USA klagen zwei Männer wegen 389-Mio.-Dollar-Geldwäsche-System AudiA6 an

USA klagen zwei Männer wegen 389-Mio.-Dollar-Geldwäsche-System AudiA6 an
DOJ nimmt mutmaßliche AudiA6-Betreiber ins Visier

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen zwei mutmaßliche Betreiber des Kryptowährungs-Geldwäsche-Dienstes AudiA6 erhoben, der seit 2021 mehr als 389 Millionen Dollar verarbeitet hat. Laut Staatsanwaltschaft half die Plattform dabei, die Herkunft von Geldern zu verschleiern, die mit Darknet-Märkten, Ransomware-Operationen und anderen Formen der Cyberkriminalität in Verbindung stehen.

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Laut einer Pressemitteilung des DOJ handelt es sich bei den Angeklagten um den 37-jährigen ukrainischen Staatsbürger Ruslan Tkachuk und den 25-jährigen russischen Staatsbürger Aleksandr Ledenev. Beide wurden in Batumi festgenommen und warten derzeit auf ihre Auslieferung an die Vereinigten Staaten.

Architekten des Systems

Die US-Behörden gehen davon aus, dass die beiden Männer zu den Betreibern von AudiA6 gehörten, einem Dienst, der Kunden Tools zur Verschleierung der Herkunft von Kryptowerten anbot. Die Ermittler werfen den Verdächtigen zudem vor, das Dark2Web-Forum verwaltet zu haben, in dem die Dienste der Plattform beworben wurden.

Laut Gerichtsunterlagen versprach AudiA6, die Quelle von digitalen Vermögenswerten zu verbergen, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden könnten. Der Dienst erhob Gebühren von bis zu 5 % pro Transaktion.

Beiden Angeklagten wird Verschwörung zur Geldwäsche und die Durchführung von Transaktionen mit kriminellen Erlösen vorgeworfen.

Mehr als 10.000 BTC flossen über AudiA6

Ermittler stellten fest, dass seit dem Start im Jahr 2021 etwa 10.333 BTC an Krypto-Wallets gesendet wurden, die mit dem Dienst in Verbindung stehen. Zu aktuellen Preisen entspricht dieser Betrag mehr als 389 Millionen Dollar.

Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden standen mindestens 393 BTC in direktem Zusammenhang mit Darknet-Aktivitäten, Malware-Betreibern und anderen illegalen Geldquellen.

Die übrigen Vermögenswerte könnten laut Ermittlern ebenfalls aus kriminellen Aktivitäten stammen. Diese Gelder wurden jedoch über zusätzliche Zwischenadressen und Dienste geleitet.

Das Justizministerium betonte, dass die Ermittlungen maßgeblich auf Blockchain-Analysen basierten, die es den Behörden ermöglichten, die Geldbewegungen nachzuverfolgen und Verbindungen zwischen Wallets herzustellen.

Im Rahmen der Operation führten Ermittler Durchsuchungen an drei Standorten durch. Sie beschlagnahmten digitale Geräte, sperrten mit dem Netzwerk verbundene Telegram-Konten und froren Kryptowerte ein.

Die Behörden erlangten zudem die Kontrolle über AudiA6- und Dark2Web-Server sowie Domains in mehreren Ländern.

Werden Scammer immer raffinierter?

Vor dem Hintergrund ähnlicher Ermittlungen warnen Experten zunehmend davor, dass Betrugssysteme immer komplexer werden. Während sich Kriminelle früher primär auf gefälschte Websites und einfache Social-Engineering-Taktiken verließen, nutzen sie heute aktiv KI, Deepfakes und betrügerische Handelsplattformen, um Börsen, Investmentfonds und Krypto-Startups zu imitieren.

Analysten zufolge haben Fortschritte in der künstlichen Intelligenz den Krypto-Betrug effektiv in eine Hightech-Industrie verwandelt. Moderne kriminelle Gruppen betreiben ganze Netzwerke miteinander verbundener Dienste, die darauf ausgelegt sind, Nutzergelder zu stehlen, was die Erkennung solcher Systeme erschwert und die Risiken für Anleger erhöht.

Zuvor wurde ein Mitarbeiter der TD Bank in einem US-Verfahren wegen Geldwäsche und Bestechung verurteilt.

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