Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Einhundertdreißig Tage sind zu kurz, um ein System zu ändern, aber genug, um seine Richtung zu bestimmen. Genau das ist während der Zeit von David Sacks im Weißen Haus passiert. Seine Amtszeit als Donald Trumps Chefberater für Kryptowährungen und künstliche Intelligenz ist nun zu Ende gegangen, aber er verlässt die Politik nicht ganz. Sacks wird den neuen Presidential Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) leiten, wo Kryptowährungen nur eines von vielen Themen sein werden.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
David Sacks ist ein Risikokapitalgeber und eines der einflussreichsten Mitglieder der sogenannten PayPal-Mafia. Zuvor war er als COO von PayPal tätig und gründete später Yammer, das für 1,2 Milliarden Dollar an Microsoft verkauft wurde. Heute ist er Partner bei Craft Ventures und активно investiert in Technologieunternehmen.
In der Politik trat Sacks als Verbündeter von Donald Trump auf und war einer der wenigen Vertreter des Silicon Valley, die seine Agenda offen unterstützten. Seine Ernennung zum Sonderberater für Kryptowährungen und künstliche Intelligenz Anfang 2025 war ein Versuch, Stimmen aus dem Tech-Sektor in die Politik einzubringen, statt sich nur auf die Regulierungsbehörden zu verlassen.
Sacks kam zu einem Zeitpunkt ins Weiße Haus, als die Kryptoindustrie Klarheit forderte. Seine Aufgabe war es, die Diskussion über digitale Vermögenswerte aus den Gerichtssälen in die Gesetzgebung zu bringen.
Während seiner Amtszeit fand dieser Übergang tatsächlich statt. Die Regierung erstellte ihr erstes umfassendes Dokument über den Kryptomarkt - einen 166-seitigen Bericht der Arbeitsgruppe. Das GENIUS-Gesetz wurde verabschiedet, das Regeln für Stablecoins festlegt. Das CLARITY-Gesetz, das die Marktstruktur definieren soll, ging von der Diskussion in den politischen Prozess über.
Der Wechsel von David Sacks zum Presidential Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) bedeutet eine Verschiebung der Größenordnung und der Prioritäten.
PCAST ist kein kleines Beratungsgremium. Er ist ein wichtiger Präsidentenrat, der Empfehlungen zu wichtigen technologischen Bereichen wie künstliche Intelligenz, Halbleiter, Cybersicherheit, Biotechnologie, Quantencomputer und digitale Infrastruktur ausarbeitet. Seine Aufgabe besteht nicht in der Förderung einer einzelnen Branche, sondern in der Gestaltung der gesamten Technologiepolitik des Landes.
Die Zusammensetzung des Rates spiegelt dies wider. Ihm gehören führende Vertreter der großen Technologieunternehmen und Investoren an, die die Branche prägen, wie Jensen Huang (Nvidia), Mark Zuckerberg (Meta), Lisa Su (AMD), Larry Ellison (Oracle), Marc Andreessen (a16z) und Michael Dell. Aus der Kryptoindustrie ist nur Fred Ehrsam als Mitbegründer von Coinbase und Partner bei Paradigm vertreten.
Dies ist ein wichtiges Signal. Kryptowährungen nehmen in diesem Rahmen keine privilegierte Stellung mehr ein. Sie sind in die breitere Technologieagenda integriert und müssen mit wesentlich größeren Sektoren um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Sacks hat bereits die Hauptpriorität des Rates umrissen, nämlich die Schaffung eines einheitlichen Bundesrahmens für die KI-Regulierung. Derzeit gibt es in den USA einen Flickenteppich von Vorschriften auf Ebene der Bundesstaaten, was für Technologieunternehmen ein großes Problem darstellt. Vor diesem Hintergrund scheint Krypto ein Thema mit geringerer Priorität zu sein.
Ein weiterer entscheidender Unterschied ist die Ebene des Einflusses. Als Krypto-Zar hatte Sacks ein klares Mandat und konnte die Arbeit der Regierung zu digitalen Vermögenswerten direkt koordinieren. Bei PCAST wird er zu einem von mehreren Co-Vorsitzenden, und seine Position ist nur ein Teil einer kollektiven Empfehlung.
Das bedeutet, dass Kryptowährungen einen eigenen Einflusskanal innerhalb des Weißen Hauses verlieren. Die zukünftige Entwicklung der Politik hängt nun noch mehr von einem breiteren System ab: Kongress, Regulierungsbehörden und Technologieberater, für die Kryptowährungen kein zentrales Thema sind.
Infolgedessen ändert sich die zugrunde liegende Logik. Waren die ersten 130 Tage eine Zeit der aktiven Regelsetzung, geht es in der nächsten Phase um die Anpassung und Umsetzung. Und diese Phase ist fast immer langsamer.