Bundesnetzagentur verschiebt Start der Sicherheitsplattform Strom auf Winter 2026/2027

Bundesnetzagentur verschiebt Start der Sicherheitsplattform Strom auf Winter 2026/2027
Start Stromplattform verschoben

Die Bundesnetzagentur treibt den Aufbau einer Sicherheitsplattform Strom für mögliche Energiemangellagen und Blackouts weiter voran. Das digitale Instrument soll größere Stromverbraucher und Netzbetreiber bei Engpässen gezielt steuern, startet jedoch später als ursprünglich geplant.

Das Wichtigste

  • Die Bundesnetzagentur verschiebt den Start der Sicherheitsplattform Strom von Januar 2026 auf den Winter 2026/2027.
  • Die Plattform soll bei Strommangellagen gezielt Netzbetreiber und Verbraucher mit mehr als acht Gigawattstunden Jahresverbrauch steuern und abschalten.
  • Das Instrument schafft für die Energiebranche neue organisatorische Rahmen, um bei Versorgungskrisen Lasten gezielt zu verteilen und die Netzstabilität zu sichern.

Einführung und Steuerung bei Strommangellagen

Wie Bundestag unter Berufung auf die Bundesregierung berichtet, trifft die Bundesnetzagentur als „Bundeslastverteiler“ die abschließende Entscheidung darüber, welche Stromverbraucher von einer Lastreduktionsverfügung betroffen werden.

Die Behörde übernimmt diese Rolle im Fall einer Energiemangellage auf Grundlage des Energiesicherungsgesetzes. Die Bundesregierung setzt den „Bundeslastverteiler“ dazu per Verordnung ein.

Mit der Sicherheitsplattform Strom entsteht seit mehreren Jahren ein digitales Instrument, mit dem der Energieverbrauch in schweren Strommangellagen oder bei vollständigen Ausfällen gezielt gedrosselt oder abgeschaltet werden soll. Betroffen sind Stromnetzbetreiber sowie Stromverbraucher mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als acht Gigawattstunden.

Folgen für Versorgungssicherheit und Großverbraucher

Die Plattform ist für Eingriffe in außergewöhnlichen Versorgungskrisen ausgelegt und richtet sich damit vor allem an Akteure mit hohem Verbrauch oder zentraler Netzfunktion. Für die Energiebranche schafft das Instrument einen organisatorischen Rahmen, um Lasten im Krisenfall gezielt zu verteilen und die Stabilität des Stromsystems zu sichern.

Der Start des Systems verzögert sich jedoch. Ursprünglich sollte die Sicherheitsplattform bereits im Januar 2026 in Betrieb gehen, nun plant die Bundesnetzagentur die Einführung erst im Laufe des Winters 2026/2027.

In unserem früheren Artikel zur Sicherheitsplattform Strom haben wir erläutert, warum das digitale Instrument zur Steuerung des Stromverbrauchs in Mangellagen politisch stärker in den Fokus rückt. Dabei ging es um die Verschiebung des geplanten Starts auf den Winter 2026/2027 sowie um offene Fragen, nach welchen Szenarien das System entwickelt wird und wer im Ernstfall über Drosselungen oder Abschaltungen bei betroffenen Großverbrauchern entscheidet – einschließlich der Risiken durch Cyberangriffe oder IT-Störungen.

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