Erdgaspreisprognose: Überangebot setzt die Nachfrage auf die Probe, die sich nahe ihrem Mehrwochentief befindet.
Die US-Erdgasfutures bewegten sich am Dienstag in der Nähe von Drei-Wochen-Tiefstständen und unterstrichen damit einen Markt, der nach einem der heftigsten Umschwünge der letzten Zeit um seine Stabilisierung kämpft. Die Preise wurden um 3,13 $ pro MMBtu gehandelt und lagen damit geringfügig niedriger, da Händler das anhaltende inländische Überangebot und die milden Wettervorhersagen gegen die zaghaften Anzeichen einer sich verbessernden weltweiten LNG-Nachfrage abwägten.
Höhepunkte
- Die Erdgas-Futures bewegen sich in der Nähe von $ 3,13, nachdem sie die wichtige Unterstützungszone von $ 3,2 bis $ 3 unterschritten haben, was die Abwärtsrisiken erhöht.
- Die warmen Wettervorhersagen für die USA und die zunehmende Aktivität im Haynesville-Schiefergestein verstärken die Bedenken hinsichtlich eines Überangebots in der Schultersaison.
- Die weltweite LNG-Nachfrage bietet teilweise Unterstützung, da erwartet wird, dass China seine Importe bis 2026 um bis zu 10 % erhöhen wird, was die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte stärkt.
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Der Rückschlag folgt auf eine dramatische Abschwächung des witterungsbedingten Anstiegs vom Januar auf über 7,50 $, so dass der Markt angesichts der nachlassenden Heizungsnachfrage im Winter und des nahenden Frühlings nach einem dauerhaften Boden sucht.
Technische Schäden halten den Druck auf die Preise aufrecht
Aus technischer Sicht ist die Struktur nach wie vor eindeutig rückläufig. Erdgas wird weiterhin deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt, wobei der 50-Tage-EMA bei 3,85 $ und die 200-Tage-Messungen über 3,7 $ liegen, was die Dominanz des Abwärtstrends unterstreicht. Die Momentum-Indikatoren sind nach wie vor stark negativ und spiegeln die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Einbruchs von den Januar-Höchstständen wider.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Die Preise sind unter die seit langem verteidigte Unterstützungszone von 3,2 bis 3 $ gefallen, eine Entwicklung, die zu einer Änderung der Marktpsychologie geführt hat. Dieser Bereich hatte sich über weite Strecken des vergangenen Jahres gehalten, und nach seinem Scheitern bleibt der Bereich zwischen 2,8 und 3 $ als nächster wichtiger Abwärtsreferenzwert übrig. Zwar sind die Preise jetzt nach verschiedenen Maßstäben stark überverkauft, doch die Geschichte zeigt, dass überverkaufte Bedingungen allein selten ausreichen, um ohne einen eindeutigen fundamentalen Katalysator nachhaltige Erholungen auszulösen.
Die derzeitige Konsolidierung bei 3,1 $ deutet darauf hin, dass die Händler eine Pause einlegen, um das Risiko neu zu bewerten, anstatt aggressiv neue Long-Positionen aufzubauen.
Wetter und Angebot überschatten die kurzfristige Nachfrage
Aus fundamentaler Sicht dominieren weiterhin die rückläufigen inländischen Faktoren. Überdurchschnittlich hohe Temperaturen in weiten Teilen der Vereinigten Staaten dämpfen die spätsaisonale Heizungsnachfrage, wodurch eine wichtige Stütze für die Winterpreise wegfällt. Gleichzeitig verstärken sich die Sorgen um das Angebot. Jüngste Daten, die auf eine verstärkte Bohrtätigkeit im Haynesville Shale hinweisen, haben die Befürchtung verstärkt, dass sich das Produktionswachstum beschleunigt, während der Verbrauch nachlässt.
Diese Dynamik hat die Besorgnis über die Auffüllung der Lagerbestände vor Beginn der Zwischensaison wieder aufleben lassen, was den Appetit auf eine aggressive Hausse-Positionierung einschränkt.
Dennoch bietet das globale Bild ein gewisses Gegengewicht. China, der weltweit größte LNG-Importeur, wird seine Importe 2026 voraussichtlich um 3 % bis 10 % steigern, nachdem sie 2025 um schätzungsweise 11 % zurückgegangen waren. Analysten gehen davon aus, dass der chinesische LNG-Bedarf 70,5 bis 75,5 Millionen Tonnen erreichen könnte, wobei allein die steigende Nutzung von LNG-LKWs rund 3,6 Millionen Tonnen ausmachen wird. Gleichzeitig werden im nächsten Jahr weltweit mindestens 35 Millionen Tonnen neue LNG-Kapazitäten in Betrieb genommen, eine Entwicklung, die die internationalen Preise drücken und die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte verbessern dürfte.
Unabhängig davon könnten die sich entwickelnden Finanzierungsstrukturen im Öl- und Gassektor, einschließlich einer kürzlich angekündigten Asset-Backed-Fazilität in Höhe von 1 Mrd. USD, die an Akquisitionsstrategien gebunden ist, die Konsolidierung beschleunigen und die Produktionsentscheidungen im Laufe der Zeit neu gestalten.
Ausblick bleibt unsicher
Kurzfristig bleibt Erdgas anfällig, da technische Schäden und Sorgen über ein Überangebot die Stimmung beherrschen. Während die steigende LNG-Nachfrage und die starken US-Exportkapazitäten dazu beitragen könnten, einen längerfristigen Boden zu bilden, hat der Markt noch keine Anzeichen für eine Verschärfung der Bedingungen gesehen.
Wie bereits erwähnt, begann der Abschwung beim Erdgas mit einer hohen Volatilität und einer starken spekulativen Positionierung. Der drastische Umschwung hat die Erwartungen zurückgesetzt, und eine dauerhafte Erholung wird wahrscheinlich eher von einer deutlichen Veränderung der Wettermuster oder einer spürbaren Verlangsamung des Angebotswachstums als von technischen Signalen allein abhängen
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