Südkorea überprüft die „Eine Börse – eine Bank“-Regelung aufgrund wachsender Wettbewerbsbedenken

Südkorea überprüft die „Eine Börse – eine Bank“-Regelung aufgrund wachsender Wettbewerbsbedenken
FSC und Fair Trade Commission untersuchen exklusive Bankverbindungen für Krypto-Börsen

Südkoreas Finanzbehörden überprüfen die seit langem bestehende Praxis, die jede Kryptobörse effektiv an einen einzigen inländischen Bankpartner bindet.

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Die Herald Economy berichtet, dass die Überprüfung zwischen der Financial Services Commission (FSC) und der Fair Trade Commission koordiniert wird, da die Regulierungsbehörden beurteilen, ob der Rahmen den Wettbewerb beeinträchtigt, berichtet Cointelegraph.

Die Regelung "eine Börse - eine Bank" ist zwar nicht direkt im Gesetz verankert, wurde aber durch die Anforderungen an die Geldwäschebekämpfung (AML) und die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden zur Branchennorm. In der Praxis haben sich die Börsen auf exklusive Bankvereinbarungen verlassen, um Won-Einzahlungen und -Abhebungen anbieten zu können, wodurch der Zugang zu Fiat-Geldern zu einer wichtigen Hürde für die Marktteilnahme wurde. Die politischen Entscheidungsträger scheinen nun in Frage zu stellen, ob diese Struktur nicht ungewollt die etablierten Unternehmen begünstigt. Jede Verschiebung könnte die Art und Weise verändern, wie kleinere Plattformen konkurrieren - und wie Banken Kryptorisiken bewerten und verwalten.

Wettbewerbsbedenken wachsen mit zunehmender Marktkonzentration

Die Überprüfung folgt Berichten zufolge auf ein von der Regierung in Auftrag gegebenes Forschungsprojekt, das die Struktur des südkoreanischen Marktes für den Handel mit virtuellen Vermögenswerten und die Auswirkungen der bestehenden Regeln auf den Wettbewerb untersucht. Der Bericht, der von der Herald Economy zitiert wird, legt nahe, dass exklusive Börsen-Bank-Paarungen die Marktkonzentration verstärken können, indem sie den Bankzugang für neuere oder kleinere Börsen einschränken. Das Modell soll zwar das Risiko der Einhaltung der Vorschriften verringern, doch die Forscher argumentierten, dass die Anwendung derselben Standards auf Börsen mit sehr unterschiedlichen Volumina und Risikoprofilen unverhältnismäßig sein könnte.

Auf stark konzentrierten Märkten konzentrieren sich Liquidität und Transaktionseffizienz naturgemäß auf die größten Handelsplätze, und strenge Eintrittsbarrieren können diesen Vorteil mit der Zeit noch verstärken. So entsteht eine Rückkopplungsschleife: Marktbeherrschende Börsen ziehen mehr Nutzer an, weil sie bereits über eine bessere Liquidität verfügen. Die Regulierungsbehörden wägen nun ab, ob das derzeitige System ein notwendiger Schutz ist - oder ein Engpass, der den Wettbewerb von einer sinnvollen Expansion abhält.

Digital Asset Basic Act droht, Gesetzgeber debattieren über Stablecoin-Aufsicht

Die wettbewerbsrechtliche Prüfung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Südkorea die nächste Phase der Krypto-Regulierung im Rahmen des sogenannten Digital Asset Basic Act vorbereitet. Die Gesetzgeber haben die Vorlage des Gesetzes auf 2026 verschoben, nachdem sie keine Einigung darüber erzielen konnten, wie inländische Stablecoin-Emittenten beaufsichtigt werden sollen. Das von Präsident Lee Jae-myung unterstützte Gesetz würde an den Won gebundene Stablecoins zulassen und die Emittenten verpflichten, ihre Reserven bei zugelassenen Verwahrern wie Banken zu hinterlegen.

Die wichtigste ungelöste Frage ist, ob die Emittenten eine Vorabgenehmigung von einer speziellen Aufsichtsbehörde erhalten sollten und wie streng dieses Verfahren sein sollte. Die Regulierungsbehörden versuchen nun, ein Gleichgewicht zwischen strengeren Leitplanken und einer ausreichenden Offenheit des Systems für die Teilnahme von Fintech-Unternehmen außerhalb des traditionellen Bankensektors zu finden. Insgesamt deutet die Debatte darauf hin, dass sich Südkorea von der "Eindämmung des Kryptorisikos" zur "Strukturierung der Kryptomärkte" bewegt, wobei Wettbewerb und Stablecoins das nächste große politische Schlachtfeld werden.

Kürzlich haben wir darüber berichtet, dass die Regierung von Bermuda plant, eine "vollständig onchain-basierte" Volkswirtschaft aufzubauen, indem sie die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte nutzt, die durch eine Partnerschaft mit der Kryptowährungsbörse Coinbase und dem Stablecoin-Emittenten Circle bereitgestellt wird.

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