Südkorea verschärft die Vorschriften für die Verwahrung beschlagnahmter Kryptowährungen
Südkoreas Nationale Polizeibehörde (KNPA) hat nach einer Reihe von Vorfällen mit verlorenen Geldern neue Richtlinien für die Verwaltung beschlagnahmter Kryptoguthaben eingeführt. Der Rahmen legt standardisierte Verfahren für alle Phasen des Umgangs mit digitalen Vermögenswerten fest - von der Beschlagnahmung bis zur Lagerung und Buchführung.
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Zu den neuen Anforderungen gehören klare Protokolle für die Verwaltung von Wallets, privaten Schlüsseln und Software-Tools sowie spezielle Bestimmungen für den Umgang mit Privacy Tokens, die schwieriger in herkömmliche Verwahrungssysteme zu integrieren sind. Die Entwicklungen wurden von der lokalen Nachrichtenagentur Asiae berichtet.
Ein Schlüsselelement der Reform ist der Plan, in der ersten Hälfte des Jahres 2026 einen privaten Verwahrungsanbieter auszuwählen, der beschlagnahmte Krypto-Vermögenswerte verwaltet. Frühere Versuche, einen solchen Partner im Jahr 2025 zu finden, scheiterten, da die Bewerber als ungeeignet angesehen wurden.
Die Behörden sehen sich auch mit Budgetbeschränkungen konfrontiert. Die Polizei hat trotz der damit verbundenen Risiken nur 83 Millionen Won (rund 55.600 US-Dollar) für die Verwaltung beschlagnahmter Vermögenswerte bereitgestellt. In den letzten fünf Jahren haben die Strafverfolgungsbehörden Kryptowährungen im Wert von etwa 54,5 Milliarden Won (36,5 Millionen Dollar) beschlagnahmt, darunter Bitcoin und Ether.
Gründe für die Änderungen
Das strengere Vorgehen folgt auf mehrere aufsehenerregende Vorfälle. In einem Fall verloren die Behörden den Zugang zu beschlagnahmten BTC, nachdem sie sich auf einen Drittverwahrer verlassen hatten, der die privaten Schlüssel nicht kontrollierte. In einem anderen Fall entdeckten die Staatsanwälte, dass etwa 320 BTC verschwunden waren, obwohl die Gelder später unerwartet von einem Hacker zurückgegeben wurden. Die Gelder wurden anschließend verkauft und an den Staatshaushalt überwiesen.Es gab auch Phishing-Vorfälle, bei denen die von der Regierung kontrollierten Wallets dem Zugriff Unbefugter ausgesetzt waren.
Strengere Regulierung von Kryptowährungen
Die neuen Regeln sind Teil eines umfassenderen Vorstoßes Südkoreas zur Stärkung der Krypto-Regulierung. Das Land verfügt bereits über einen der strengsten Regulierungsrahmen, der u. a. folgende Punkte umfasst: obligatorische Lizenzierung von Kryptobörsen, strenge AML/KYC-Anforderungen, Aufsicht über die Verwahrung digitaler Vermögenswerte und BerichterstattungDie Regulierungsbehörden gehen nun zur nächsten Stufe über - der Standardisierung des Umgangs staatlicher Stellen mit Krypto-Vermögenswerten, einschließlich technischer Aspekte der Lagerung und Sicherheit. Darüber hinaus bereitet sich die südkoreanische Steuerbehörde darauf vor, künstliche Intelligenz zur Analyse von Krypto-Transaktionen einzusetzen, um eine Besteuerung der Gewinne aus digitalen Vermögenswerten einzuführen.
Experten sagen, dass die neuen Maßnahmen das Risiko von Verlusten verringern und die Effizienz von Ermittlungen verbessern könnten, aber sie verdeutlichen auch die Komplexität der sicheren Verwaltung von Krypto-Vermögenswerten selbst für staatliche Institutionen. Südkorea formt effektiv ein Modell, in dem Kryptowährung als voll integrierter finanzieller Vermögenswert innerhalb des Rechtssystems behandelt wird, der strengen Kontrollen und Sicherheitsstandards unterliegt.
Zuvor wurde berichtet, dass Crypto.com die Krypto-Zahlungen in Südkorea ausweitet.
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