Deutschland verlagert Alltagszahlungen 2025 stärker auf bargeldlose Verfahren
Die Zahlungsgewohnheiten in Deutschland verschieben sich 2025 weiter in Richtung digitaler Verfahren, wobei bargeldlose Mittel bei Alltagskäufen erstmals häufiger genutzt werden als Bargeld. Nach Angaben der jüngsten Studie der Deutschen Bundesbank werden 55 % aller erfassten Einkäufe unbar bezahlt, während Bargeld mit 45 % dennoch ein zentraler Bestandteil des Zahlungsverkehrs bleibt.
Höhepunkte
- Laut Bundesbank-Studie 2025 sinkt der Bargeldanteil an Zahlungen auf 45 %, während mobile Zahlverfahren ihren Anteil auf 10 % steigerten.
- Debitkarten machen mit 28 % den größten Anteil am Zahlungswert aus, verlieren jedoch 4 Prozentpunkte, während E-Payment-Verfahren ihren Anteil auf 6 % verdoppeln.
- Im digitalen Zahlungsmarkt dominieren Apple Pay, Visa, Mastercard und PayPal mit 86 % E-Payment-Marktanteil, während europäische Lösungen wie Wero und digitaler Euro Potenzial für Marktanteilsgewinne haben.
Bundesbank-Studie zeigt Verschiebung im Bezahlverhalten
Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 berichtet, setzt sich der Trend zu bargeldlosen Zahlungen fort. Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Bundesbank, erklärt zugleich, dass Bargeld trotz des Rückgangs weiterhin das am häufigsten genutzte einzelne Zahlungsmittel bleibt.Der Untersuchung zufolge entfallen 45 % aller Zahlungen auf Bargeld, 6 Prozentpunkte weniger als 2023. Debitkarten erreichen 26 % und sind damit das zweithäufigste Zahlungsmittel, wobei die girocard mit Abstand die am meisten genutzte Debitkarte ist.
Mobile Bezahlverfahren, etwa Zahlungen per Smartphone, kommen auf 10 % aller Zahlungen und legen damit um 4 Prozentpunkte gegenüber 2023 zu. E-Payment-Verfahren verdoppeln ihren Anteil im selben Zeitraum auf 6 %.
Beim Wert der Zahlungen liegen Debitkarten mit 28 % weiterhin vorn, auch wenn ihr Anteil um 4 Prozentpunkte sinkt. Bargeld und Überweisungen erreichen jeweils 23 % des Umsatzes, während sich das Angebot an Zahlungsformen mit digitalen Wallets, appbasierten und Online-Verfahren weiter verbreitert.
Akzeptanzlücken und Europas Abhängigkeit im Zahlungsmarkt
Die Studie zeigt zugleich, dass die Digitalisierung des Bezahlens nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erfasst. Ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, niedrigerem Einkommen oder geringerer digitaler Kompetenz nutzen Bargeld häufiger, und 80 % der Befragten halten es für wichtig, weiterhin bar zahlen zu können.Bargeld wird nach den Angaben der Befragten in 94 % der Fälle an physischen Verkaufsstellen akzeptiert, auch wenn es im lokalen öffentlichen Verkehr und an Selbstbedienungskassen seltener angenommen wird. Zugleich sind bargeldlose Zahlungen bei 86 % der erfassten Käufe möglich, 5 Prozentpunkte mehr als 2023, dennoch berichtet rund ein Viertel der Befragten, im vergangenen Monat mindestens einmal nicht wie gewünscht unbar bezahlt haben zu können.
Im Markt für digitale Zahlungen dominieren weiter außereuropäische Anbieter. Apple Pay ist laut Studie die am häufigsten genutzte mobile Bezahlmethode am Verkaufsort, in digitalen Wallets überwiegen Karten von Visa und Mastercard, und PayPal hält bei E-Payment-Verfahren einen Marktanteil von rund 86 %.
Europäische Angebote wie Wero und perspektivisch der digitale Euro könnten nach Einschätzung der Bundesbank künftig Marktanteile zurückgewinnen. Die Studie zeigt zudem, dass eine große Mehrheit der Befragten mehr europäische Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr für notwendig hält und Banken, Sparkassen sowie Zentralbanken beim Umgang mit Zahlungsdaten überwiegend Vertrauen entgegenbringt.
In unserem früheren Artikel zur Visa-Aktie haben wir die jüngste Kursentwicklung und die technischen Signale beleuchtet, die auf einen weiterhin robusten Trend, aber auch auf kurzfristig überkaufte Bedingungen hindeuten. Zudem ging es um die von Visa angekündigten Maßnahmen wie ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, die Dividende sowie neue Initiativen rund um KI-gestützten Handel und programmierbare Zahlungsformen. Damit ordnet der Beitrag die Position eines der weltweit dominierenden Kartenanbieter im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs ein.
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