Südkorea verschärft nach Bithumb-Vorfall die Krypto-Vorschriften

Südkorea verschärft nach Bithumb-Vorfall die Krypto-Vorschriften
Südkorea verschärft Krypto-Aufsicht nach Ausfall des Bithumb-Systems

Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde wird die Aufsicht über den Kryptowährungsmarkt verstärken und nach IT-bezogenen Vorfällen härtere Sanktionen gegen Finanzunternehmen verhängen. Die Entscheidung kommt nach einem Systemausfall bei der Krypto-Börse Bithumb letzte Woche.

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Der Finanzaufsichtsdienst (FSS) hat seinen jährlichen Plan für die Regulierungspolitik vorgestellt, der Untersuchungen zu risikoreichen Praktiken auf dem Kryptomarkt sowie Geldstrafen für Fehler in der IT-Infrastruktur des gesamten Finanzsektors vorsieht. Diese Maßnahmen zielen auf den Schutz der Marktintegrität und der Verbraucherrechte ab, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap.

Im Rahmen seiner Aufsicht über den Markt für digitale Vermögenswerte plant der FSS gezielte Inspektionen von Aktivitäten, die die Marktordnung stören. Dazu gehören Preismanipulationen durch große Händler, die als "Wale" bekannt sind, sowie die künstliche Aufblähung der Preise von Token, deren Einzahlungen und Abhebungen an bestimmten Börsen vorübergehend ausgesetzt wurden. Die Regulierungsbehörde wird laut dem Bericht auch schnelle Preistreibereien, Manipulationen durch API-basierte Aufträge und die Verbreitung falscher Informationen über soziale Medien genau untersuchen.

Eine neue Stufe der Krypto-Regulierung

Unabhängig davon kündigte der FSS die Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe an, die sich auf die Einführung des Digital Asset Basic Act vorbereiten soll, einer Schlüsselkomponente der zweiten Phase der Krypto-Regulierung in Südkorea. Die Gruppe wird an Offenlegungsstandards für Token-Emittenten und Börsen sowie an Lizenzierungsverfahren für Digital Asset Service Provider und Stablecoin-Emittenten arbeiten. Die endgültige Fassung des Gesetzes soll im ersten Quartal dieses Jahres veröffentlicht werden.

Der Schritt folgt auf einen jüngsten Vorfall bei Bithumb, der zweitgrößten Kryptowährungsbörse des Landes. Während einer Werbeveranstaltung am Freitagabend hat die Plattform irrtümlich 620.000 BTC an Hunderte von Nutzern überwiesen. Der Wert der irrtümlichen Überweisungen wurde auf rund 44 Milliarden Dollar geschätzt. Nach Angaben der Börse sind inzwischen 99,7 % der Bitcoin wieder zurückerhalten worden.

Status von Kryptowährungen in Südkorea

Die Regulierung von Kryptowährungen in Südkorea entwickelt sich seit 2021, nachdem ein spezielles Gesetz verabschiedet wurde, das von Kryptobörsen verlangt, sich bei der Financial Intelligence Unit (FIU) zu registrieren, die KYC/AML-Vorschriften einzuhalten, verifizierte Bankkonten mit echtem Namen zu verwenden und eine Cybersicherheitszertifizierung zu erhalten.

Im Jahr 2024 leitete das Land mit dem Virtual Asset User Protection Act (VAUPA) die erste Phase einer umfassenden Aufsicht ein. In den Jahren 2025 bis 2026 wollen die Behörden zur zweiten Phase übergehen und den Digital Asset Basic Act einführen, der Stablecoins regulieren, Krypto-Spot-ETFs zulassen, Krypto-Investitionen für Unternehmen öffnen, Regeln für Security Token Offerings (STOs) aufstellen und die Marktüberwachung zur Bekämpfung von Manipulationen stärken soll.

Zuvor hatte Südkorea angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich des Marktwettbewerbs auch eine Überprüfung der Regel "eine Börse - eine Bank" angekündigt.

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