Kann sich Volkswagen nach seinem größten Umbau erholen?
Volkswagen ist nach Berichten über das potenziell größte Umstrukturierungsprogramm in der Unternehmensgeschichte erneut unter Druck geraten. Anleger hinterfragen zunehmend, ob der Automobilriese angesichts steigender Kosten und wachsender globaler Unsicherheit seine Rentabilität aufrechterhalten kann.
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Volkswagens jüngste Quartalszahlen lagen deutlich unter den Markterwartungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 2,55 €, verglichen mit der Konsensschätzung von 3,44 €, womit die Erwartungen um fast 26 % verfehlt wurden. Der Umsatz belief sich auf 75,66 Mrd. €, gegenüber den erwarteten 78,26 Mrd. €, was einem Rückstand von 3,3 % entspricht.
Das Unternehmen verfehlte somit bei beiden wichtigen Finanzkennzahlen die Konsensschätzungen, was den anhaltenden Druck auf sein Automobilgeschäft verdeutlicht.
Ein weiterer negativer Katalysator waren Berichte über einen umfassenden Umstrukturierungsplan. Laut Manager Magazin erwägt CEO Oliver Blume den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen, die Schließung von vier Werken in Deutschland und eine Kürzung des Investitionsprogramms des Unternehmens um etwa 15 % in den kommenden Jahren. Sollte dies umgesetzt werden, wäre es die größte Umstrukturierung von Volkswagen seit fast 90 Jahren.

Überverkaufte Bedingungen geben Hoffnung auf eine Erholung
Auf dem Tageschart hat VOW3 die wichtige langfristige Unterstützung bei 78,80 € nach unten durchbrochen.
Die nächste große Liquiditätszone liegt zwischen 78 € und 74 €. Volkswagen notierte zuletzt im Jahr 2010 in diesem Bereich, was die strukturellen Herausforderungen verdeutlicht, vor denen das Unternehmen derzeit steht.
Positiv zu vermerken ist, dass der RSI (14) in den überverkauften Bereich eingetreten ist. In der Vergangenheit haben VOW3-Aktien gut auf dieses Signal reagiert und oft bedeutende kurzfristige Erholungen gezeigt.
Da die Aktie zudem rund 20 % unter ihrem einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (SMA) gehandelt wird, hat sich die Wahrscheinlichkeit einer technischen Gegenbewegung erhöht. Der erste größere Widerstand ist die psychologische Marke von 80 €. Ein Ausbruch über dieses Niveau könnte den Weg in Richtung des Gap-Down-Levels bei 81,36 € ebnen.
Volkswagen steht vor einem langen Weg der Besserung
Der schwache Quartalsbericht und die Pläne für eine groß angelegte Umstrukturierung deuten darauf hin, dass Volkswagen in eine der schwierigsten Phasen seiner Geschichte eingetreten ist. Während Kostensenkungen und Stellenabbau die operative Effizienz verbessern dürften, werden die Anleger wahrscheinlich erst in einigen Quartalen eine nennenswerte finanzielle Auswirkung sehen.
Bis dahin dürfte die Aktie unter Druck bleiben. Um eine nachhaltige Erholung zu etablieren, muss Volkswagen nicht nur seinen Umstrukturierungsplan erfolgreich umsetzen, sondern auch stärkere Fahrzeugverkäufe, eine verbesserte Rentabilität und die Fähigkeit unter Beweis stellen, effektiver mit chinesischen Elektrofahrzeugherstellern zu konkurrieren.
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