Hacker nutzen gefälschtes Google Play, um Kryptowährungen zu schürfen und Geld zu stehlen
Eine neue bösartige Kampagne, die auf Android-Nutzer abzielt, wurde in Brasilien entdeckt. Die Angreifer tarnen Phishing-Seiten als den offiziellen Google Play Store und verbreiten Apps, die nach der Installation für verdecktes Kryptowährungs-Mining und Gelddiebstahl verwendet werden.
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Laut Cryptopolitan kombiniert der Angriff Social Engineering mit technisch ausgefeilten Methoden, so dass er selbst für erfahrene Nutzer schwer zu erkennen ist.
Wie der Angriff funktioniert
Wie SecureList feststellt, beginnt die Kampagne mit einer Phishing-Website, die die Google Play-Oberfläche genau nachahmt. Die Benutzer werden aufgefordert, eine App namens INSS Reembolso herunterzuladen, die angeblich mit dem brasilianischen Sozialversicherungssystem verbunden ist.
Nach der Installation entfaltet sich die Malware in mehreren Schritten: Zunächst werden verschlüsselte Komponenten heruntergeladen, dann wird die Hauptnutzlast direkt im Speicher des Geräts ausgeführt. Diese Vorgehensweise hinterlässt keine sichtbaren Dateien, so dass die Aktivität für den Benutzer verborgen bleibt.
Die Malware prüft auch, ob sie in einer emulierten Umgebung ausgeführt wird, und schaltet sich ab, wenn eine Analyse festgestellt wird. Sobald das Gerät als "sicher" eingestuft wird, lädt sie zusätzliche Module, darunter einen XMRig-basierten Miner, der für ARM-Geräte angepasst ist. Dieser verbindet das Smartphone mit der vom Angreifer kontrollierten Infrastruktur und schürft im Hintergrund Kryptowährungen.
Um unentdeckt zu bleiben, überwacht das Programm die Gerätebedingungen wie Akkustand, Temperatur und Benutzeraktivität und aktiviert das Mining nur unter geeigneten Bedingungen. Außerdem umgeht es die Android-Beschränkungen, indem es eine fast unhörbare Audiodatei abspielt, um die Aktivität der App zu simulieren.
Diebstahl und Fernzugriff
Die Fähigkeiten der Malware gehen über das Mining hinaus. In einigen Fällen installiert sie einen Banking-Trojaner, der auf Binance- und Trust-Wallet-Nutzer abzielt, insbesondere bei USDT-Transaktionen.
Die Malware legt gefälschte Schnittstellen über legitime Apps und ersetzt unbemerkt Wallet-Adressen. Infolgedessen werden Gelder umgeleitet, ohne dass der Nutzer dies bemerkt.
Darüber hinaus können infizierte Geräte verwendet werden, um Audiodaten aufzuzeichnen, Screenshots zu erstellen, SMS-Nachrichten zu versenden und Benutzeraktivitäten zu protokollieren. Die Steuerung erfolgt über Firebase Cloud Messaging - einen legitimen Google-Dienst - was die Entdeckung erschwert.
Einige Varianten setzen auch BTMOB ein, ein Fernzugriffstool, das über ein Malware-as-a-Service-Modell vertrieben wird. Es gibt Angreifern die volle Kontrolle über das Gerät, einschließlich des Zugriffs auf Kamera, GPS und Anmeldedaten.
Warum dies für den Markt wichtig ist
Der Fall in Brasilien zeigt, wie sich die Bedrohungen in der Kryptoindustrie entwickeln. Während frühere Risiken vor allem mit der Ausnutzung von Protokollen verbunden waren, zielen Angreifer jetzt zunehmend auf Benutzer durch Phishing, gefälschte Schnittstellen und Social Engineering ab.
Solche Methoden werden immer häufiger eingesetzt. MaaS-Tools wie BTMOB senken die Einstiegshürde und beschleunigen die Verbreitung von Angriffen. Daher ist selbst die Nutzung vertrauenswürdiger Plattformen keine Garantie für Sicherheit.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie nicht nur in die Sicherheit der Infrastruktur investieren müssen, sondern auch in den Schutz der Nutzerinteraktionen - von Warnungen bis zur Überwachung gefälschter Domains. Binance und Google verstärken diese Bemühungen bereits, aber die Angreifer passen sich weiterhin schnell an.
Für die Nutzer ist die Schlussfolgerung klar: Die Überprüfung von Quellen und die Vermeidung von Links Dritter ist von entscheidender Bedeutung. Da Phishing immer mehr zunimmt, wird Wachsamkeit zur wichtigsten Verteidigungslinie.
Gleichzeitig nehmen die Risiken über alle Ökosysteme hinweg zu. Google hat kürzlich iOS-Schwachstellen identifiziert , die auf Krypto-Wallet-Seed-Phrasen abzielen. Forscher der Google Threat Intelligence Group entdeckten ein Toolkit namens Coruna, mit dem iPhones mit iOS-Versionen von 13.0 bis 17.2.1 kompromittiert werden können. Dies bestätigt, dass die Angriffe immer plattformübergreifender werden und Nutzer unabhängig von dem von ihnen verwendeten System betreffen.
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