Union streitet über geplante Zuckerabgabe im Rahmen der Gesundheitsreform
In Berlin verschärft sich der Konflikt über neue Abgabenpläne der Bundesregierung, die neben Alkohol, Tabak und Kryptowährungen auch zuckerhaltige Getränke betreffen. Innerhalb von CDU und CSU wächst der Widerstand, weil die Maßnahme als Widerspruch zu früheren Zusagen gegen Steuererhöhungen und zu einem Parteitagsbeschluss vom Februar gesehen wird.
Höhepunkte
- Die geplante Zuckerabgabe im Rahmen der Gesundheitsreform von Nina Warken stößt innerhalb der Union auf scharfe Kritik und Widerstand.
- Unionsfraktionschef Jens Spahn grenzt die spezifische Abgabe auf gesüßte Getränke von einer allgemeinen Zuckersteuer ab und signalisiert mögliche Zustimmung bei gesundheitlichem Nutzen.
- Die SPD, vertreten durch Tim Klüssendorf, unterstützt die Zuckerabgabe klar und betrachtet sie als festen Bestandteil der geplanten Reform der gesetzlichen Krankenversicherung.
Widerstand gegen Reformbaustein
Wie BILD berichtet, stößt vor allem die geplante Zuckerabgabe in der Union auf scharfe Kritik, weil sie Teil der Gesundheitsreform von Ministerin Nina Warken ist und zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen soll.CDU-Chefhaushälter Christian Haase sagt, die Pläne würden in der Fraktion eine große Debatte auslösen und könnten nicht einfach beschlossen werden. Er verweist auf viele offene Fragen und auf die Beschlusslage des Parteitags im Februar, auf dem eine Zuckersteuer abgelehnt worden war.
Nach seiner Darstellung muss zunächst geklärt werden, wer die Zusage für die Abgabe innerhalb der Regierung gemacht hat. Auch andere Haushaltspolitiker aus der Union kündigen laut dem Bericht Widerstand an.
Abgrenzung zur Steuer und politischer Druck
Unionsfraktionschef Jens Spahn versucht, den Konflikt zu entschärfen, indem er eine Zuckerabgabe auf gesüßte Getränke von einer allgemeinen Zuckersteuer abgrenzt. Vor dem Hintergrund möglicher gesundheitlicher Vorteile für Kinder könne die Union damit nach seiner Einschätzung umgehen.Die Abgabe soll zweckgebunden verwendet werden, während klassische Steuern in den allgemeinen Haushalt fließen. Nach Darstellung der Befürworter soll der Anreiz sinken, stark gesüßte Getränke zu konsumieren oder mit hohem Zuckeranteil anzubieten.
Von der SPD kommt dagegen ein klares Signal für die Umsetzung. Generalsekretär Tim Klüssendorf bezeichnet die Zuckerabgabe als vereinbarten Teil des Pakets zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung und macht deutlich, dass die Maßnahme nun kommen soll.
In unserem früheren Artikel zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung haben wir beleuchtet, wie Union und SPD über ein milliardenschweres Sparpaket und mögliche zusätzliche Bundesmittel verhandeln, um steigende Zusatzbeiträge zu bremsen. Im Fokus standen dabei vor allem die Frage einer stärkeren Bundesbeteiligung an den Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger sowie weitere Einsparungen im Kassensystem, um Beitragssenkungen überhaupt möglich zu machen.
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