Kalshi und Polymarket stehen unter Beobachtung des US-Kongresses
US-Gesetzgeber erhöhen den Druck auf Prognosemärkte, die in den letzten Jahren zu einer beliebten Möglichkeit geworden sind, auf den Ausgang von Wahlen, Kriegen und politischen Entscheidungen zu wetten. Der Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreform des Repräsentantenhauses hat eine Untersuchung gegen Polymarket und Kalshi eingeleitet, da Bedenken bestehen, dass Nutzer mit Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen von Geschäften auf diesen Plattformen profitiert haben könnten.
Höhepunkte
- Der Kongress fordert von Polymarket und Kalshi Unterlagen zu KYC-Prozessen, Geoblocking und verdächtigen Geschäften an.
- Antworten müssen bis zum 5. Juni 2026 vorliegen.
- Die Untersuchung konzentriert sich auf Wetten vor Militäroperationen, politische Verträge und den Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen.
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Was der Kongress fordert
Ausschussvorsitzender James Comer schickte Briefe an Polymarket-CEO Shayne Coplan und Kalshi-CEO Tarek Mansour. Die Abgeordneten fordern Unterlagen, die erklären, wie die Plattformen die Identität von US- und ausländischen Nutzern verifizieren, geografische Beschränkungen durchsetzen und verdächtige Handelsaktivitäten erkennen.
Die Unternehmen müssen bis zum 5. Juni 2026 Informationen für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis heute bereitstellen. Die Anfrage umfasst KYC-Prozesse, Algorithmen zur Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten, interne Untersuchungen, Meldungen an das Justizministerium, die CFTC und andere Aufsichtsbehörden sowie Verträge im Zusammenhang mit Militäroperationen der USA und ihrer Verbündeten.
Der Ausschuss betonte zudem, dass interne Plattformdaten möglicherweise der einzige Weg sind, um festzustellen, wer hinter verdächtigen Geschäften steckt und ob die Unternehmen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen sind. In den Schreiben wird auch auf das Risiko hingewiesen, dass US-Vorschriften durch Offshore-Plattformen und internationalen Zugang umgangen werden könnten.
Warum Prognosemärkte unter Beobachtung stehen
Mehrere Vorfälle gaben den Anstoß zur Untersuchung. Der Ausschuss verwies auf eine Recherche der New York Times, laut der mehr als 80 Polymarket-Nutzer Wetten mit auffälligen Mustern platzierten, darunter kurz vor nicht angekündigten US- und israelischen Operationen gegen den Iran.
Im Schreiben an Kalshi wird auch der Gouverneurskandidat Kyle Langford erwähnt, der im Mai 2025 eine Wette über 200 US-Dollar auf seinen eigenen Wahlkampf platzierte, sowie drei weitere Politiker, die auf Kampagnen mit Bezug zu sich selbst wetteten. Der Ausschuss verwies zudem auf eine Bundesanklage gegen US-Army-Sergeant Gannon Ken Van Dyke, dem vorgeworfen wird, mit geheimen Informationen über die Operation Absolute Resolve Wetten auf Polymarket platziert und damit über 409.000 US-Dollar Gewinn erzielt zu haben.
Kalshi ist seit November 2020 als Designated Contract Market unter Aufsicht der CFTC tätig, doch der Ausschuss hob die internationale Expansion in mehr als 140 Länder im Oktober 2025 hervor. Aus Sicht der Abgeordneten wirft die globale Reichweite solcher Plattformen eine zentrale Frage auf: Unterliegen ausländische Nutzer denselben Identitätsprüfungen und Insiderhandelsbeschränkungen wie US-Nutzer?
Ein regulatorischer Test für eine schnell wachsende Branche
Die Untersuchung zeigt, dass Prognosemärkte zunehmend Teil einer umfassenderen finanziellen und politischen Aufsicht werden. Diese Plattformen bewegen sich an der Schnittstelle von Derivaten, Glücksspiel, Krypto-Infrastruktur und politischer Regulierung, was ihren rechtlichen Status besonders komplex macht.
Für die Branche besteht das Hauptrisiko nicht mehr nur in einzelnen verdächtigen Geschäften, sondern betrifft das Vertrauen in das Modell selbst. Sollte der Kongress zu dem Schluss kommen, dass die bestehenden Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, könnten als nächster Schritt Beschränkungen für Regierungsmitarbeiter, Politiker und Personen mit Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen folgen.
Wir berichteten außerdem, dass Polymarket bestätigt, dass Nutzer-Gelder sicher sind nach einem Exploit in Höhe von 600.000 US-Dollar.
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