NFL fordert strengere Regulierung von Prognosemärkten
Die National Football League (NFL) hat den Vorsitzenden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Michael Selig, aufgefordert, die Aufsicht über Sportprognosemärkte zu verschärfen. Die Liga argumentiert, dass die vorgeschlagenen Regeln der Aufsichtsbehörde für Ereigniskontrakte nicht weit genug gehen, um die Integrität der Wettbewerbe und die Interessen der Nutzer zu schützen.
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Die Bedenken wurden laut The Block in einem Schreiben der NFL vom 27. Juli dargelegt. In dem Brief kommentierte die Liga die kürzlich veröffentlichten Regelentwürfe der CFTC und betonte, dass die Wahrung der Integrität ihrer Spiele ihre höchste Priorität bleibe.
„Die höchste Priorität der NFL ist die Wahrung der Integrität unserer Spiele. Wir glauben, dass diese Integrität auch entscheidend für die stabile und ordnungsgemäße Verwaltung von Ereigniskontrakten ist, die mit unseren Spielen verknüpft sind, sowie für den Schutz der Teilnehmer an diesen Märkten“, heißt es in dem Dokument.
Die NFL erkannte an, dass der CFTC-Vorschlag mehrere konstruktive Maßnahmen enthält, erklärte jedoch, dass einige Bestimmungen erheblich verschärft werden müssten.
Im Gegensatz zur National Hockey League und der Major League Baseball, die Partnerschaften mit Plattformen wie Kalshi und Polymarket eingegangen sind, hat die NFL eine härtere Haltung gegenüber Prognosemärkten eingenommen.
Bereits im März hatte die Liga Briefe an Kalshi und Polymarket geschickt und sie aufgefordert, das Angebot an Sportkontrakten auf ihren Plattformen zu reduzieren.
CFTC lockert ihren Ansatz
Die CFTC hat ihre Haltung zu Prognosemärkten vor Kurzem geändert. Die Aufsichtsbehörde zog einen Vorschlag aus dem Jahr 2024 zurück, der Kontrakte im Zusammenhang mit sportlichen und politischen Ereignissen verboten hätte.
Die Kommission verteidigt zudem vor Gericht ihre ausschließliche Bundesbefugnis zur Regulierung solcher Instrumente, trotz Einwänden einzelner Bundesstaaten. Gleichzeitig entwickelt die CFTC klarere Regeln, die Prognosemärkte faktisch als legitime Derivate anerkennen.
Dieser Ansatz wird von Michael Selig unterstützt, der 2025 von US-Präsident Donald Trump in die Kommission berufen wurde. Eine innovationsfreundlichere Politik hat dazu beigetragen, das schnelle Wachstum von Prognoseplattformen voranzutreiben.
Welche Einschränkungen schlägt die NFL vor?
Die Hauptsorge der Liga gilt Märkten, die relativ leicht von einer einzelnen Person manipuliert werden können. Dazu gehören Kontrakte, die von subjektiven Schiedsrichterentscheidungen, den Aktionen einzelner Spieler oder Ergebnissen abhängen, die Insidern vorab bekannt sein könnten.
„Die Kommission muss die Definition von Kontrakten verfeinern, die auf Ereignissen basieren, welche sich nicht sinnvoll von Aktivitäten unterscheiden lassen, die faktisch Glücksspiel darstellen“, so die NFL in ihrem Schreiben.
Die Liga kritisierte zudem die vorgeschlagene 10-tägige Vorabgenehmigungsfrist für Ereigniskontrakte. Aus ihrer Sicht ist dieser Zeitraum für eine gründliche Prüfung zu kurz. Der derzeitige Mechanismus könnte zudem Kontrakte, die bereits auf einer Plattform gelistet sind, faktisch schützen.
Die NFL äußerte auch Bedenken hinsichtlich Märkten, die an Auszeichnungen wie den „Offensive Player of the Year“ gekoppelt sind. Die CFTC strebt an, solche Kontrakte zuzulassen, da der Gewinner von einem Abstimmungsgremium gewählt wird. Die NFL ist jedoch der Ansicht, dass diese Ereignisse weiterhin Risiken für die Marktintegrität bergen.
Bekämpfung von Insiderhandel
Die NFL forderte zudem ein ausdrückliches Verbot der Nutzung wesentlicher nicht-öffentlicher Informationen beim Handel mit Ereigniskontrakten.
Die Liga schlug vor, verbindliche Listen von Personen zu erstellen, denen das Wetten auf Ereignisse im Zusammenhang mit bestimmten Sportorganisationen untersagt ist. Nach Ansicht der NFL sollte es nicht den Plattformen überlassen bleiben, selbst zu entscheiden, wer handeln darf und wer nicht.
Der Brief bekräftigte zudem mehrere frühere Vorschläge der Liga. Dazu gehören ein Verbot des Margin-Handels, Werbebeschränkungen, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Verbraucher und die Spielintegrität sowie ein Mindestalter für die Teilnahme von 21 Jahren.
Warum Prognosemärkte populär geworden sind
Prognosemärkte haben aufgrund ihres einfachen Modells an Popularität gewonnen: Nutzer können Geld auf den Ausgang von realen Ereignissen setzen, die von Wahlen und Sportereignissen bis hin zu Zentralbankentscheidungen und Produkteinführungen reichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Umfragen spiegeln diese Plattformen nicht nur Meinungen, sondern auch die finanzielle Überzeugung der Teilnehmer wider. Infolgedessen werden die Kontraktpreise oft als kollektive Schätzung der Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses angesehen.
Polymarket war einer der Haupttreiber dieses Wachstums. Die Plattform zog Nutzer durch ihr breites Themenspektrum, die benutzerfreundliche Oberfläche und die Möglichkeit an, Kontrakte rund um die Uhr mit Kryptowährungen zu handeln. Ihre Beliebtheit stieg besonders stark während politischer Großereignisse, als Nutzer begannen, die Preise auf Polymarket als Alternative zu Umfragen und Expertenprognosen zu verfolgen.
Prognosemärkte könnten zudem einer potenziellen Aufsicht durch die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC unterliegen.
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