Die geplante EU-Absenkung von Zöllen auf zahlreiche US-Importe ist vorerst gestoppt, nachdem US-Präsident Donald Trump laut Artikel pauschale Strafzölle von zunächst 10, später 15 Prozent für Importe aus aller Welt angekündigt hat. Aus Sicht der EU seien damit die Bedingungen eines im Sommer 2025 von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgehandelten Handelsdeals verletzt worden, wodurch die Ratifizierung der Vereinbarung ausgesetzt wurde. Für Verbraucher bedeutet das vorerst: Viele US-Waren bleiben teurer, als es bei einem Zollabbau möglich gewesen wäre, berichtet BILD.
Höhepunkte
- Die EU setzt die Ratifizierung der geplanten Null- und Niedrigzölle auf US-Produkte wie Mandeln (3,8 Prozent), Zitronen (12,8 Prozent), Pkw (10 Prozent) und Chemieerzeugnisse (5,5 Prozent) aus.
- Ein unmittelbarer Preiseffekt für Verbraucher bleibt offen, da Unternehmen niedrigere Zölle nicht zwangsläufig weitergeben und der politische Entscheidungsprozess auf EU-Ebene noch andauert.
- Für EU-Unternehmen und Verbraucher herrscht weiterhin Unsicherheit, ob die Zollsenkungen wie geplant im Sommer 2025 in Kraft treten oder neu verhandelt werden.
Geplantes Zollpaket und betroffene Produktgruppen
Das Handelsabkommen sah vor, dass die EU ihre Zölle auf US-Produkte vollständig abschafft oder deutlich absenkt, wodurch Importe günstiger geworden wären. Nach Darstellung des Artikels hätten Verbraucher insbesondere bei Industrie- und Agrarprodukten auf sinkende Preise hoffen können. Von einer Absenkung auf null wären unter anderem Nüsse wie Mandeln (regulär 3,8 Prozent), Zitronen (regulär 12,8 Prozent), Pkw (regulär 10 Prozent) sowie chemische Erzeugnisse (regulär etwa 5,5 Prozent) betroffen gewesen. Die Erwartungen an ein Signal der Annäherung im transatlantischen Handel waren demnach hoch, nun überwiegt Ernüchterung.Preiseffekt für Verbraucher bleibt unsicher
Stefanie Eich von Germany Trade & Invest betont in dem Artikel, niedrigere Zölle bedeuteten nicht automatisch niedrigere Preise im Handel. Unternehmen seien nicht verpflichtet, Kostenvorteile an Verbraucher weiterzugeben, Importeure könnten Spielräume auch für höhere Margen nutzen. Zudem weist Eich darauf hin, dass der politische Entscheidungsprozess auf EU-Ebene zum Zeitpunkt der ausgesetzten Abstimmung am Dienstag noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Selbst bei einem positiven Votum hätten Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union dem Gesetz noch zustimmen müssen, was Zeit gekostet und Änderungen an den Zollregelungen nach sich ziehen könnte.Wie es im Handelsstreit weitergehen könnte
Noch ist laut Artikel offen, welchen Kurs die Gespräche zwischen EU und den USA nun einschlagen. Jürgen Matthes, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, skizziert zwei mögliche Pfade: eine schnelle Einigung, sodass das im Sommer 2025 vereinbarte Abkommen wie geplant in Kraft tritt, oder eine erneute Öffnung des Vertrags mit Teil-Neuverhandlungen. Ein vollständiges Scheitern des gesamten Handelsdeals hält Matthes demnach für unwahrscheinlich. Für EU-Unternehmen und Verbraucher bleibt damit zunächst eine Phase der Unsicherheit, bis klar ist, ob und wann Zollsenkungen tatsächlich umgesetzt werden.Wir berichteten zuvor über die diplomatischen Spitzentreffen von Bundeskanzler Friedrich Merz in Peking und Washington, bei denen der Zollkonflikt mit den USA und das erneut gestoppte EU‑US‑Zollabkommen eine zentrale Rolle spielten. Der Beitrag ordnete zudem die wirtschaftspolitischen Interessen ein, darunter die Stabilisierung der Beziehungen zu China sowie der Druck, in Washington Fortschritte bei Zöllen zu erreichen.
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