Das traditionsreiche Unternehmen Kahla hat nach Angaben von Geschäftsführer Daniel Jeschonowski beim Amtsgericht Gera Insolvenz angemeldet. Trotz des Verfahrens soll der Geschäftsbetrieb zunächst weiterlaufen, parallel will die Unternehmensführung einen strategischen Partner finden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Thomas Jacobs von Brinkmann & Partner in Erfurt bestellt.
Höhepunkte
- Porzellanmanufaktur Kahla hat Insolvenz beim Amtsgericht Gera angemeldet, der Betrieb läuft weiter und Thomas Jacobs wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
- Rund 120 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen, Kündigungen sind derzeit nicht geplant und die Produktion soll weiterhin in Deutschland stattfinden.
- Hauptgründe für die erneute Insolvenz sind gestiegene Energiekosten seit 2022, wirtschaftliche Unsicherheiten und Nachfrageschwäche, trotz einer Restrukturierung nach der ersten Insolvenz 2020.
Insolvenzantrag, Verwalter und Partnersuche
Kahla ist vor allem für designorientierte Tischkultur bekannt und wurde laut Unternehmensangaben mit mehr als 100 internationalen Designpreisen ausgezeichnet. Jeschonowski sagte gegenüber BILD, der Insolvenzantrag sei beim Amtsgericht Gera gestellt worden und der Betrieb laufe weiter. Mit der Bestellung von Thomas Jacobs als vorläufigem Insolvenzverwalter übernimmt nun ein externer Verfahrensakteur die erste Phase der Sanierungsorganisation. Das Management will nach eigenen Angaben die Kräfte auf die Suche nach einem strategischen Partner konzentrieren. Ziel sei es, die Porzellanmanufaktur zu stabilisieren und eine Fortführungslösung zu ermöglichen.Folgen für Beschäftigte und Standortproduktion
Rund 120 Mitarbeiter sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, Kündigungen seien derzeit jedoch nicht geplant. Kahla beabsichtigt nach Aussage des Geschäftsführers, weiterhin in Deutschland zu produzieren. Als zusätzlichen Rahmen nennt das Unternehmen die seit dem 1. Februar 2026 geltenden EU-Schutzzölle von 79 Prozent auf Porzellan- und Keramikwaren aus China. Jeschonowski sagte, diese Maßnahme komme für Kahla „leider zu spät“, er hoffe aber auf einen späteren positiven Effekt. Die Standort- und Produktionsentscheidung wird damit eng mit der Sanierungsstrategie und möglichen Investorenoptionen verknüpft.Kostendruck, Nachfrageflaute und zweite Krise
Bereits im März 2020 hatte Kahla schon einmal Insolvenz angemeldet, damals nach einem geplatzten Großauftrag. Jeschonowski, der zugleich den Schreibgeräte-Hersteller Senator führt, war nach eigenen Angaben später als Investor eingestiegen und hatte eine Restrukturierung sowie eine Neuausrichtung am Markt angestoßen. Für die erneute Schieflage nennt er mehrere Faktoren, darunter eine wirtschaftliche Verunsicherung und eine schwächere Kundennachfrage trotz aus seiner Sicht guter Auslastung. Besonders belastend seien die gestiegenen Energiekosten seit dem Ukraine-Krieg 2022, die sich durch jüngste Spannungen im Nahen Osten weiter verschärft hätten. Zugleich betont der Geschäftsführer, man wolle die Manufaktur retten und die Belegschaft stehe hinter dem Kurs.Wir berichteten zuvor über den Silberpreisanstieg auf rund 83,70 US-Dollar vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen im Nahen Osten und einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Häfen. In unserem Beitrag wurden zudem gemischte technische Signale thematisiert, darunter der Handel unter den kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitten sowie eine erwartete Handelsspanne von etwa 80 bis 87 US-Dollar.
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