Kriegsängste lassen US-Aktien um 1 Billion Dollar einbrechen, Spannungen in Hormuz treiben Ölpreis in Richtung 100 Dollar

Kriegsängste lassen US-Aktien um 1 Billion Dollar einbrechen, Spannungen in Hormuz treiben Ölpreis in Richtung 100 Dollar
Die Eskalation um den Iran bedroht Märkte und Notenbankpolitik

Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanisch-israelische Operation gegen den Iran zu einem umfassenderen Krieg eskaliert, nimmt zu. Strategen prüfen den möglichen Eintritt weiterer Akteure in den Konflikt, während Donald Trump versucht, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen, um den Ölmarkt zu stabilisieren.

Höhepunkte

  • US-Aktien verlieren 1 Billion Dollar inmitten von Ölängsten
  • Angriffe auf die Ölinfrastruktur erhöhen das Risiko von 100 Dollar pro Barrel
  • Fed-Zinssenkungen durch erneuten Inflationsdruck gefährdet

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Das Gespenst eines größeren Krieges rückt näher

Am Dienstag eröffnete der US-Aktienmarkt deutlich schwächer und büßte fast 1 Billion Dollar an Marktwert ein. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,9 %, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite aus Angst vor Unterbrechungen der Ölversorgung um mehr als 1 % nachgaben. Israelische und US-amerikanische Flugzeuge flogen neue Angriffe auf den Iran, und die Vergeltungsmaßnahmen verstärkten die Besorgnis über einen länger andauernden Konflikt in einer für den globalen Energiemarkt kritischen Region.

Berichten zufolge waren mindestens ein Dutzend wichtiger Öllager- und Raffinerieanlagen Ziel der iranischen Angriffe, darunter die Raffinerie Ras Tanura (Saudi-Arabien), die Öllageranlage in Fudschaira und das Tanklager in Musaffah (VAE). Drohnenangriffe trafen auch die Gas- und Ölinfrastruktur von QatarEnergy, einschließlich des Verarbeitungskomplexes in Ras Laffan und der Anlagen in Mesaieed, was zu einem Stillstand der LNG-Produktion führte. Auch der Hafen von Duqm in Oman wurde in Mitleidenschaft gezogen.

China hat zur Deeskalation aufgerufen und drängt den Iran, die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz wiederherzustellen, obwohl Versuche, die Durchfahrt für chinesische Schiffe einseitig zu sichern, Berichten zufolge gescheitert sind. In der Zwischenzeit ordnete Trump an, dass die Internationale Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft der USA (DFC) eine "sehr günstige" Versicherung für Schiffe anbietet, die den Persischen Golf durchqueren, während die US-Marine damit begann, Konvois durch Hochrisikogewässer zu eskortieren.

Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bleibt jedoch unklar. Berichten zufolge haben die energieproduzierenden Länder ihre Produktion gestoppt, da sich die Lagerstätten füllen. Die Diskussionen über eine mögliche Bodenoperation werden immer intensiver, da Analysten der Meinung sind, dass Luftangriffe allein möglicherweise nicht ausreichen, um die strategischen Ziele zu erreichen. Es wird auch über eine mögliche Beteiligung Pakistans spekuliert, ein Szenario, das von China und Indien aktiv abgelehnt wird. Der Hafen von Chabahar, der außerhalb der Straße von Hormuz nahe der pakistanischen Grenze liegt, ist von strategischer Bedeutung für die Öllieferungen nach Indien und China. Jeder Versuch Pakistans, ihn in Besitz zu nehmen, könnte neue Spannungen zwischen den beiden Atommächten auslösen.

Zeit ist Geld

Für die Märkte ist nicht die Eskalation selbst entscheidend, sondern die Dauer der Lieferunterbrechungen. Wenn die Unterbrechungen in der Straße von Hormuz mehrere Wochen andauern, könnten sich die Ölpreise bei über 100 Dollar pro Barrel stabilisieren, was die Gewinnprognosen der Unternehmen in den USA und Europa erheblich schwächen würde.

In einem solchen Szenario würde der Energiesektor wahrscheinlich der Hauptprofiteur sein, während Fluggesellschaften, Industrieunternehmen und konsumorientierte Unternehmen mit steigenden Kosten konfrontiert wären. Der Druck auf den S&P 500 und den Nasdaq könnte sich verstärken, da höhere Anleiherenditen und erneute Inflationserwartungen zu einer erneuten Neubewertung von Wachstumswerten führen.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass steigende Energiepreise den erwarteten geldpolitischen Lockerungszyklus zum Scheitern bringen könnten. Wenn sich die Inflation aufgrund höherer Ölpreise beschleunigt, könnte die US-Notenbank gezwungen sein, ihre restriktive Haltung länger aufrechtzuerhalten als von den Märkten erwartet, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit einer "Stagflation-light"-Umgebung erhöht, d. h. eines verlangsamten Wachstums in Verbindung mit einer anhaltenden Inflation.

Das Kapital könnte dann von Technologieaktien in Rohstoffe, den US-Dollar und defensive Anlagen umgeschichtet werden, was die Volatilität an den globalen Märkten im Jahr 2026 verstärken würde.

Handelspolitik rückt in den Hintergrund

Inmitten der militärischen Eskalation sind die neuen globalen US-Zölle in den Hintergrund getreten. Laut CBS räumten US-Beamte jedoch ein, dass der von Trump nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs eingeführte befristete Einfuhrzuschlag von bis zu 15 % 150 Tage lang in Kraft bleiben kann und nicht einseitig ohne Zustimmung des Kongresses verlängert werden darf.

Rechtsexperten argumentieren, dass die globale Anwendung dieser Befugnis beispiellos ist und ursprünglich dazu gedacht war, Zahlungsbilanzprobleme zu lösen und nicht, wie von der Regierung formuliert, Standard-Handelsdefizite. Daher ist ein allgemeines Handelsdefizit allein möglicherweise kein ausreichender Grund für die Ausweitung der Zölle.

Wie wir geschrieben haben, greifen die USA und Israel den Iran an: Ölpreise steigen und Risiken einer Energiekrise nehmen zu

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