Der Euro beginnt nach mehreren Wochen stetiger Gewinne gegenüber dem Dollar an Boden zu verlieren. Das Währungspaar EUR/USD fiel in den Bereich um 1,1600 und erreichte Wochentiefs, da die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen zunahm.
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Der Hauptauslöser ist die Eskalation der Spannungen rund um den Iran und die wachsende Sorge über mögliche Störungen der Öllieferungen durch die Straße von Hormus. Investoren schichten verstärkt in den US-Dollar und US-Staatsanleihen um, was zusätzlichen Druck auf den Euro ausübt.
Der Markt beginnt, das Potenzial der EZB zu hinterfragen
Trotz anhaltender Erwartungen einer Zinserhöhung durch die EZB im Sommer ist der Markt nicht mehr überzeugt, dass der europäische Regulator eine straffe Geldpolitik lange aufrechterhalten kann. Grund dafür sind das schwache Wirtschaftswachstum im Euroraum und Europas hohe Abhängigkeit von teuren Energieressourcen. In ihrem jüngsten Financial Stability Review warnte die EZB zudem vor Risiken überbewerteter Märkte und Europas Anfälligkeit für geopolitische Schocks.
Der Dollar erhält Unterstützung von Fed und Geopolitik
Zusätzlicher Druck auf den Euro entsteht durch eine Neubewertung der Erwartungen an die Federal Reserve. Nach starken US-Makrodaten preist der Markt erneut länger anhaltende höhere Zinsen in den USA ein. Dadurch vergrößert sich der Renditeabstand zwischen Dollar und Euro, was die US-Währung stützt. Analysten von ING warnen, dass EUR/USD bei anhaltendem Konflikt um den Iran schnell unter 1,15 fallen könnte.
Ausblick für die nächsten Tage
Der Markt nimmt derzeit eine vorsichtigere Haltung gegenüber dem Euro ein. Solange geopolitische Spannungen und hohe Ölpreise anhalten, erscheint das Aufwärtspotenzial für EUR/USD begrenzt. Zu den wichtigsten Ereignissen in den kommenden Tagen zählen US-Inflationsdaten, Kommentare der Fed und die EZB-Sitzung im Juni – diese werden entscheiden, ob der aktuelle Rückgang nur eine Korrektur oder der Beginn einer umfassenderen Trendwende ist.
Von den aktuellen Niveaus aus ist eine Erholung in Richtung 1,1650–1,1660 weiterhin möglich, wo erneuter Verkaufsdruck auftreten könnte. Ein Bruch unter die Unterstützung könnte eine Bewegung in Richtung 1,1550 auslösen. Wie bereits in EUR/USD testet erneut 1,1650, da Zinserwartungen der EZB das Paar stützen erwähnt, könnte das Paar kurzfristig weiterhin in einer Spanne handeln.
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