WTI erholt sich nach Korrektur, aber Abwärtsrisiken bleiben bestehen

WTI erholt sich nach Korrektur, aber Abwärtsrisiken bleiben bestehen
WTI

​WTI hat Anfang Juni nach einer starken Korrektur im Mai seine Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen. Die Preise haben sich auf etwa 91 $ pro Barrel erholt, nachdem es erneut zu Spannungen zwischen den USA und dem Iran gekommen ist und weiterhin Unsicherheit rund um die Straße von Hormus herrscht. 

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Der Markt preist erneut eine geopolitische Risikoprämie ein, da Investoren befürchten, dass jede Störung der Lieferungen über diese wichtige Öltransitroute das globale Angebot schnell verknappen könnte. Gleichzeitig zeigt die jüngste Kursentwicklung, dass der Markt äußerst sensibel auf Nachrichten zu Verhandlungen und möglichen Deeskalationen reagiert.

Erholung gestützt durch Lagerabbau und Erwartungen einer Normalisierung der Flüsse

Zusätzliche Unterstützung für WTI kommt von sich allmählich verbessernden Erwartungen an die globale Nachfrage nach dem Ausverkauf im Mai. Laut EIA und IEA hat der Markt die akuteste Phase der Panik vor möglichen Angebotsengpässen bereits hinter sich gelassen, und Händler beginnen, ein Szenario einer teilweisen Erholung der Flüsse durch die Straße von Hormus in der zweiten Jahreshälfte einzupreisen. Unterdessen bleiben die weltweiten Öllagerbestände nach einer längeren Phase von Störungen deutlich unter dem komfortablen Niveau, was die Preise trotz weiterhin hoher Volatilität fundamental stützt.

OPEC+ verhindert stärkere Rückgänge

Ein weiterer Faktor für die Erholung ist die OPEC+-Politik, die den Markt weiterhin durch Produktionskontrolle ausbalanciert. Trotz der schrittweisen Rückkehr einiger Mengen lässt das Bündnis derzeit kein aggressives Angebotswachstum zu. Das hilft, WTI deutlich über den Niveaus vom Jahresbeginn zu halten und begrenzt das Ausmaß der Korrekturen nach jeder neuen diplomatischen Nachricht im Zusammenhang mit dem Iran. Gleichzeitig beobachtet der Markt den US-Schieferölsektor genau, da die steigende US-Produktion weiterhin die wichtigste langfristige Begrenzung für eine neue Öl-Rallye darstellt.

Aufwärtspotenzial bleibt, aber Risiken bleiben hoch

Die aktuelle Marktstruktur erscheint moderat bullisch. Nach einem Rückgang von fast 20 % im Mai kehren Investoren wieder in Ölpositionen zurück und setzen auf eine weitere Erholung, getrieben von sinkenden Lagerbeständen und anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Die Nachhaltigkeit dieses Wachstums hängt jedoch direkt von den Entwicklungen in den US-Iran-Verhandlungen ab: Jeder Fortschritt in Richtung einer Einigung könnte schnell wieder Abwärtsdruck erzeugen, während neue Angebotsstörungen WTI zurück in Richtung 95 $ treiben könnten. Derzeit handelt der Markt effektiv zwischen einem Szenario sich erholender globaler Flüsse und dem Risiko eines neuen Energieschocks.

Ausblick kurzfristig

Infolge der Erholung testet WTI den Widerstand um 91 $, wo Verkaufsdruck entstehen könnte, falls die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hält. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde den Weg in Richtung 92,5 $ eröffnen. Wie bereits in WTI declines as risk premium fades erwähnt, werden Nachrichten aus dem Nahen Osten weiterhin eine Schlüsselrolle für den Ölmarkt spielen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.