Goldpreis-Prognose: Venezuela-Schock treibt XAU über $4.400
Der Goldpreis ist wieder voll unter Kontrolle und wird in der Nähe von $ 4.420 pro Unze gehandelt, nachdem eine kräftige 2 %ige Erholung den Preis zu Beginn der Woche auf ein neues Rekordniveau getrieben hatte. Diese Entwicklung unterstreicht die Rolle von Gold als Standardabsicherung des Marktes, da geopolitische Risiken mit makroökonomischer Unsicherheit kollidieren.
Höhepunkte
- Der Goldpreis steigt um 2 % auf fast $ 4.420 pro Unze und markiert damit ein neues Rekordhoch.
- Die Preise bleiben fest über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was einen starken Aufwärtstrend bestätigt.
- Die geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit Venezuela verstärkt die Attraktivität des Goldes als sicherer Hafen.
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Der unmittelbare Auslöser war ein politischer Schock. Der von den USA angeführte Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro am Wochenende erschütterte die Risikostimmung und ließ das Kapital in sichere Anlagen strömen. Anstelle eines spekulativen Anstiegs hat Gold kontinuierlich Kapital absorbiert, da die Anleger ihr Risikoengagement in verschiedenen Anlageklassen neu bewerten. Die widersprüchlichen Aussagen Washingtons zu den nächsten Schritten in Venezuela haben die Unsicherheit aufrechterhalten, was aggressive Gewinnmitnahmen verhindert und die defensive Positionierung verstärkt hat.
Trendstärke bestätigt, da Käufer Pullbacks auffangen
Aus technischer Sicht ist die Struktur nach wie vor eindeutig zinsbullisch. Gold wird deutlich über seinem gleitenden 20-Tage-Durchschnitt bei 4.334 $, dem 50-Tage-Durchschnitt bei 4.200 $, dem 100-Tage-Durchschnitt bei 3.995 $ und dem 200-Tage-Durchschnitt bei 3.678 $ gehandelt. Der große Abstand zwischen dem Preis und den längerfristigen Durchschnittswerten spiegelt einen reifen Trend wider, der sich seit dem Spätsommer entwickelt hat.

Dynamik des Goldpreises (Quelle: TradingView)
Die steigende Trendlinie von den Tiefstständen im November ist nach wie vor intakt, und die jüngsten Rückschläge waren gering und von kurzer Dauer. Selbst der kurze Rückschlag vom Freitag oberhalb der 4.500 $-Marke löste keine Folgeverkäufe aus, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer weiterhin zögern, den übergeordneten Trend in Frage zu stellen.
Kurzfristige Charts zeigen ein diszipliniertes Kaufverhalten. Nach einem scharfen Ausbruch aus dem Bereich von 4.520 $ Ende letzter Woche fand Gold bei 4.300 $ eine starke Nachfrage. Der Preis erholte sich dann stetig in Richtung des aktuellen Niveaus, ohne Anzeichen von Panik oder Unordnung. Die Momentum-Indikatoren sind nach wie vor angespannt, der RSI hält sich über 70 und der MACD ist positiv, aber sie sind nicht umgekippt, was eher ein Zeichen für Stärke als für Erschöpfung auf den von Schlagzeilen geprägten Märkten ist.
Makro-Hintergrund verstärkt geopolitisches Angebot
Diese Entwicklung ist nicht isoliert zu sehen. Gold beendete das vergangene Jahr mit dem stärksten Jahresgewinn seit 1979, unterstützt durch stetige Zentralbankkäufe, erneute Zuflüsse in börsengehandelte Fonds und die Erwartung, dass die US-Geldpolitik bis 2026 weiter gelockert wird. Diese makroökonomische Grundlage hat die realen Renditen gedämpft und es geopolitischen Schocks ermöglicht, ein bereits starkes Angebot zu verstärken. Die Versuche von US-Beamten, die Märkte zu beruhigen, einschließlich der Betonung von wirtschaftlichem Druck statt direkter Regierungsführung in Venezuela, haben die Nachfrage nicht wesentlich gebremst. Die Händler scheinen die Situation als Teil einer breiteren Risikoveränderung und nicht als ein eintägiges Schlagzeilenereignis zu betrachten.
Solange sich der Goldpreis oberhalb der Unterstützungszone zwischen $ 4.300 und $ 4.330 hält, ist der Weg des geringsten Widerstands weiter nach oben gerichtet. Ein nachhaltiger Ausbruch über die 4.500 $-Marke würde den Bereich zwischen 4.650 und 4.700 $ freilegen, in dem sich längerfristige Trendausdehnungen zu häufen beginnen.
Was die Rallye in Frage stellen könnte
Bei den Abwärtstendenzen geht es weniger darum, ein Top auszurufen, sondern vielmehr darum, festzustellen, wo der Trend gefährdet wäre. Ein nachhaltiger Durchbruch unter die Marke von 4.300 $ wäre das erste Signal, dass das Momentum nachlässt. Ein Tagesschlusskurs unter 4.200 $ würde den Ton von einer zinsbullischen Fortsetzung zu einem korrigierenden Pullback ändern und Raum in Richtung 4.000 $ eröffnen. Eine solche Bewegung würde wahrscheinlich entweder eine drastische Deeskalation der geopolitischen Risiken oder eine große positive Überraschung bei den US-Wirtschaftsdaten voraussetzen, die die Renditen entscheidend nach oben treibt.
Im weiteren Verlauf dieser Woche werden Händler die US-Arbeitsmarktdaten beobachten, um Hinweise auf die Zinserwartungen zu erhalten. Ein schwächeres Ergebnis würde die Argumente für eine Lockerung verstärken und den Goldpreis stützen. Eine starke Überraschung könnte kurzfristige Gewinnmitnahmen auslösen, obwohl die jüngsten Rückschläge schnell aufgefangen wurden.
Zuvor hatten wir festgestellt, dass der Anstieg des Goldpreises auf eine Kombination aus struktureller makroökonomischer Unterstützung und steigenden geopolitischen Risiken zurückzuführen ist. Der jüngste Anstieg bestätigt diese Ansicht, da die Käufer weiterhin die Dips verteidigen und der breitere Aufwärtstrend weiterhin intakt ist.
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