Deutschland verzeichnet höheres Mehrwertsteueraufkommen durch Inflation und Spritpreise
Steigende Verbraucherpreise lassen die Einnahmen des Staates aus der Mehrwertsteuer deutlich wachsen, während die Debatte über die Belastung an den Tankstellen an Schärfe gewinnt. Eine vom BSW ausgewertete Entwicklung seit 2019 verweist auf einen Zuwachs von 67 Milliarden Euro bis 2025 und rückt die Rolle der Inflation für das Steueraufkommen in den Mittelpunkt.
Höhepunkte
- Das Mehrwertsteueraufkommen in Deutschland steigt von 243,2 Milliarden Euro 2019 auf 310,2 Milliarden Euro 2025, ein Zuwachs von 27,6 Prozent.
- Im März 2026 liegen die Preise rund ums Autofahren um 6,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor, während die Inflation 2,7 Prozent beträgt.
- Kanzler Friedrich Merz schließt eine Erhöhung der regulären Mehrwertsteuer zur Finanzierung breiter Entlastungen nicht grundsätzlich aus.
Auswertung rückt Steuermehreinnahmen in den Fokus
Wie BILD unter Berufung auf eine Auswertung des BSW berichtet, steigen die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer seit 2019 deutlich an. Die Partei wertet dafür Monatsberichte des Bundesfinanzministeriums zu den Steuereinnahmen aus, demnach wächst das Aufkommen von 243,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 310,2 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Plus von 27,6 Prozent.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht darin vor allem einen Effekt der höheren Preise und nicht einer stärkeren Wirtschaftsleistung. Sie argumentiert, seit 2019 gebe es faktisch kein Wirtschaftswachstum, während der Staat an gestiegenen Preisen im Handel und an den Zapfsäulen mitverdiene.
Tankstellenpreise verschärfen politische Debatte
Bei Benzin und Diesel fällt in Deutschland die Mehrwertsteuer auch auf enthaltene Bestandteile wie Energiesteuer und CO2-Preis an. Da diese Abgaben zusammen laut Text gut 60 Prozent des Spritpreises ausmachen, erhöhen steigende Kraftstoffpreise auch die absolute Mehrwertsteuer je Liter.
Im März 2026 liegen die Preise rund ums Autofahren demnach um 6,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor, bei einer allgemeinen Inflation von 2,7 Prozent. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche weist nach Angaben des Textes den Vorwurf zusätzlicher Staatseinnahmen zurück und verweist auf angepasstes Fahrverhalten der Bürger, während Wagenknecht einen Spritpreisdeckel von 1,50 Euro sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Energie auf 7 Prozent fordert.
Die Debatte erhält zusätzlich Gewicht, weil auf die meisten Waren weiterhin der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent erhoben wird, während nur ausgewählte Lebensmittel dem ermäßigten Satz unterliegen. Zugleich steht die Steuerpolitik insgesamt im Fokus, nachdem Kanzler Friedrich Merz eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung breiter Entlastungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen hat.
Wir berichteten zuvor über den Zeitplan für den geplanten Tankrabatt und die 1000-Euro-Prämie, die als kurzfristige Entlastungsmaßnahmen diskutiert wurden. Im Mittelpunkt standen eine befristete Senkung der Kraftstoffkosten um 17 Cent je Liter ab frühestens Anfang Mai sowie die Frage, ob administrative Hürden die Umsetzung verzögern und die Entlastung tatsächlich an den Zapfsäulen ankommt.
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