Erdgas erholt sich angesichts der Spannungen im Nahen Osten und der Risiken bei der LNG-Versorgung
Die Erdgaspreise bleiben äußerst volatil, da der Markt weiterhin auf geopolitische Risiken und die globale LNG-Versorgungslage reagiert. Die Futures handeln erneut mit positiver Tendenz nach eskalierenden Spannungen rund um den Iran, was die Sorge vor möglichen Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Routen für weltweite LNG-Exporte – verstärkte. Zusätzliche Unterstützung kam durch Wartungsarbeiten und temporäre Ausfälle an mehreren LNG-Exportterminals, was die Bedenken hinsichtlich einer angespannten Versorgungslage in den Sommermonaten weiter verschärfte.
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Europa verlangsamt Tempo der Gasspeicherbefüllung
Einer der wichtigsten preistreibenden Faktoren bleibt das vergleichsweise schwache Tempo der Gaseinspeisungen in europäische Speicher. Die EU-Gasspeicher liegen derzeit unter dem saisonalen Durchschnitt, während der Wettbewerb mit Asien um LNG-Ladungen weiter zunimmt. Analysten weisen darauf hin, dass die hohen Sommerpreise die Attraktivität aggressiver Speicherbefüllungen verringern, insbesondere angesichts der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Lieferungen aus Norwegen und Katar. Infolgedessen bleibt der Markt äußerst sensibel gegenüber allen Nachrichten rund um das Thema Versorgung.
Globales LNG-Wachstum könnte Markt stabilisieren, Risiken bleiben jedoch bestehen
Trotz der aktuellen Spannungen erscheint der mittelfristige Ausblick ausgewogener. Neue LNG-Mengen aus den USA, Kanada und Katar werden voraussichtlich ab 2026 aktiver auf den Markt kommen und könnten das Angebotsdefizit entschärfen. Laut Branchenanalysten könnte die weltweite LNG-Produktion im nächsten Jahr um mehr als 7 % steigen und so nach mehreren Jahren struktureller Engpässe den Preisdruck verringern. Allerdings bleiben geopolitische Spannungen, Risiken durch die Hurrikansaison und wetterbedingte Faktoren weiterhin Hauptquellen erhöhter Volatilität.
Was jetzt für den Markt zählt
Kurzfristig wird die Preisentwicklung bei Erdgas vor allem von den Entwicklungen im Nahen Osten, dem Tempo der europäischen Speicherbefüllung und der LNG-Nachfrage aus Asien abhängen. Gleichzeitig könnten Anzeichen für eine Entspannung rund um den Iran oder die Wiederherstellung stabiler LNG-Ströme eine deutliche Korrektur nach unten auslösen.
Ausblick für die nahe Zukunft
Aktuell bleibt das Basisszenario für den Markt eine breite Konsolidierung bei gleichzeitig hoher Volatilität über den Sommer hinweg. Währenddessen haben sich die NATGAS-Futures nach einer Erholung von der Unterstützung um 2,80 $ dem Widerstand bei etwa 2,90 $ genähert, von wo aus der Verkaufsdruck wieder einsetzen und ein erneuter Test des genannten Unterstützungsbereichs erfolgen könnte. Ein Ausbruch über den Widerstand würde den Weg für weiteres Wachstum in Richtung 2,95 $ ebnen.
Wie ich bereits mehrfach betont habe, insbesondere in Erdgas bleibt unter Verkaufsdruck, könnten Rückgänge bei den Erdgaspreisen weiterhin als Kaufgelegenheiten betrachtet werden.
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