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Das jüngste globale Zinsbeben hat weitreichende Folgen für die Finanzmärkte.
Gunther Schnabl, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig, beleuchtet die Auswirkungen der steigenden Zinsen auf Staatsfinanzen, den Markt für Anleihen sowie die Entwicklung von ETFs und Aktien. Laut Schnabl erhöhen die Zinssteigerungen den Druck auf hochverschuldete Staaten, da deren Finanzierungskosten deutlich anziehen. Gleichzeitig geraten Investitionen in Aktien und ETFs unter Druck, weil sichere Staatsanleihen nun erneut attraktiv erscheinen.
Schnabl betont, dass die veränderte Zinslandschaft für Anleger sowohl Risiken als auch neue Chancen birgt. Besonders stark betroffen seien Schwellenländer und Unternehmensanleihen, da Refinanzierungen teurer und riskanter würden. Für viele Marktteilnehmer ist eine Anpassung der Portfolios deshalb unerlässlich. Die aktuellen Entwicklungen am Anleihemarkt zeigen laut Schnabl, wie entscheidend die Zinspolitik für die Stabilität des globalen Finanzsystems ist.
Schnabl hat zuvor betont, dass die Aussicht auf Kevin Warsh als neuen Fed-Chef die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung steige. In einer weiteren Analyse beleuchtete er die Ursachen für sinkende Steuereinnahmen und nannte auch das Verhalten der Steuerzahler als relevanten Faktor. Die aktuellen Einschätzungen stehen damit in einer Reihe seiner jüngeren wirtschaftspolitischen Betrachtungen.