Commerzbank lehnt Entlastungsprämie ab, Dax-Konzerne warten auf Rechtsrahmen
Die von der Bundesregierung geplante steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro stößt in großen Unternehmen bisher auf Zurückhaltung. Mit der Commerzbank sagt nun der erste Dax-Konzern eine Auszahlung ab und verweist auf zusätzliche finanzielle Belastungen in einer Phase hohen Kostendrucks.
Höhepunkte
- Commerzbank lehnt die Einführung der geplanten Entlastungsprämie ab und verweist auf zusätzliche finanzielle Belastungen für das Unternehmen.
- BASF, Adidas und Zalando wollen die Auszahlung einer Entlastungsprämie erst nach Klärung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch die Bundesregierung prüfen.
- Scout24 sieht freiwillige Unternehmensprämien als problematisch an und fordert gezieltere, direkte staatliche Entlastungsmaßnahmen statt pauschaler Einmalzahlungen.
Unternehmen reagieren zurückhaltend auf Regierungsplan
BILD zufolge lehnt die Commerzbank die Umsetzung der geplanten Prämie derzeit ab. Eine Sprecherin der zweitgrößten deutschen Privatbank erklärt, die Einführung einer Entlastungsprämie bringe aus Unternehmenssicht finanzielle Aufwendungen mit sich, die eine zusätzliche wirtschaftliche Herausforderung darstellen können.
Nach Angaben des Instituts steht die Wirtschaft branchenübergreifend weiter unter Kostendruck. Bemerkenswert ist dabei, dass der Bund nach dem Einstieg in der Finanzkrise 2008/2009 noch immer rund 12 Prozent an der Commerzbank hält, die knapp 40.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Auch andere große börsennotierte Unternehmen legen sich bislang nicht fest. BASF, Adidas und Zalando erklären demnach, sie wollten zunächst die konkreten gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bundesregierung abwarten und das Thema anschließend sorgfältig prüfen.
Folgen für Arbeitgeber und Beschäftigte
In der Automobilindustrie fällt die Reaktion ebenfalls vorsichtig aus. VW teilt mit, man habe den Vorschlag der Bundesregierung zur Kenntnis genommen, während BMW eine Prüfung ankündigt und zugleich auf laufende Tarifverhandlungen sowie weitgehend tariflich geregelte Entgeltstrukturen verweist.Kritischer äußert sich Scout24 zu dem Konzept. Der Dax-Neuling erklärt zwar, eine solche Entlastungsprämie in Erwägung zu ziehen, hält es aber für problematisch, wenn staatliche Entlastungsmaßnahmen über freiwillige Leistungen der Unternehmen organisiert werden. Aus Sicht des Konzerns sollten Hilfen gezielt und unmittelbar dort ansetzen, wo die Belastung entsteht, da pauschale Einmalzahlungen nur begrenzt wirkten und strukturelle Lösungen nicht ersetzen könnten.
In unserem früheren Beitrag über den wachsenden Widerstand gegen die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie haben wir gezeigt, dass besonders das Handwerk vor einer zusätzlichen finanziellen Belastung warnt. Damals forderte der ZDH, das Modell zurückzuziehen, und verwies auf milliardenschwere Gesamtkosten sowie die Sorge, dass viele Betriebe die Zahlung in der aktuellen Lage nicht stemmen können. Als Reaktion auf die Kritik stellte die Bundesregierung mehr zeitlichen Spielraum in Aussicht, indem die Auszahlung auch erst 2027 möglich sein soll.
Neueste BASF Nachrichten
- Forex
- Crypto