Handwerk warnt vor Kosten durch geplante 1.000-Euro-Prämie

Handwerk warnt vor Kosten durch geplante 1.000-Euro-Prämie
Handwerk kritisiert Prämie

Der Widerstand in der deutschen Wirtschaft gegen die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie für Beschäftigte nimmt zu und erfasst nun auch das Handwerk. Nach Angaben aus dem Sektor wächst die Sorge, dass Betriebe die Zusatzbelastung in einer Phase anhaltender finanzieller Anspannung nicht tragen können.

Höhepunkte

  • ZDH-Präsident Jörg Dittrich fordert die Bundesregierung auf, das 1.000-Euro-Prämienmodell zurückzuziehen, da Unternehmen die Kosten tragen sollen.
  • Für das Handwerk mit 5,6 Millionen Beschäftigten würde die Prämie eine Belastung von etwa 5,6 Milliarden Euro bedeuten, falls jeder Angestellte die volle Summe erhält.
  • Die Bundesregierung reagiert auf Kritik, indem sie Unternehmen erlaubt, die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie auch erst 2027 auszuzahlen.

Kritik aus dem Handwerk an Prämienmodell

Wie BILD berichtet, fordert ZDH-Präsident Jörg Dittrich die Bundesregierung auf, den Plan für die Prämie wieder zurückzunehmen. Er sagt, der Staat wälze die Verantwortung auf ohnehin stark belastete Betriebe ab und müsse die Idee durch einen anderen Vorschlag ersetzen, der Leistungsträger tatsächlich entlaste.

Hintergrund ist ein Regierungsplan, wonach Arbeitnehmer 2026 eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro erhalten können, um den Teuerungsschock beim Benzin abzufedern. Finanziert werden soll die Zahlung jedoch von den Unternehmen, was in weiten Teilen der Wirtschaft auf Ablehnung stößt.

Für das Handwerk mit 5,6 Millionen Arbeitsplätzen würde sich daraus rechnerisch eine Belastung von rund 5,6 Milliarden Euro ergeben, falls jeder Beschäftigte die volle Summe erhält. Dittrich warnt zudem, die Maßnahme könne den sozialen Zusammenhalt in Deutschland schwächen.

Unternehmen verweisen auf knappe finanzielle Spielräume

Auch aus anderen Branchen kommt Widerstand gegen das Vorhaben. Janine Kordes, Chefin eines Reinigungsmittel-Herstellers in Kiel, erklärt, sie würde die Prämie zwar gern zahlen, könne dies wegen fortbestehender finanzieller Folgen der Corona-Zeit aber nicht leisten.

Kordes kritisiert, die Politik verteile Geschenke, während die Finanzierung bei den Firmen liege. Viele Unternehmen erzielten derzeit keinen Gewinn, daher lasse sich Geld nicht auszahlen, das faktisch nicht vorhanden sei.

Die Bundesregierung reagiert auf die Kritik mit mehr zeitlichem Spielraum. Unternehmen sollen die steuerfreien 1.000 Euro demnach auch 2027 an ihre Beschäftigten auszahlen können, in der Hoffnung auf eine dann verbesserte wirtschaftliche Lage.

In unserem früheren Artikel zu steigenden Mehrwertsteuer-Einnahmen durch höhere Spritpreise haben wir erläutert, dass der Staat seit 2019 deutlich mehr Umsatzsteuer einnimmt und dadurch die Diskussion über Entlastungen an den Tankstellen an Fahrt gewinnt. Zudem ging es um Vorschläge wie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Energie sowie um die Frage, ob und wie Maßnahmen wie Tankrabatt und eine 1.000-Euro-Prämie tatsächlich bei den Bürgern ankommen.

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