EBay lehnt Übernahmeangebot von GameStop im Wert von 56 Milliarden Dollar ab
GameStop Corp. unterbreitete überraschend ein Übernahmeangebot in Höhe von 56 Milliarden Dollar für die Online-Auktionsplattform eBay Inc. Obwohl die Idee auf den ersten Blick gewagt erschien, steckte dahinter eine sorgfältig entworfene, wenn auch riskante Strategie. Diese Woche lehnte eBay den Vorschlag offiziell ab mit der Begründung, die Bedingungen seien nicht überzeugend genug.
Höhepunkte
- GameStop bot an, eBay für 56 Milliarden Dollar zu kaufen, davon 28 Milliarden Dollar in bar und 28 Milliarden Dollar in Aktien.
- eBay lehnte den Vorschlag aufgrund von Finanzierungsrisiken und hoher Verschuldung ab.
- Der Deal erforderte die Aufnahme von 20 Milliarden Dollar Schulden bei gleichzeitigem Erhalt eines Investment-Grade-Ratings.
- Moody’s warnte vor negativen Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit.
- Ryan Cohen könnte versuchen, sich direkt an die eBay-Aktionäre zu wenden.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der Vorschlag und die Reaktion von eBay
GameStop, dessen Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt der Ankündigung bei etwa 12 Milliarden Dollar lag, bot den Aktionären von eBay (dessen Unternehmenswert mit 46 Milliarden Dollar beziffert wurde) 28 Milliarden Dollar in bar sowie eine Mehrheitsbeteiligung am fusionierten Unternehmen im Wert von weiteren 28 Milliarden Dollar an. Infolgedessen hätten die eBay-Aktionäre eine Prämie von fast 10 Milliarden Dollar erhalten können, berichtete Bloomberg.
Der Baranteil des Geschäfts sollte durch die Aufnahme von Schulden in Höhe von 20 Milliarden Dollar mit Unterstützung von TD Securities finanziert werden. eBay bezweifelte jedoch, ob der Plan realistisch sei, insbesondere im Hinblick auf die Sicherung eines Investment-Grade-Kreditratings für das fusionierte Unternehmen. Der Vorstand von eBay veröffentlichte ein Schreiben des Kreditgebers, in dem betont wurde, dass die Finanzierung vom Erhalt eines hohen Ratings abhänge.
Finanzielle Risiken und die Einschätzung von Moody’s
Die Analysten von Moody’s äußerten ernsthafte Bedenken. Nach ihren Schätzungen hätten die Bruttoschulden des neuen Unternehmens neunmal höher sein können als dessen Erträge. Selbst unter Berücksichtigung der Barmittel und der prognostizierten jährlichen Kosteneinsparungen von 2 Milliarden Dollar würde das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA mit etwa 4,2 bis 6,3 hoch bleiben.
GameStop-CEO Ryan Cohen, bekannt für unkonventionelle Ansätze, glaubt, dass Synergien und strikte Kostensenkungen das Geschäft lohnenswert machen könnten. Ratingagenturen und der Markt bleiben jedoch angesichts dieses Verschuldungsgrads äußerst vorsichtig. Die Aktien von eBay notierten nach der Ablehnung weiterhin nahe Rekordhoch, während GameStop erst noch beweisen muss, dass seine Strategie tragfähig ist.
Ambition versus Realismus in der Unternehmensfinanzierung
Diese Geschichte zeigt, wie schwierig Großtransaktionen in einem Umfeld hoher Zinsen und strenger Anforderungen der Ratingagenturen geworden sind. Selbst bei einer kreativen Struktur und versprochenen Synergien fordern Investoren und Kreditgeber solide Garantien.
Für GameStop war der Vorschlag ein Weg, eine neue Wachstumsstrategie jenseits des Einzelhandels zu signalisieren. Für eBay war es eine Chance, den Markt an seine starke Position zu erinnern. Vorerst erscheint der Plan extrem ehrgeizig und ohne größere Überarbeitungen unwahrscheinlich. Aber in der Unternehmenswelt sind es manchmal genau diese „unmöglichen“ Ideen, die letztendlich die Spielregeln ändern.
Wir berichteten bereits, dass der CEO von GameStop wegen eines Interviews über die geplante eBay-Übernahme in die Kritik geraten ist.
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