Südkoreas Krypto-Handelsvolumen sinkt innerhalb eines Jahres um fast 90 %
Das Handelsvolumen an Südkoreas größten Kryptowährungsbörsen ist im vergangenen Jahr um fast 90 % gesunken, während sich der KOSPI-Index mehr als verdoppelt hat. Analysten führen diesen Trend auf eine Verlagerung des Interesses der Privatanleger von digitalen Vermögenswerten hin zum Aktienmarkt zurück.
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Laut Cointelegraph sank das kombinierte durchschnittliche tägliche Handelsvolumen an den fünf größten Kryptobörsen des Landes von 2,82 Milliarden US-Dollar im Juli 2025 auf 305 Millionen US-Dollar im Juli 2026.
Die Analyse umfasst die Handelsaktivitäten auf Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax. Im Durchschnitt sank das Handelsvolumen auf den Plattformen um etwa 77 %, während der kombinierte Rückgang rund 89 % erreichte.
Laut ZDNet Korea haben die geringeren Handelsvolumina auch die Einnahmen der Börsen aus Transaktionsgebühren reduziert. Insbesondere Korbit war gezwungen, einen Teil seiner Kryptowährungsreserven zu verkaufen und veräußerte 15 BTC und 60 ETH für etwa 1 Million US-Dollar.
Südkorea bleibt einer der weltweit größten Märkte für Krypto-Privatanleger. Analysten glauben, dass die sinkende Handelsaktivität die Liquidität an den lokalen Börsen erheblich beeinträchtigen könnte.
Institutionelle Anleger ersetzen Privathändler
Ein Bericht von Tiger Research besagt, dass das nachlassende Interesse an Kryptowährungen nicht allein durch die Kursentwicklung der Vermögenswerte erklärt werden kann. Analysten wiesen auch auf eine Ermüdung der Anleger angesichts wiederkehrender Marktnarrative und einen Mangel an erfolgreichen Kryptoprojekten hin.
Unterdessen ist der KOSPI -Index in den letzten 12 Monaten um mehr als 114 % gestiegen, was den Anlegern zusätzliche Möglichkeiten bietet, Renditen in traditionellen Finanzmärkten zu erzielen.
Analysten glauben, dass Südkoreas Kryptowährungsmarkt einen strukturellen Wandel durchläuft, bei dem der Anteil der Privatanleger allmählich sinkt. Gleichzeitig zeigen institutionelle Teilnehmer ein wachsendes Interesse an Stablecoins, tokenisierten Vermögenswerten und Infrastrukturinvestitionen.
Die südkoreanischen Behörden entwickeln den Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte des Landes weiter.
Am 20. Juli stellte die Regierung einen Fahrplan für die Regulierung von Stablecoins vor, die an den südkoreanischen Won gekoppelt sind. Der Plan umfasst auch Devisenreformen, die Entwicklung tokenisierter Finanzinstrumente und vereinfachte grenzüberschreitende Abrechnungen unter Verwendung digitaler Vermögenswerte.
Zuvor hatte Südkorea ein Pilotprojekt zur Ausgabe tokenisierter Staatsanleihen unter Nutzung der Infrastruktur für digitale Zentralbankwährungen angekündigt. Die Initiative soll den Einsatz der Blockchain-Technologie am Markt für Staatsanleihen bewerten.
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