steigern und gleichzeitig solide Staatsfinanzen zu bewahren.
Der Bericht betont, dass Haushaltsdisziplin weiterhin grundlegend ist und auf den jüngsten Verbesserungen des fiskalischen Rahmens aufbauen sollte. Eine Umschichtung der Ausgaben hin zu produktivitätssteigernden öffentlichen Investitionen, eine effizientere Steuergestaltung und der Abbau ineffizienter Steuervergünstigungen würden helfen, fiskalische Puffer wieder aufzubauen und das langfristige Wachstum zu unterstützen.
Steigende langfristige Ausgabenbelastungen deuten laut OECD zudem auf Reformbedarf bei den Renten hin. Empfohlen wird, die Indexierung der staatlichen Rente mittelfristig zu überprüfen, Arbeitsanreize zu stärken und die private Altersvorsorge auszuweiten – insbesondere für Gruppen mit geringen Rücklagen wie Selbstständige.
Regionale und Energie-Reformen im Fokus
Die Verringerung regionaler Produktivitätsunterschiede wird als zentraler Weg gesehen, um die nationale Wirtschaftsleistung zu steigern und den Lebensstandard im ganzen Land zu verbessern. Laut OECD erfordert dies einen breit angelegten politischen Ansatz, einschließlich besserer Verkehrsanbindung, stärkerer Übergänge von der Schule in den Beruf und engerer Verbindungen zwischen Arbeitgebern und lokalen Arbeitsmärkten.Aufbauend auf den jüngsten Dezentralisierungsreformen heißt es im Bericht, dass lokale Verwaltungen mehr Personal, Fachwissen und Finanzierung benötigen, damit Behörden Politik effektiver planen, umsetzen und evaluieren können. Die Leistungssteigerung in rückständigen Regionen wird als zentraler Bestandteil eines breiter aufgestellten Wachstumsmodells dargestellt.
Die OECD betont außerdem, dass die nächste Phase der britischen Energiewende auf Energiesicherheit abzielen sollte, während Kosten für Haushalte und Unternehmen gesenkt und stabilisiert werden. Eine bessere Abstimmung der Preisimpulse für Strom und Gas, schnellere Investitionen in Stromnetze, mehr Systemflexibilität und eine stärkere Klimarobustheit des Netzes würden helfen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, Engpässe zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu unterstützen.
Unser früherer Artikel zur vorgeschlagenen Reform des britischen Haushaltsrahmens erläuterte, wie sich die Debatte von der bloßen Einhaltung der Schuldenregeln hin zur Messung der gesamten finanziellen Lage des Staates verschiebt – einschließlich öffentlicher Vermögenswerte und langfristiger Verbindlichkeiten. Es wurden Ideen vorgestellt wie die Aufnahme des Nettovermögens des Staates in fiskalische Kennzahlen, eine engere Verknüpfung des Haushalts mit den Gesamtstaatlichen Rechnungsabschlüssen und die Schaffung einer britischen Vermögenskarte zur Verbesserung der Verwaltung und Rechenschaftspflicht öffentlicher Investitionen.
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