Das Überangebot an Erdgas belastet weiterhin die Preise

Das Überangebot an Erdgas belastet weiterhin die Preise
NATGAS

Am kurzfristigen Horizont bleibt der Erdgasmarkt schwach: Hohe Lagerbestände, eine große Frühjahrsinjektion und die typische Zwischensaison setzen die Preise weiterhin unter Druck. Der jüngste EIA-Bericht für die Woche bis zum 17. April zeigte einen Anstieg der Vorräte um 103 Bcf auf 2.063 Bcf, was sowohl über dem Vorjahresniveau als auch über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Das bedeutet, dass die Lagerhaltung kurzfristig der wichtigste Preistreiber bleibt.

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Der Markt befindet sich derzeit in einem Zustand eines lokalen Überangebots, aber nicht in einem strukturellen Zusammenbruch. Die Frühjahrsnachfrage ist saisonal schwach und begrenzt das Aufwärtspotenzial, doch die aktuellen Preisniveaus spiegeln bereits Erwartungen an die sommerliche Kühlungsnachfrage und stärkere Exportströme wider. Das kurzfristige Bild bleibt also bärisch, aber nicht auf Dauer.

Die mittelfristige Ausgangslage sieht stärker aus als die kurzfristige. In seiner jüngsten Prognose erwartet die EIA, dass die U.S.-Erdgasexporte weiterhin stark steigen werden, wobei die LNG-Exporte bis 2026 voraussichtlich durchschnittlich 17 Bcf/d erreichen und die gesamten Gasexporte bis 2027 um fast 30 % wachsen sollen, wenn neue LNG-Kapazitäten in Betrieb gehen. Mit anderen Worten: U.S.-Gas bleibt lokal schwach, ist aber zunehmend an einen globalen Markt gebunden, in dem regionale Preisunterschiede sich schnell verschieben können.

Auch Reuters weist darauf hin, dass LNG-Ströme bereits je nach Preisprämien zwischen Europa und Asien umgeleitet werden, was den Markt empfindlicher für etwaige Angebotsunterbrechungen macht. Das bedeutet, dass Europas sommerlicher Lageraufbau, asiatische Nachfragetrends und jegliches geopolitische Risiko entlang der LNG-Routen die derzeitige bärische Tendenz rasch in einen engeren Markt verwandeln könnten.

Derzeit bleibt der kurzfristige Ausblick für Erdgas negativ, und Kursanstiege könnten als Verkaufsgelegenheiten genutzt werden. In diesem Stadium gibt es keinen klaren fundamentalen Grund, eine nachhaltige Umkehr des Abwärtstrends auszurufen.

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