Hornbach darf sechs Hellweg-Baumärkte nach Freigabe durch das Bundeskartellamt übernehmen

Hornbach darf sechs Hellweg-Baumärkte nach Freigabe durch das Bundeskartellamt übernehmen
Hornbach übernimmt Hellweg-Märkte

Im laufenden Insolvenzverfahren der Hellweg-Gruppe kann Hornbach sechs Baumarktstandorte in Deutschland übernehmen. Die Wettbewerbsbehörde sieht in den betroffenen regionalen Märkten ausreichend Ausweichmöglichkeiten für Kundinnen und Kunden und genehmigt den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren.

Das Wichtigste

  • HORNBACH Baumarkt AG erhält vom Bundeskartellamt die Freigabe zur Übernahme von sechs insolventen HELLWEG- und BayWa-Standorten in Deutschland.
  • Das Bundeskartellamt sieht den Zusammenschluss als wettbewerblich unbedenklich, da in den betroffenen Regionen ausreichend Baumarkt-Alternativen bestehen.
  • HELLWEG betrieb zuletzt 113 Bau- und Gartenmärkte, befindet sich seit Juni 2026 im Insolvenzverfahren, während HORNBACH in Deutschland rund 100 Standorte hält.

Freigabe für sechs Standorte

Wie Bundeskartellamt unter Berufung auf die eigene Mitteilung berichtet, gibt die Behörde die geplante Übernahme von sechs Baumarktstandorten der insolventen HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co.KG sowie der BayWa Bau- und Gartenmärkte GmbH & Co.KG durch die HORNBACH Baumarkt AG frei. Betroffen sind die Standorte Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Ahrensfelde, Freiberg, Augustin und Berlin-Köpenick.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, bezeichnet den Zusammenschluss aus wettbewerblicher Sicht als unbedenklich. Rund um die sechs Standorte stünden den Kundinnen und Kunden jeweils genügend andere Baumärkte und Fachmärkte als Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung.

Insolvenzkontext und regionale Marktwirkung

HELLWEG betrieb zuletzt unter den Marken HELLWEG und BayWa Bau & Garten 113 Bau- und Gartenmärkte in Deutschland. Die Standorte liegen vor allem im Rhein-Ruhr-Gebiet, im Berliner Raum sowie in Süddeutschland; im Juni 2026 wird über HELLWEG ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet.

HORNBACH gehört zu den führenden Betreibern von Bau- und Gartenmärkten in Deutschland und verfügt im Inland über rund 100 Standorte, ergänzt um ein Filialnetz im europäischen Ausland. Nach Darstellung der Behörde werden die wettbewerblich relevanten Märkte in den einzelnen Regionen anhand des tatsächlichen Nachfrageverhaltens der Kundinnen und Kunden abgegrenzt, das sich unter anderem durch Kundenkartendaten und Kundenbefragungen ermitteln lässt. Dabei zeigt sich, dass Einzugsgebiete je nach Filialgröße, Bevölkerungsdichte und Verkehrsanbindung unterschiedlich ausfallen und sich nicht über starre Radien bestimmen lassen.

In unserem früheren Beitrag zur geplanten Kartellrechtsnovelle haben wir erläutert, wie das Bundeskartellamt künftig durch ein Vergabescreening öffentliche Ausschreibungen systematischer auf mögliche Absprachen prüfen soll. Zugleich stand die geplante Anhebung der Umsatzschwellen in der Fusionskontrolle in der Kritik, weil dadurch Zusammenschlüsse – insbesondere auf regionalen Märkten – seltener geprüft werden könnten.

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