Pieper schließt Sanierung ab, französische Investorengruppe übernimmt Parfümeriekette
Nach dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung im vergangenen November steht die Parfümeriekette Pieper vor einem Neustart unter neuer Eigentümerschaft. Mit dem Einstieg der französischen Unternehmerfamilie Konckier bleiben 115 von zuletzt 122 Filialen erhalten, während rund 30 Stellen wegfallen und etwa 740 Arbeitsplätze gesichert werden.
Höhepunkte
- Pieper hat die Sanierung erfolgreich abgeschlossen, nachdem die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt haben und der Verkauf an die Familie Konckier kurz bevorsteht.
- AIH Holding der französischen Familie Konckier, zu der auch die börsennotierte Groupe Bogart gehört, übernimmt die Parfümeriekette Pieper nach Stellenabbau und Filialschließungen.
- Von den ursprünglich 122 Filialen bleiben 115 erhalten, die bisherige Eigentümerfamilie zieht sich zurück und wirtschaftliche Details der Transaktion bleiben vertraulich.
Übernahme über Insolvenzplan besiegelt
Wie Pieper mitteilte, haben die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt und die Sanierung ist damit nach Unternehmensangaben erfolgreich abgeschlossen. Der Verkauf an die Familie Konckier soll nun in Kürze über den Insolvenzplan vollzogen werden.Die Kette hatte im vergangenen November Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, nachdem das 1931 in Bochum gegründete Unternehmen Ende 2025 vor dem Aus stand. Im Zuge der Restrukturierung wurden bereits Filialen geschlossen und Stellen gestrichen.
Neuer Eigentümer soll die Beteiligungsgesellschaft AIH Holding der Familie Konckier werden. Der Familie gehört auch die börsennotierte Groupe Bogart in Paris, ein Kosmetikkonzern mit eigenen Duftmarken und rund 450 Parfümerie- und Drogeriefilialen in Europa und im Nahen Osten.
Filialnetz bleibt weitgehend erhalten
Von den zu Jahresbeginn 122 Filialen sollen 115 fortbestehen, vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Pieper galt bislang als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette.Der Kaufpreis bleibt vertraulich. Mario Lehmann, Marketingleiter der Stadt-Parfümerie Pieper GmbH, sagte, über die wirtschaftlichen Details der Transaktion sei zwischen den beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart worden.
Mit dem Verkauf zieht sich die bisherige Eigentümerfamilie aus der Geschäftsführung zurück. Die Marke Pieper bleibt bestehen und soll nach Angaben des Unternehmens ein zentraler Bestandteil der künftigen Aufstellung sein, mit dem Ziel, unter neuem Management langfristig wieder nachhaltig positive Ergebnisse zu erwirtschaften.
In unserem früheren Artikel zur ANTA-Übernahme eines 29,06%-Anteils an PUMA SE haben wir beleuchtet, wie der Einstieg des neuen Großaktionärs die Aktionärsstruktur verschiebt und strategische sowie Governance-Fragen aufwirft. Zudem ging es um zusätzliche Belastungsfaktoren wie laufende Produkthaftungsklagen und den Verlust einer wichtigen Ausrüsterpartnerschaft, die kurzfristig für erhöhte Unsicherheit sorgen. Ergänzend ordneten wir die Lage mit Blick auf technische Signale und mögliche kurzfristige Kurskorridore ein.
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