Dürr-Tochter BBS Automation streicht weltweit 500 Stellen, 200 Jobs in Deutschland betroffen
Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr baut seine Tochter BBS Automation angesichts schwacher Nachfrage und geringerer Bestellungen um. An vier deutschen Standorten fallen dabei etwa 200 Stellen weg, während der Konzern mit dem Sparprogramm seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und jährlich rund 30 Millionen Euro einsparen will.
Höhepunkte
- Dürr-Tochter BBS Automation baut weltweit rund 500 Stellen ab, davon etwa 200 in vier deutschen Werken, größtenteils in 2024 und 2025.
- Das Programm soll jährliche Einsparungen von rund 30 Millionen Euro bringen und die Umsatzprognose für BBS Automation ab 2030 von 800 auf über 600 Millionen Euro senken.
- Als Reaktion auf schwache Investitionen und stagnierende E-Mobilität verschiebt der Fokus von BBS Automation verstärkt auf Medizintechnik und prüft Rentabilität einzelner Standorte.
Stellenabbau an vier deutschen Werken
BILD berichtet, dass bei BBS Automation weltweit rund 500 Stellen wegfallen sollen und der Abbau in diesem sowie im kommenden Jahr erfolgt. In Deutschland sind die Werke in Garching bei München, Hallbergmoos, Sonthofen und Freiberg am Neckar betroffen, insgesamt sollen dort etwa 200 Jobs gestrichen werden.
Betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen nach Angaben des Konzerns möglichst vermeiden, ausgeschlossen sind sie jedoch nicht. Mit dem Programm will Dürr die 2023 übernommene Tochter wettbewerbsfähiger und ertragsstärker machen.
Als Ziel nennt der Konzern jährliche Einsparungen von rund 30 Millionen Euro. BBS Automation beschäftigt weltweit rund 2.300 Menschen und erzielt einen Teil seines Geschäfts mit Produktionsanlagen für die Autoindustrie, besonders im Bereich E-Mobilität.
Schwache Investitionen belasten den Maschinenbau
Als Grund für den Abbau nennt Dürr die schwache Konjunktur sowie zurückhaltende Investitionen von Zulieferern und Autoherstellern in neue Maschinen. Unternehmenssprecher Mathias Christen sagt, die Branche habe mit einem schnelleren Durchbruch der Elektromobilität gerechnet, weshalb das Geschäft nun anders aufgestellt werde.Der Konzern richtet den Fokus deshalb stärker auf neue Wachstumsmärkte wie die Medizintechnik, etwa Maschinen zur Produktion von Infusionssets. Zugleich reduziert Dürr die Wachstumsziele für BBS Automation, statt 800 Millionen Euro Umsatz werden ab 2030 nur noch mehr als 600 Millionen Euro angepeilt.
Nach Angaben des Unternehmens sind die deutschen Werke derzeit nicht ausreichend ausgelastet und nicht profitabel, weshalb die Standorte und ihre Kompetenzen für einzelne Geschäftsfelder überprüft werden. In den Werken in China und Malaysia sollen sogar noch mehr Stellen wegfallen, während der Druck im Maschinenbau insgesamt zunimmt.
In unserem früheren Beitrag zum wachsenden „China-Schock“ für die deutsche Industrie haben wir erläutert, wie Chinas Industriepolitik und Überkapazitäten den Wettbewerbsdruck auf Autohersteller und Zulieferer in Deutschland und der EU erhöhen. Wir haben zudem aufgezeigt, dass in Brüssel über Gegenmaßnahmen wie Ausgleichszölle und gezielte Förderungen diskutiert wird, um Industriearbeitsplätze und Wertschöpfung zu schützen.
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