Deutsche Zahlungsbilanz zeigt im August geringeren Leistungsbilanzüberschuss

Deutsche Zahlungsbilanz zeigt im August geringeren Leistungsbilanzüberschuss
Leistungsbilanz sinkt im August

Deutschlands Leistungsbilanz weist im August 2026 einen Überschuss von 10,3 Milliarden Euro aus und liegt damit deutlich unter dem Niveau des Vormonats. Ausschlaggebend sind vor allem ein niedrigerer Aktivsaldo im Warenhandel sowie der Wechsel der unsichtbaren Leistungstransaktionen in ein Defizit.

Das Wichtigste

  • Der deutsche Warenhandelsüberschuss sank im August um 7,5 Milliarden Euro auf 13,1 Milliarden Euro, vor allem durch stärkeren Rückgang der Einnahmen.
  • Das Defizit bei den Dienstleistungen erhöhte sich um 3,1 Milliarden Euro auf 11,5 Milliarden Euro, mit deutlichen Rückgängen bei unternehmensbezogenen Diensten und Lizenzgebühren.
  • Im August wendeten sich die deutschen Nettokapitalströme zu Netto-Kapitalexporten von 16,1 Milliarden Euro, nach Netto-Kapitalimporten von 6,4 Milliarden Euro im Juli.

Leistungsbilanz und Handelsströme im August

Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, sinkt der positive Saldo im Warenhandel im Berichtsmonat um 7,5 Milliarden Euro auf 13,1 Milliarden Euro. Die Einnahmen geben stärker nach als die Ausgaben, wobei nach Einschätzung der Notenbank Saison- und Kalendereffekte eine Rolle spielen könnten.

Bei den unsichtbaren Leistungstransaktionen dreht ein Überschuss von 1,2 Milliarden Euro im Vormonat in ein Defizit von 2,7 Milliarden Euro. Maßgeblich ist das um 3,1 Milliarden Euro auf 11,5 Milliarden Euro gestiegene Defizit bei den Dienstleistungen, nachdem sowohl Einnahmen als auch Ausgaben zurückgehen. Besonders ins Gewicht fallen geringere Transaktionen bei sonstigen unternehmensbezogenen Diensten und bei Gebühren für die Nutzung geistigen Eigentums.

Gleichzeitig steigen die Reiseverkehrsausgaben saisonüblich an, sodass die Ausgaben insgesamt weniger stark sinken als die Einnahmen. Die Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen verringern sich zudem um 0,6 Milliarden Euro auf 15,6 Milliarden Euro, vor allem wegen geringerer Einkünfte Gebietsansässiger aus Wertpapieranlagen im Ausland. Das Defizit bei den Sekundäreinkommen liegt mit 6,8 Milliarden Euro nahezu auf dem Stand des Vormonats.

Kapitalverkehr dreht wieder zu Netto-Kapitalexporten

Im August kommt es zu deutschen Netto-Kapitalexporten von 16,1 Milliarden Euro, nachdem im Juli noch Netto-Kapitalimporte von 6,4 Milliarden Euro verzeichnet worden sind. Bei den Direktinvestitionen ergeben sich Netto-Kapitalimporte von 3,0 Milliarden Euro, wobei ausländische Unternehmen ihren Niederlassungen in Deutschland per saldo 2,6 Milliarden Euro zuführen und hiesige Unternehmen ihre Direktinvestitionen im Ausland um 0,4 Milliarden Euro reduzieren.

Im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr entstehen Netto-Kapitalexporte von 19,0 Milliarden Euro nach Netto-Kapitalimporten von 34,4 Milliarden Euro im Juli. Inländische Investoren erwerben per saldo ausländische Wertpapiere für 47,5 Milliarden Euro, vor allem Anleihen und Investmentzertifikate. Ausländische Anleger nehmen zugleich inländische Wertpapiere für 28,5 Milliarden Euro in ihre Portfolios auf, mit Schwerpunkten bei Anleihen und Geldmarktpapieren.

Die Transaktionen mit Finanzderivaten führen per saldo zu Mittelabflüssen von 5,7 Milliarden Euro. Im übrigen Kapitalverkehr ergeben sich dagegen Netto-Kapitalimporte von 5,4 Milliarden Euro, während die Netto-Auslandsforderungen der Bundesbank bei den übrigen Kapitalanlagen um 31,3 Milliarden Euro steigen, insbesondere wegen höherer TARGET-Forderungen gegenüber der EZB. Die Währungsreserven der Bundesbank sinken im August zu Transaktionswerten gerechnet um 0,2 Milliarden Euro.

In unserem früheren Beitrag zu den Zahlungen Deutschlands an die EU und internationale Organisationen haben wir zusammengefasst, welche Bundesausgaben und -auszahlungen seit Gründung der Bundesrepublik in einer Regierungsübersicht gebündelt werden. Dabei wurde erläutert, dass die Darstellung auf verfügbaren Haushalts- und Verwaltungsdaten beruht und u. a. Beiträge an internationale Institutionen, Euro-Rettungsmechanismen sowie weitere bundesfinanzierte Felder umfasst – als Grundlage für die wirtschaftliche und haushaltspolitische Einordnung solcher Zahlungsströme.

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