SEC und Gemini stehen kurz vor dem Abschluss eines hochkarätigen Krypto-Kreditverfahrens
Die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und die Gemini Trust Company haben einem Bundesgericht in Manhattan mitgeteilt, dass sie eine "grundsätzliche Einigung" erzielt haben, um den Rechtsstreit der Aufsichtsbehörde über das umstrittene Earn-Programm von Gemini beizulegen. Die Vereinbarung, die in einer gemeinsamen Einreichung bekannt gegeben wurde, sieht die Aussetzung aller Gerichtsverfahren bis zum 15. Dezember vor, während die Parteien den Papierkram abschließen.
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Laut der Einreichung würde die Vereinbarung die Ansprüche der SEC vollständig auflösen, sobald sie die formelle Zustimmung der Kommission erhalten hat, berichtete Bloomberg.
Die SEC reichte ihre Klage gegen Gemini und seinen Partner Genesis Global Capital ursprünglich im Januar 2023 ein und behauptete, sie hätten durch ein nicht registriertes Wertpapierangebot Milliarden von Dollar eingenommen. Im Mittelpunkt des Falles stand Gemini Earn, ein Produkt, das es Kunden ermöglichte, Kryptowährungen an Genesis zu verleihen und dafür höhere Zinssätze zu erhalten, als sie von traditionellen Banken angeboten werden. Nach dem Zusammenbruch von Genesis Ende 2022 wurden Kundengelder in Höhe von mehr als 900 Millionen Dollar eingefroren, was zu Rechtsstreitigkeiten in Konkurs- und Vollstreckungsverfahren führte.
Weiterer Kontext der Durchsetzungsänderungen
Die Vereinbarung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt sowohl für Gemini als auch für den breiteren Kryptomarkt. Kürzlich hat Gemini im Rahmen eines Börsengangs 425 Millionen US-Dollar eingenommen, was einer Bewertung von rund 3,3 Milliarden US-Dollar entspricht. Der Börsengang erfolgte im Anschluss an mehrere regulatorische Entwicklungen, darunter die Zustimmung von Genesis zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 21 Millionen Dollar Anfang des Jahres und die Ankündigung der SEC, bei bestimmten Krypto-Fällen weniger streng vorzugehen.
Der Fall wurde auch zum Symbol für die Debatte darüber, ob renditeerzeugende Kryptoprodukte als Wertpapiere eingestuft werden sollten. Die SEC argumentierte, dass den Earn-Investoren der Zugang zu wichtigen Informationen vorenthalten wurde, während Gemini ein Fehlverhalten bestritt und das Programm als Standard-Kreditdienstleistung darstellte. Eine endgültige Lösung könnte einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie ähnliche Produkte in Zukunft strukturiert werden müssen, was sich möglicherweise auf die Registrierungsanforderungen und den Anlegerschutz auswirken könnte.
Politische und branchenspezifische Implikationen
Die Winklevoss-Brüder, milliardenschwere Mitbegründer von Gemini, haben sowohl in dem Rechtsstreit als auch bei der Gestaltung der Marktstrategie des Unternehmens eine wichtige Rolle gespielt. Sie sagten kürzlich voraus, dass Bitcoin einen Wert von 1 Million Dollar pro Münze erreichen könnte, und positionierten digitale Vermögenswerte als den nächsten Wertaufbewahrungsort, der mit Gold konkurriert. Gleichzeitig haben ihre Verbindungen zu politischen Persönlichkeiten, darunter US-Präsident Donald Trump, die Aufmerksamkeit auf die Überschneidung von Politik und Krypto-Lobbying gelenkt.
Obwohl der Vergleich noch von der SEC genehmigt werden muss, stellt er einen Wendepunkt dar. Für Gemini könnte die Beilegung des Earn-Streits dazu beitragen, dass sich das Unternehmen wieder auf das Wachstum im wettbewerbsintensiven US-Kryptomarkt konzentriert. Für die Regulierungsbehörden könnte dies ein Zeichen für eine pragmatischere Aufsicht in einer Branche sein, die noch immer nach klaren Regeln sucht.
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