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Als Coinbase im Jahr 2021 an die Börse ging, sahen viele darin einen kühnen, aber vorübergehenden Schritt, der von der Aufwärtsstimmung des Marktes angetrieben wurde. Vier Jahre später - nach einem Wechsel in der US-Führung, neuen Wachstumszyklen und einer schmerzhaften Anpassung von Kryptowährungen an das traditionelle Finanzwesen - macht Coinbase einen weiteren historischen Schritt: Es wird das erste krypto-basierte Unternehmen, das in den S&P 500 aufgenommen wird. Dieser Moment könnte einen Wendepunkt für den gesamten Markt für digitale Vermögenswerte markieren.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Coinbase wird am 19. Mai offiziell in den S&P 500 aufgenommen und löst damit Discover Financial Services ab. Nach der Ankündigung stiegen die COIN-Aktien auf 229 $, bevor sie bei 207 $ schlossen - ein starker Anstieg, der die Begeisterung der Anleger widerspiegelt.
Der S&P 500 ist mehr als nur ein Börsenindex. Er steht für Stabilität, Reife und institutionelle Validierung. Um sich zu qualifizieren, müssen Unternehmen sowohl im letzten Quartal als auch in den letzten vier Quartalen eine konstante Rentabilität aufweisen.
Coinbase hat diese Anforderungen erfüllt: Im ersten Quartal 2025 verzeichnete die Börse einen bereinigten Nettogewinn von 527 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar - trotz eines Rückgangs der Transaktionseinnahmen der Nutzer um 19 % und eines Rückgangs des Handelsvolumens um 10 %.
Der Erfolg von Coinbase ist nicht nur das Ergebnis von internen Bemühungen. Er spiegelt einen breiteren Wandel in der US-Krypto-Politik wider. Nach dem Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2024 änderte sich die Haltung Washingtons zu digitalen Vermögenswerten drastisch.
Der neu ernannte SEC-Vorsitzende Paul Atkins ersetzte den zuvor feindseligen Ton der Behörde durch einen kryptofreundlicheren Ansatz und gründete eine spezielle Kryptoeinheit. In der Zwischenzeit unterzeichnete der Präsident eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung einer nationalen Bitcoin-Reserve. Zusammengenommen haben diese Entwicklungen ein günstigeres Umfeld für Unternehmen wie Coinbase geschaffen.
Während Unternehmen wie PayPal, Visa und Block bereits in Kryptowährungen engagiert sind und zum S&P 500 gehören, bleiben sie Finanz- und Fintech-Giganten, bei denen digitale Vermögenswerte nur einen Bruchteil ihres Geschäfts ausmachen. Coinbase hingegen ist das erste native Kryptounternehmen - ein Unternehmen, das sich ganz auf digitale Vermögenswerte konzentriert.
Mit der Aufnahme von COIN in diesen Referenzindex werden die Aktien von Coinbase in die Portfolios von Tausenden von institutionellen und privaten Anlegern aufgenommen, die den S&P 500 verfolgen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Integration der Kryptowährung in die traditionellen Finanzkreise.
Nach Schätzungen von Bernstein könnte die Nachfrage von Indexfonds nach Coinbase-Aktien nach der Aufnahme des Unternehmens 9 Milliarden US-Dollar erreichen. Es wird erwartet, dass aktiv verwaltete Fonds, die den S&P 500 abbilden, weitere 7 Milliarden Dollar an Kapital beisteuern werden.
Matthew Sigel, Leiter des Bereichs Digital Asset Research bei VanEck, schätzt die gesamten institutionellen Käufe von Coinbase-Aktien auf 10 Milliarden Dollar.
Coinbase wird zum öffentlichen Gesicht der Kryptoindustrie. Seine Fähigkeit, auch bei extremer Marktvolatilität beständig zu agieren, unterstreicht seine Reife - und könnte den Weg für andere einheimische Kryptoanbieter ebnen. In Zukunft könnten auch DeFi-Protokolle und Web3-Infrastrukturanbieter ihren Weg in Benchmark-Indizes finden.
Das Interesse an Kryptowährungen wächst nicht nur bei Indexfonds. Im Jahr 2025 sind die größten Käufer von BTC Unternehmen - mit Strategy als klarem Spitzenreiter, der 157.000 BTC (im Wert von etwa 16 Milliarden Dollar) hält. Es folgen börsengehandelte Fonds und staatliche Einrichtungen, während Privatanleger in diesem Jahr Nettoverkäufe von 247.000 BTC verzeichneten.
Die aggressive Anhäufung durch Strategy verwandelt Bitcoin in einen deflationären Vermögenswert. Das Tempo, mit dem das Unternehmen BTC kauft, übersteigt die Rate der Neuemissionen, wodurch das verfügbare Angebot jährlich um 2,23 % sinkt. Dies ist ein weiteres Argument für die Einbeziehung digitaler Vermögenswerte in langfristige Anlagestrategien.
Die Aufnahme von Coinbase in den S&P 500 ist nicht der Beginn der Reise von Kryptowährungen auf dem Weg zu globaler Anerkennung - es ist die Bestätigung, dass diese Reise bereits in vollem Gange ist. Die Branche hat ihre Stärke längst unter Beweis gestellt: Bitcoin ist Teil der Treasury-Strategien von Unternehmen, Krypto-Dienstleistungen sind in Mainstream-Fintech eingebettet, und dezentrale Technologien sind zu Kernkomponenten der Internet-Infrastruktur geworden.
Heute sind Kryptowährungen nicht mehr nur eine Randerscheinung im globalen Finanzwesen - sie werden zu einem integralen Bestandteil davon. Nicht als Ausnahme, sondern als neuer Standard. Coinbase ist nicht einfach das "erste" Kryptounternehmen, das in den Index aufgenommen wurde - es ist ein ausgereiftes, öffentliches und transparentes Beispiel dafür, wie weit die Branche gekommen ist.In den kommenden Jahren werden wir wahrscheinlich erleben, dass Kryptounternehmen nicht nur in Marktindizes aufgenommen werden, sondern deren Richtung bestimmen. Und der S&P 500 ist erst der Anfang.