Porsche schließt drei Tochterfirmen, mehr als 500 Stellen betroffen
Mitten in einem umfassenden Sparkurs strafft Porsche seine Beteiligungsstruktur und beendet Aktivitäten in mehreren Randbereichen. Die Schließungen betreffen die Batterietochter Cellforce, die Porsche eBike Performance GmbH und das Softwareunternehmen Cetitec und unterstreichen die stärkere Ausrichtung auf das Kerngeschäft.
Höhepunkte
- Porsche schließt drei Tochterfirmen, darunter Cellforce und eBike Performance, wodurch mehr als 500 Arbeitsplätze in Deutschland und Kroatien wegfallen.
- Der Abbau betrifft besonders Porsche eBike Performance GmbH mit etwa 350 Stellen sowie die Software-Tochter Cetitec mit rund 90 Stellen an zwei Standorten.
- Die Maßnahmen sind Teil eines breit angelegten Kostensenkungsprogramms, das bereits den sozialverträglichen Abbau von 1.900 Stellen bis 2029 in Stuttgart vorsieht.
Sparprogramm und Schließungen im Überblick
Nach Angaben des Unternehmens haben Vorstand und Aufsichtsrat die Schließung der drei Tochterfirmen beschlossen. Porsche-Chef Michael Leiters sagt, der Autobauer müsse sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren, was auch schmerzhafte Einschnitte bei den Tochtergesellschaften erforderlich mache.Besonders stark trifft der Schritt Cellforce in Kirchentellinsfurt in Baden-Württemberg. Die Batterie-Produktion war dort bereits 2025 eingestellt worden, nachdem damals schon mehr als zwei Drittel der rund 280 Beschäftigten vom Stellenabbau betroffen waren. Nun entfällt nach Darstellung von Porsche wegen der neuen Strategie mit stärkerem Fokus auf Verbrenner eine tragfähige Perspektive, rund 50 weitere Arbeitsplätze gehen verloren.
Auch die Porsche eBike Performance GmbH wird abgewickelt. Das Unternehmen war für die Entwicklung von Antriebssystemen für E-Bikes aufgebaut worden, nun verweist Porsche auf grundlegend veränderte Marktbedingungen. An den Standorten Ottobrunn in Bayern und Zagreb in Kroatien sind rund 350 Mitarbeiter betroffen. Hinzu kommt das Aus für die Software-Tochter Cetitec in Pforzheim, wo rund 60 Stellen in Deutschland und weitere 30 in Kroatien wegfallen sollen.
Folgen für Standorte und den Autobauer
Die Einschnitte fügen sich in ein breiteres Kostenprogramm des Sportwagenbauers ein. Bereits im März hatte Porsche angekündigt, bis 2029 in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen sozialverträglich abzubauen; zudem laufen Verträge von etwa 2.000 befristet Beschäftigten aus.Die aktuellen Maßnahmen zeigen, dass Porsche seine Investitionen stärker auf margenstarke Kernaktivitäten ausrichtet und Randgeschäfte mit unsicherer Perspektive zurückfährt. Gespräche mit dem Betriebsrat bei Cetitec stehen noch bevor, während zugleich seit Monaten über ein weiteres Sparpaket verhandelt wird.
In unserem früheren Beitrag zum verschärften Sparkurs der Commerzbank haben wir erläutert, dass das Institut bis 2030 konzernweit rund 3.000 zusätzliche Vollzeitstellen abbauen will, während in Wachstums- und Zukunftsbereichen zugleich neue Jobs entstehen sollen. Zudem wurde über höhere Gewinnziele und starke Quartalszahlen berichtet, die die Bank als Beleg für die Tragfähigkeit der aktualisierten Strategie anführt. Der Kurs ist auch vor dem Hintergrund des Übernahmedrucks und der Debatte um die Eigenständigkeit der Commerzbank zu sehen.
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