Deutschland erhebt bei Energie und Konsumgütern Mehrwertsteuer auf Verbrauchsteuern
Die Kombination aus Verbrauchsteuern und anschließender Mehrwertsteuer führt in Deutschland bei Sprit, Strom und weiteren Alltagsprodukten zu einer doppelten steuerlichen Belastung, wie der Artikel anhand mehrerer Beispiele erläutert. Dabei wird die Mehrwertsteuer nicht nur auf den Produktpreis, sondern auch auf bereits enthaltene Abgaben berechnet, was für Verbraucher im Endpreis kaum erkennbar ist. Insgesamt nimmt der Staat laut Darstellung rund 66 Milliarden Euro jährlich über Verbrauchsteuern ein, zusätzlich kommen durch die Mehrwertsteuer auf diese Abgaben etwa zwölf Milliarden Euro pro Jahr hinzu.
Höhepunkte
- Deutschland erzielt jährlich rund 66 Milliarden Euro durch Verbrauchsteuern und zusätzlich etwa zwölf Milliarden Euro durch darauf erhobene Mehrwertsteuer.
- Beim Strom zahlen Haushalte im Schnitt 565 Euro pro Jahr an Steuern und Abgaben, davon entfallen rund 70 Euro auf die Mehrwertsteuer auf bestehende Abgaben; beim Strom summiert sich diese Doppelbelastung auf circa 2,5 Milliarden Euro jährlich.
- Das Bundesverfassungsgericht prüft aktuell die Mehrfachbesteuerung insbesondere bei Energie, nachdem eine Verfassungsbeschwerde (Az. 1 BvR 1683/25) zur Entscheidung angenommen wurde.
Der Effekt entsteht, wie BILD berichtet, weil der Staat zunächst eine spezielle Verbrauchsteuer erhebt, etwa auf Energie, Tabak oder Strom, und anschließend die Mehrwertsteuer auf den Gesamtpreis inklusive dieser Abgabe berechnet. Damit wird nicht nur der Waren- oder Energiepreis besteuert, sondern rechnerisch auch die zuvor erhobene Steuer selbst. Der Artikel beziffert die Größenordnung der Verbrauchsteuern auf rund 66 Milliarden Euro pro Jahr, hinzu kommen demnach etwa zwölf Milliarden Euro jährlich durch die zusätzliche Mehrwertsteuer. Genannt werden mehrere Alltagsbeispiele, bei denen der Steueranteil am Endpreis besonders hoch ausfällt. Für Verbraucher bleibt der Anteil oft unsichtbar, weil er erst im Endpreis an Kasse oder Zapfsäule steckt.
Wir hatten zuvor über die politischen Reaktionen auf steigende Spritpreise berichtet, darunter den Vorstoß aus Bayern für eine deutlich höhere Pendlerpauschale als steuerlichen Ausgleich für Berufspendler. Außerdem ging es um die von der Bundesregierung geplante Tankstellenregel („Abzock-Stopp“), nach der Preiserhöhungen nur noch einmal täglich möglich sein sollen, sowie um Zweifel an der tatsächlichen Preisbremsen-Wirkung und den möglichen Effekt auf die Preistransparenz.
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