Porsche plant Cayenne-Verlagerung nach Leipzig und verknüpft sie mit Lohneinschnitten
Der Sportwagenhersteller prüft einen tiefgreifenden Umbau seiner Fertigung, während Auslastung und Absatz unter Druck stehen. Im Zentrum steht die mögliche Rückverlagerung der Cayenne-Produktion aus der Slowakei nach Leipzig, die nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen an Zugeständnisse der Belegschaft geknüpft ist.
Höhepunkte
- Porsche plant, die Cayenne-Produktion von der Slowakei nach Leipzig zu verlagern, verknüpft dies jedoch mit geplanten Lohneinschnitten für Arbeitnehmer.
- Absatzrückgang im Q1 2026 um 15 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge und besonders starker Einbruch in China um 21 Prozent auf 7.519 Autos belasten die Werke.
- Operativer Gewinn sank 2025 um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro, während das traditionelle Autogeschäft nur noch 90 Millionen Euro beitrug und hohe Kosten für die Neuausrichtung anfallen.
Verlagerungsplan und laufende Verhandlungen
Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Arbeitnehmervertreter berichtet, will Porsche die Produktion des Erfolgs-SUV Cayenne aus der Slowakei zurück nach Leipzig holen. Der Plan gilt demnach als Teil eines größeren Umbaus beim Stuttgarter Autobauer, über den das Unternehmen offiziell bislang nicht spricht.Nach Darstellung aus Arbeitnehmerkreisen ist die mögliche Rückverlagerung jedoch an deutliche Einschnitte bei den Löhnen gebunden. Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan bestätigte Verhandlungen und erklärte, dass noch mehrere Themen offen seien, über die diskutiert werden müsse.
Besonders bemerkenswert ist der Kurswechsel vor dem Hintergrund, dass Konzernchef Michael Leiters erst Anfang Januar in Bratislava den Produktionsstart des elektrischen Cayenne im dortigen VW-Werk begleitet hatte. Nur wenige Monate später steht nun im Raum, dass die Fertigung dort wieder enden könnte.
Absatzschwäche erhöht den Druck auf die Standorte
Hinter den Überlegungen steht ein deutlich verschärfter wirtschaftlicher Druck. Die Werke in Leipzig und Zuffenhausen sind nach den vorliegenden Angaben nicht voll ausgelastet, nachdem der Absatz im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge gesunken ist. In China fiel das Minus mit 21 Prozent auf 7.519 verkaufte Autos noch stärker aus.Die Unsicherheit an den Standorten hat bereits konkrete Folgen. Mehrere Hundert befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert, bis August sollen weitere 200 Stellen über freiwillige Aufhebungsverträge wegfallen, zudem könnten bis zu 400 Beschäftigte vorübergehend nach Wolfsburg wechseln.
Leiters verteidigte den Sparkurs in der „Leipziger Volkszeitung“ mit Verweis auf den anhaltenden Druck in der Automobilindustrie. Zugleich betonte er das Bekenntnis zum Standort Deutschland und insbesondere zum Werk Leipzig. Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugen die Finanzkennzahlen, denn 2025 brach der operative Gewinn um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro ein, während das klassische Autogeschäft nur noch 90 Millionen Euro beisteuerte. Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht schwache Verkäufe in China, U.S.-Zölle und milliardenschwere Kosten für die Neuausrichtung.
Volkswagens geplante Großumstrukturierung mit massivem Stellenabbau und möglichen Werkstilllegungen in Deutschland stand zuletzt im Fokus unserer Berichterstattung. Wir erläuterten, dass der Konzern damit auf sinkende Profitabilität, den teuren Umstieg auf Elektromobilität und wachsenden Wettbewerbsdruck reagiert – und dass Gewerkschaften angekündigt haben, gegen Schließungen und tiefe Einschnitte Widerstand zu leisten.
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